Gastrezension: Totenlied von Tess Gerritsen

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Diese Gastrezension kommt von Blogger Solera. Wir freuen uns, dass Solera sich bei uns mit einem Gastartikel einbringt und wünschen Euch viel Spass bei der Lektüre.

Auf eine Empfehlung von Virginia vom Private Readers Book Club habe ich mir vor ein paar Monaten das Hörbuch „Totenlied“ von Tess Gerritsen besorgt und während meiner Gartengestaltungsaktion im August durchgehört. Seit damals habe ich immer wieder an dieser Rezension gesessen, doch zufrieden war ich nie.

Insgesamt hat das Hörbuch einen zwiespältigen Eindruck bei mir hinterlassen: Einerseits war ich als Musiker fasziniert von den Schilderungen, die durchaus gelungen waren (es gibt Autoren, denen man es leider nur allzu deutlich anmerkt, dass sie keine Musiker sind, was bei Tess Gerritsen glücklicherweise nicht der Fall ist), andererseits ist die Protagonistin ein derart getriebener und unlogisch handelnder Charakter (auch wenn die Geschichte am Ende gerade noch „die Kurve kriegt“), dass sich an einigen Stellen alles in mir dagegen sträubte.

Eigentlich ist letzteres ein Beleg für die ausgereifte schriftstellerische Fertigkeit der Autorin, das musste ich nach einigen Tagen, die ich diese Rezension habe ruhen lassen, einsehen. Denn wie ich auch bei einem Film nur bei einer wirklich gelungenen Darstellung eine echte Antipathie gegen den Bösewicht entwickle, so entstand dieses Gefühl vor allem, weil die Schilderungen im (Hör-)Buch mich anscheinend sehr direkt ansprachen.

img_3636hier geht’s zur Hör- und Leseprobe zu Totenlied

Zum Inhalt

Die Handlung von „Totenlied“ weist zwei Erzählstränge auf, die sich immer wieder abwechseln und am Ende vereinen:

  1. Julia, die zweite Violinistin eines Streichquartetts, kauft bei einem Antiquitätenhändler in Italien ein altes Notenbuch voller Zigeuner-Melodien. Im Buch liegt auch noch ein weiteres loses Notenblatt, auf dem der Walzer „Incendio“ eines italienischen Komponisten namens Todesco notiert ist. Wieder daheim in den USA beginnt sie mit dem Üben des Walzers, doch jedes Mal, wenn sie den Walzer spielt, geschehen seltsame Dinge: Beim ersten Mal wird ihre Katze getötet, beim zweiten Mal wird ihr von ihrer eigenen kleinen Tochter eine Glasscherbe ins Bein gerammt… Ihr psychologischer Zustand verschlechtert sich, sie fühlt sich verfolgt und bedroht. Gleichzeitig entfremdet sie sich allen Menschen in ihrer Umgebung. In ihrer zunehmenden Verzweiflung reist sie nach Venedig, um die Ursprünge des Walzers genauer zu erkunden und so möglicherweise das Rätsel um ihre eigene Verfassung zu lösen…
  2. Italien, Mitte/Ende der 1930er bis Mitte der 1940er Jahre: Lorenzo, ein jüdischer Geiger, arbeitet mit der Cellistin Laura auf die Teilnahme an einem Musikwettbewerb hin. Während der wöchentlichen Proben entwickeln die beiden tiefe Gefühle füreinander. Im Vorfeld des Wettbewerbs kommen immer wieder die für Juden veränderten Gesetze und Umstände zur Sprache, doch keiner der beiden fühlt sich davon eingeschränkt oder bedroht. Am Tag des Wettbewerbs werden die beiden jedoch kurz vor der Teilnahme aufgrund Lorenzos jüdischer Abstammung disqualifiziert. Sie spielen dennoch, müssen danach aber erwartungsgemäß ohne Preis das Feld räumen, denn die für den Wettbewerb Verantwortlichen wollen ihr eigenes Leben nicht durch die Verleihung eines Preises an einen jüdischen Musiker gefährden. Frustriert zieht Lorenzo sich in seine eigene Welt zurück. Ein paar Jahre später wird das gesamte jüdische Viertel in ein Arbeits- bzw. Konzentrationslager umgesiedelt. An einer Zwischenstation wird Lorenzo als fähiger Musiker erkannt und vom Rest der Gruppe getrennt. Er wird einem kleinen Orchester vorangestellt, um Musik für alle möglichen Anlässe, vor allem aber zur Tarnung der Ermordung jüdischer Gefangener zu spielen. Alle übrigen – auch Lorenzos gesamte Familie – landen ohne Umwege in einem polnischen Vernichtungslager.

Mehr darf ich nicht verraten, um für möglicherweise interessierte zukünftige Hörer/Leser noch ein wenig Spannung im Spiel zu halten. Das Ende ist eine gelungene Auflösung der ineinander verwobenen Handlungsstränge, mehr dazu im Fazit.

Zum Hörbuch

Die Hörbuch-Fassung ist insgesamt gelungen, technisch auf jeden Fall einwandfrei, jedes Wort ist glasklar verständlich, jede Gefühlsregung wird deutlich transportiert. Die Charaktere werden sehr plastisch durch unterschiedliche Modulationen voneinander abgesetzt und bleiben auch in längeren Dialog-Strecken gut zu unterscheiden. Das ist wirklich toll.

Einen Kritikpunkt habe ich jedoch, denn meiner Meinung nach schießt die Vorleserin, Mechthild Großmann, an der einen oder anderen Stelle ein wenig über ihr Ziel hinaus. An Stellen großer emotionaler Erregung finde ich ihre Art des Vorlesens schlicht und einfach etwas übertrieben – andererseits liegt das vielleicht auch nur daran, dass dies eben nicht meine Art wäre, mich zu verhalten bzw. auszudrücken. Dieser Makel ist aber in der Summe zum Glück eher gering.

Die Hörbuchfassung enthält noch einen kleinen Bonus, der dem gedruckten Roman sicherlich fehlen wird: Eine Aufnahme des von der Autorin selbst komponierten Walzers. Nun könnte man als Musiker leicht die Nase rümpfen und das Haar in der Suppe suchen, schließlich „wildert“ die Autorin in einem fremden Metier, doch nach dem Ende dieses emotional durchaus aufgeladenen Hörbuchs diesen Walzer präsentiert zu bekommen (noch dazu in wirklich guter Audio-Qualität), ist sicher nicht nur für mich ein sehr schöner Moment. Ich habe ihn angehört und dabei die Abrundung des gesamten Hörbuch-Erlebnisses genossen.

Fazit

Alles in allem ist das Hörbuch also sicher eine gute Wahl. Wenn noch ein wenig Zeit vergangen ist, vielleicht ein halbes Jahr oder etwas mehr, höre ich es mir in aller Ruhe noch einmal an. Mal sehen, ob sich der Genuss vergrößert, wenn ich nicht mehr auf jedes kleine Detail achten muss, weil mir der Ausgang der Geschichte schon bekannt ist. Oft kommen dann andere, auf den ersten Blick eher nebensächliche, für die Gesamtstimmung und das innere Bild der Geschichte aber so wichtige Details stärker zur Geltung, wodurch die Wirkung intensiviert werden kann. Und dann werde ich herausfinden, ob sich meine Abneigung gegen die Protagonistin irgendwie verändert hat.

{GELESEN & BUCHTIPP} Der Schneeleopard von Tess Gerritsen

Tess Gerritsens Thriller gelten für mich nach wie vor als Messlatte für das gesamte heutige Thriller Genre. Auch dieser 11. Rizzoli & Isles Roman ist für Thriller-Einsteiger sowie für Fans der Serie ein Muss. Wer Tess Gerritsen noch nicht kennt, sollte das unbedingt baldmöglichst nachholen.

Die Geschichte in Der Schneeleopard wird anhand von zwei Erzählsträngen und zwei verschiedenen Zeiten erzählt. In einer Rückblende erzählt Millie Jacobson in der Ich-Erzählform, wie sie ihren Mann vor 6 Jahren auf eine Safari in Botswana begleitet hat und schlussendlich als einzige Überlebende zurückkam. In der Gegenwart wird wie gewohnt aus der Erzählperspektive berichtet; die ausgeweidete Leiche eines Tierpräparators wurde kopfüber hängend in dessen Wohnung entdeckt. Die Ermittlungen führen Jane Rizzoli und Maura Isles bei ihrem 11. Fall direkt in die Welt der afrikanischen Wildtiere, denn alles deutet darauf hin, dass die Tat nur von einem Tier durchgeführt werden konnte. Doch wie hängt der Tod der Safari-Touristen vor 6 Jahren mit dem Tod des Tierpräparators zusammen?

 

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hier probelesen!

 

Sie hat es schon wieder getan, die talentierte Tess Gerritsen! Nach ihrem letzten Roman Abendruh aus der Rizzoli & Isles-Reihe dachte ich, dass Gerritsen vielleicht bei diesem Buch die Ideen langsam ausgehen würden. Doch weit gefehlt, denn wieder einmal zeigt die Autorin in ihrer Königsdisziplin, wie man extrem gute Thriller (Krimis) schreibt. Dieses Mal setzt die Action in der zweiten Hälfte des Buches ein. Will aber nicht heissen, dass das Buch mit gemächlichem Tempo beginnt. Ganz im Gegenteil, denn während die Story bereits mit einer hohen Erzählgeschwindigkeit anfängt, erhöht die Autorin das Tempo beim Lesen noch weiter, was mich wieder einmal das Atmen vergessen liess und stellenweise unweigerlich zu Herzrasen führte.

Auch in Der Schneeleopard treffen wir wieder auf die solide Gerritsen Erzählweise von Ich- und Drittperson, welche sich gekonnt an den richtigen Stellen die Klinke in die Hand geben. Wer es gewagt hat, selber zu schreiben, weiss aus Erfahrung, wie ungeheuer schwierig ein solches Unterfangen sein kann. Zusätzlich lässt sich die Autorin auf ein Zeitsprung-Experiment ein, das sie mit Bravour meistert. Die Charaktere wirken auch dieses Mal wieder recht plastisch, weil auch ab und zu von deren privaten Problemchen erzählt wird. Die Dialoge sind auch in diesem Buch witzig, einnehmend und wegweisend. Ich freue mich schon auf den Juli 2015, wenn Gerritsens neuester Streich mit dem Titel Tödliche Spritzen erscheint.

Der Schneeleopard von Tess Gerritsen, Limes Verlag, 416 Seiten, Leseprobe, rezensiert von Cristoforo

Private Readers Buchtipp KW20: Der Schneeleopard

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Cristoforo sagt darüber:

„Sie hat es schon wieder getan, die talentierte Tess Gerritsen! Nach ihrem letzten Roman „Abendruh“ aus der Rizzoli & Isles-Reihe dachte ich, dass Gerritsen vielleicht mit diesem Buch langsam die Ideen ausgehen könnten. Doch weit gefehlt, denn wieder einmal zeigt Gerritsen in ihrer Königsdisziplin, wie man extrem gute Thriller schreibt.“

 

Klappentext: Die Polizei von Boston ermittelt in einem bizarren Mordfall. Die Leiche eines Jägers und Tierpräparators wurde gefunden – ausgeweidet und aufgehängt wie eines seiner Beutetiere. In den Wäldern werden Knochenreste eines weiteren Opfers entdeckt. Doch Boston ist nicht das einzige Jagdrevier des Killers. Es scheint eine Verbindung zu einem fünf Jahre zurückliegenden Vorfall in Afrika zu geben, wo die Teilnehmer einer Safari förmlich abgeschlachtet wurden. Nur eine Frau entkam dem Massaker und könnte Jane Rizzoli helfen, den Mörder zu identifizieren …

{GELESEN & BUCHTIPP} Abendruh von Tess Gerritsen

Wenn schon einen aktuellen Thriller, dann bitte einen von Tess Gerritsen. Für mich gilt sie als Massstab unter den zeitgenössischen Thriller Autoren. Wieder einmal hat die Rizzoli & Isles Falle zugeschnappt und mich erst am Ende wieder freigelassen. Ich freue mich auf ihren nächsten Roman mit dem Titel Der Schneeleopard, der voraussichtlich am 20. April 2015 erscheint.

Nachdem ich im Januar 2015 mit Die Chirurgin von Tess Gerritsen aus dem Jahre 2004 meinen ersten Thriller ever gelesen habe (abgesehen von Mr. Mercedes von Stephen King), wusste ich, dass ich bald wieder einen Roman von der weltbekannte Thriller Autorin lesen würde. Ich muss gestehen, dass ich in der Zwischenzeit einige andere Thriller von verschiedenen Autoren gelesen habe, jedoch keinen weiteren von Tess Gerritsen. Doch bereits Die Chirurgin hat mich dermassen geprägt, dass ich bei anderen Thrillern, die ich lese, Gerritsens Können jeweils als Richtwert  für meine Rezensionen ansetze. Der Plot, die Charaktere, die Wendungen und die strikte und zielgerichtete Erzählweise von Gerritsen haben es mir einfach angetan.

Im bereits zehnten Fall von Detective Jane Rizzoli und der Pathologin Dr. Maura Isles geht es um ein Internat namens „Abendruh“, das sich in einer abgeschiedenen Region im Staate Maine befindet. Das Internat der etwas „besonderen Art“ beherbergt Jugendliche mit einer schwierigen Vergangenheit. Die Familien von drei Jugendlichen wurden vor zwei Jahren brutal ermordet. Claire Wood (13 Jahre), Will Jablonski (14 Jahre) und Teddy Clock (14 Jahre) lebten seither bei Pflegeeltern. Nachdem nun auch die Pflegeltern brutal ermordet worden sind, hausen die Jugendlichen in „Abendruh“. Beim Ermitteln ereilt Detective Jane Rizzoli und ihre Kollegin Dr. Maura Isles schnell die Ahnung, dass in „Abendruh“ nicht alles so ist, wie es den Anschein wecken soll.

 

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Abendruh Tess Gerritsen

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Wo Tess Gerritsen drauf steht, ist auch Tess Gerritsen drin. Im direkten Vergleich zum ersten Band der Rizzoli & Isles Reihe Die Chirurgin hat sich in Sachen Storytelling einiges getan. Die Geschichte ist dermassen dicht und auch actionlastig geworden, dass ich zeitweise sogar vergass, Luft zu holen. Wer von Explosionen, Lügen und Intrigen nicht genug kriegen kann, wird hier verwöhnt. Ihrem Stil treu bleibend, brilliert die Story durch die äusserst angenehme Schreibweise und vermag sogar noch einen draufzusetzen.

Mit kleinen „Story-Snacks“ rückt Gerritsen, ihre Charaktere spannend ins Licht. Die Konflikte der Charaktere sprudeln aus allen Buchfugen. Statt sich lediglich auf das Beschreiben der Charaktere zu beschränken, lässt sie sie regelrecht Tänze vollführen. Die von Konflikten geprägten Dialoge heizen ein: wie ich mich über die Ignoranz des Anstaltsleiters aufgeregt habe! Beim Lesen fühlte ich mich wie mitten in einem Virtual Reality Movie. Mein Kopfkino funktionierte nicht nur in 3D… nein, sogar in 4D und 5D und sonstigen Dimensionen, die es geben könnte. Die Morde, die Recherchen und die Handlungen der Charaktere harmonieren ungemein gut. Von Anfang an legt die Geschichte ihre Schlinge um den Hals des Lesers und lässt bis zum Ende nicht mehr los.

Abendruh von Tess Gerritsen, Limes Verlag und Blanvalet Taschenbuch, ca 416 Seiten, Leseprobe, rezensiert von Cristoforo

Cristoforo liest gerade

 

Sie sind die einzigen Überlebenden schrecklicher Familientragödien. Erst wurden ihre Eltern und dann obendrein ihre Pflegefamilien brutal ermordet. In Abendruh, einem Internat in der Abgeschiedenheit Maines, sollen sie ihre Sicherheit wiedergewinnen und in ein normales Leben zurückfinden. Doch obwohl die Schule hermetisch gesichert ist, kommt es zu höchst beunruhigenden Vorfällen, und drei Jugendliche bangen um ihr Leben. Maura Isles, die eine persönliche Verbindung zu Abendruh hat, ist vor Ort, als die Bedrohung eskaliert … ~ Klappentext zu Abendruh von Tess Gerritsen

Buch Rezension: Die Chirurgin von Tess Gerritsen

Eine Rezension von Private Reader Cristoforo

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Verschiedenste Bücher von Tess Gerritsen, alle mit altertümlich anmutenden Covers, lagen immer mal wieder auf dem Nachttisch meiner Partnerin. Sie ermahnt mich seit Jahren, ich solle unbedingt eines davon mal lesen. Ich, eher Stephen King oder Philipp K. Dick-Fan wollte meine Zeit lieber mit deren Bücher nutzen. Seit ich aber neuerdings mit den öffentlichen Verkehrsmittel unterwegs bin, habe ich es mir angewöhnt, viel zu lesen. Schliesslich bin ich dem Tipp meiner Partnerin nachgegangen und habe mir Die Chirurgin: der 1. Fall für Rizzoli & Isles, Band 1 der Rizzoli Reihe, besorgt. Auch wichtig zu erwähnen ist die Tatsache, dass meine Partnerin und ich ab und zu gerne die TV Serie „Rizzoli and Isles“ sehen. Ich bereue es, die Bücher nicht früher gelesen zu haben.

Die Autorin
Tess Gerritsen (geboren am 12. Juni 1953 in San Diego, Kalifornien) ist eine US-amerikanische Medizinerin und Schriftstellerin. Sie arbeitete zunächst als Internistin in Honolulu und begann mit dem Schreiben, während sie zum ersten Mal im Mutterschutzurlaub war. Ihren internationalen Durchbruch erreichte sie 1996 mit dem Thriller „Kalte Herzen“. Die Fernsehserie Rizzoli & Isles auf TNT beziehungsweise VOX basiert auf der Reihe „Maura Isles & Jane Rizzoli“ von Tess Gerritsen. (Quelle: Wikipedia)

Die Geschichte
Ein Serienmörder treibt sein Unwesen in den Wohnungen der ahnungslosen, weiblichen Opfer. Sie werden vom Mörder mit K.O. Tropfen handlungsunfähig gemacht und wachen ans eigene Bett gefesselt wieder auf. Bei vollem Bewusstsein schneidet der Psychopath mit einem Skalpell deren Gebärmutter aus dem Leib. Dann lässt der Mörder sie eine lange Zeit leiden und bluten, um die Opfer schliesslich mit dem Gnadenstoss von ihrem Leid zu erlösen.

Die Ärztin Catherine Cordell wurde früher einmal brutal vergewaltigt. Es gelang ihr zwar, sich von den Fesseln des Vergewaltigers zu lösen und ihn zu erschiessen. Doch das psychische Trauma und die Ängste trägt sie bis heute jeden Tag mit sich. Als sie von einem Unbekannten terrorisiert wird, der die intimsten Details ihrer Vergewaltigung kennt, beginnt der eigentliche Fall. Detective Thomas Moore und Inspector Jane Rizzoli stossen während anderer Ermittlungen auf den Fall der Ärztin Catherine Cordell. Obwohl Catherine Cordell den Vergewaltiger von damals erschossen zu glauben scheint, ist unklar, warum der aktuelle Serienmörder so viele Details darüber weiss. Hat sie vielleicht den Vergewaltiger von damals gar nicht getötet oder war ein zweiter Killer anwesend?


Meine Meinung
Was haben sich die TV-Serien-Produzenten aus den USA dabei gedacht, als sie ausgerechnet Angie Harmon für die Figur der Jane Rizzoli ausgesucht haben? Nicht, dass mir Angie Harmon nicht gefallen würde. Ganz im Gegenteil! Sie ist gross, hat lange schwarze Haare, ihr Gesicht besteht aus einem Mix einer Italienerin, einer Indianerin und Amerikanerin. Doch Tess Gerritsens Jane Rizzoli aus dem Roman ist klein, hat harte Gesichtszüge und schminkt sich nie. Somit das pure Gegenteil zur TV Rizzoli! Die Rizzoli aus dem Roman ist mir persönlich sehr sympathisch.

Das Buch allerdings zieht den Leser nur ganz langsam in seinen Bann. Man muss bedenken, dass „Die Chirurgin“ der erste Teil von mehreren Büchern aus der Rizzoli and Isles-Reihe ist. Bei mir war es so, dass ich beim Lesen immer wieder über den Fall nachdenken musste. Eigentlich kann ich Foltergeschichten nicht ausstehen, und dieses Buch ist auch „fast“ mein erster Thriller, den ich gelesen habe.

Gerritsen schaffte es, dass ich erst zwei Tage NACH dem Lesen „süchtig“ geworden bin, süchtig nach Tess Gerritsen Thriller. Ich habe schon Glück in meinem Leserleben! Ich meine, wie kann der Eintritt in die Thrillerwelt besser und süsser einhergehen, als mit einem Tess Gerritsen-Buch? Mag ja sein, dass es andere sehr gute Thriller-Autoren gibt (Private Reader Doris weiss da sicher bestens Bescheid!). Doch Tess Gerritsen hat mich wirklich „süchtig“ nach Thriller gemacht. Danke, Frau Gerritsen und meiner Partnerin Virginia für den heissen Tipp!

Fazit
Zwar ein älterer Thriller von Tess Gerritsen aus dem Jahre 2003, doch nervenaufreibend, witzig und knallhart. Ein Muss für Thriller-Leser. Oder für alle, die noch keine Thriller-Bücher gelesen haben.

Die Chirurgin von Tess Gerritsen, Blanvalet Taschenbuch, 416 Seiten, klick für Leseprobe

Buch-Rezension: Grabesstille von Tess Gerritsen

Tess Gerritsen ist die Königin des Crime Genres, oder etwa nicht!? Es gibt viele von diesen sogenannten Crime Ladies, aber Gerritsen ist nochmal eine ganz Besondere unter ihnen. Ihre Rizzoli & Isles Reihe hat es bis ins TV gebracht, auch wenn die Serie ein wenig gar ziemlich schwache Stories auftischt, machen dies die beiden Hauptdarstellerinnen und vor allem die Charaktere von Rizzoli & Isles ausserhalb des Tatortes wieder wett. Rizzoli & Isles zu lesen ist aber nochmal eine etwas andere Angelegenheit. Wer einmal beginnt mit der Reihe, ist leicht verleitet, sie alle noch nachzukaufen, um am Schluss beim nächsterscheinenden Band mit aktualisiertem Wissensstand mitlesen zu können. So ist es jedenfalls mir ergangen. Noch zwei Bände und ich bin auf zack!

Die Geschichte
Wir finden uns zu Beginn gleich auf einer „Ghost Tour“ durch Boston wieder. Die Tourbesucher bekommen auf dieser Tour gar Schauriges geboten: Schauplätze grausamer Verbrechen! Als ein Tourgast eine abgetrennte Hand entdeckt, halten diese alle für eine Requisite, also als „inszenierten“ Teil der Boston Ghost Tour. Doch die Hand ist echt. Jane Rizzoli und ihr Partner Barry Frost sind kurz darauf auch schon auf dem Schauplatz des Verbrechens in Chinatown und untersuchen die Hand und die Umgebung. Dabei entdecken sie den zur Hand dazugehörigen Rest des Körpers. Die Leiche der Frau befindet sich auf dem Dach des benachbarten Gebäudes. Das Auto steht in unmittelbarer Nähe. Dort entdecken sie das Navigationsgerät, welches zwei Bostoner Adressen eingespeichert hat. Es sind die Adressen eines ehemaligen Kollegen, dem Ex-Polizisten Lou Ingersoll und einer Kampfsportschule, dessen Inhaberin eine gewisse Ines Fang sein soll. Nach einigen Recherchen erfährt der Leser, dass der Ehemann von Ines Fang vor 19 Jahren bei einem Amoklauf ums Leben gekommen ist. Als dieser Tatort noch einmal unter die Lupe genommen wird, entdecken Rizzoli und ihre Kollegen einige Ungereimtheiten. Auch kommt ans Licht, dass die Familien der am Amoklauf getöteten Angehörigen jeweils zum Jahrestag des Amoklaufes Nachrichten erhalten, die verkünden, dass der wahre Täter sich immer noch auf freiem Fusse befinde. Jane’s Instinkt schlägt Alarm! Hier stimmt etwas ganz und gar nicht und sie begibt sich auf Spurensuche in der Vergangenheit. Dabei hilft ihr ein neuer Kollege: Johnny Tam, der immer zum rechten Ort zur rechten Zeit zu sein scheint.

…hier lang zur Leseprobe!


Meine Meinung
Grabessstille, der 9. Band der Reihe, ist ein richtiger Rizzoli Roman im gewohnten Stil. Vielleicht nicht der Beste, wie z.B. (zu meinem jetzigen Wissenstand) Scheintot, der allein schon durch die Thematik des Mädchenhandels besticht. Dafür ist Grabesstille schwer durchschaubar und streut einige falsche Fährten unterwegs aus. Es ist mir wirklich nicht gelungen, herauszufinden, wer dieses Mal der Mörder ist und welches Motiv der Tat zugrunde liegen könnte. Hier spielt Gerritsen geschickt mit der Unwissenheit und den vielen Elementen der Tatbestände, die mich mitunter mehr verwirrt als aufgeklärt haben. Dennoch, besonders die Figur der Ines Fang, ihre Lebensgeschichte und auch der frischgebackene Detective Johnny Tam wuchsen mir immer mehr ans Herz. Die Auflösung zu guter Letzt erstaunt und liefert auch einen „Aha“ Effekt gleich mit.

Fazit
Grabesstille ist vielleicht nicht der beste Rizzoli & Isles (wobei es in diesem Roman weniger um Isles geht als um Rizzoli) Roman. Trotzdem ist dieser Roman lesenswert, unterhaltsam, aber auch überraschend und verwirrend zugleich. Hier darf man getrost zugreifen, um einige spannende Crime-Stunden zu verbringen!

Grabesstille von Tess Gerritsen, erschienen beim Limes Verlag, 448 Seiten, gebunden oder als Taschenbuch erhältlich, ISBN: 9783809025771, Leseprobe!

Hörbuch-Rezension: Totengrund

5 von 5 Sternen5 von 5!

….“dann ergriff er die Hand des Mannes.“ Kaum war dieser Satz aus Mechthild Grossmann’s Mund entwichen, fing auch schon der CD-Wechsler im meinem Qashqai an zu rumoren und schickte sich an, zum nächsten CD-Fach zu wechseln. Da wurde mir bewusst, dass ich Totengrund zu Ende gehört hatte. Ein wenig wehmütig war mir dann zumute und ich hab ein lautes, bedauerndes „ooohhhhh!“ von mir gegeben. Totengrund ist ein richtiges Must-Hörbuch!

Totengrund von Tess GerritsenTotengrund bei amazon.de

Totengrund ist das 8. Buch aus der Reihe mit der weiblichen Hauptprotagonistin und Kriminalbeamtin Jane Rizzoli.  Auf den Fersen bleiben wir jedoch in diesem Buch vor allem der Pathologin Maura Isles, einer guten Kollegin von Jane, die zu Beginn des Buches an einem Medizin-Kongress in Wyoming teilnimmt. Dort trifft sie auf einen alten Kollegen aus der Schulzeit und entscheidet spontan, dessen Einladung zu einem Trip mit seiner Tochter und einem befreundeten Pärchen in die tief verschneiten Berge von Wyoming anzunehmen. Unterwegs verunfallen die 5 Ausflügler und landen in Kingdom Come, einer scheinbar unbewohnten Siedlung. Doch in Kingdom Come stimmt einiges nicht! Offen stehende Türen und Fenster bei eisigen Temperaturen, gedeckte Tische mit bereitgestellten vollen Tellern, überzogen mit einer feinen Frostschicht, begrüssen die hilfesuchenden Freunde. Gespannt verfolgen wir ab hier, was es mit Kingdom Come wohl auf sich hat. Nachdem die fünf Gestrandeten versuchen Hilfe zu holen, geschieht ein Unglück und einer von Maura’s neuen Freunden wird gefährlich verletzt. Es beginnt ein Wettrennen ums Überleben und gegen die Zeit und wir erleben Thrill ohne Ende bis zum Schluss!

Besonders gut hat mir an diesem Hörbuch gefallen, dass man die Pausetaste fast nicht betätigen möchte. Und wenn man das Hörbuch stoppt, dann giert man förmlich danach, die Geschichte wieder weiterhören zu können. Tess Gerritsen spannt einen Bogen des Thrills über die ganze Geschichte, dass man mitunter als Zuhörer ein ganz flaues Gefühl in der Magengegend bekommt vor lauter Spannung. Die Autorin wendet sich in dieser Story dem Thema Sekten zu und deren charismatischen Führern wie z.B. Charles Manson. Es geht um Seelenbräute, willenlose Ehefrauen und Tyrannen von Männern. In der Abgeschiedenheit von Kingdome Come tobt das Grauen und die Härte der Natur, die moderne Stadtmenschen in grosse Schwierigkeiten bringen kann. Und wir bekommen immer wieder Gänsehaut vom Zuhören. Die Krimi-Autorin hat mit Totengrund einen hervorragenden Thriller hingelegt und das Buch ist zurecht in der Top 10 der Hörbuch-Charts gelandet.

Zuviel möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, denn das Hörbuch nimmt unvorhergesehene Wendungen, die uns den Atem stocken lassen. Oft habe ich beim Zuhören gedacht „Jetzt…jetzt ist mir klar, was da los ist!“ und habe trotzdem jedes Mal voll daneben gegriffen und wusste bis zum Schluss wirklich nicht, worum es jetzt da eigentlich wirklich geht und von wem die Gefahr letzendlich tatsächlich ausgeht.

Die Story ist ungemein vielschichtig und sehr real erzählt. Und herrlich unkompliziert geschrieben, so dass man ohne weiteres über längere Zeit aufmerksam der Geschichte lauschen kann. Vorgelesen wird das Hörbuch von Mechthild Grossmann. Die Frau Grossmann kannte ich vorher noch nicht, da ich auch noch nicht lange Hörbuch-Fan bin. Allerdings bin ich extrem überrascht, wie toll die Schauspielerin dieses Buch darbietet und ausschmückt mit ihrer rauchigen, schon fast männlich anmutenden Stimme. Zu Anfang habe ich wirklich gedacht, ein Mann liest mir Totengrund vor. Bis ich bemerkt habe, dass auf dem Cover der Vorname Mechthild geschrieben steht. Hier könnt Ihr mal selbst reinhören und Mechthild beim Vorlesen von Totengrund beiwohnen und ein bisschen den Buch-Trailer auf Euch wirken lassen:

Ich gebe diesem Hörbuch 5 von 5 Sternen und empfehle es weiter. Aufdrängen kann ich es Euch ja nicht, aber wenn ich es könnte, wäre es mir einen Versuch echt wert! :-)

Details: 6 Audio-CDs, 455 Min., gelesen von Mechthild Grossmann, Verlag Random House Audio, Release: November 2010

Totengrund hat Gold im Mund

Heute ist wieder Hörbuchtag! Da ich heute praktischerweise in der halben Schweiz rumdüse, habe ich sehr viel Zeit das Totengrund Hörbuch von Tess Gerritsen weiterzuhören. Ich bin jetzt bei Kapitel 9 angelangt und heute nachmittag hör ich dann noch ca. 2 Stunden davon im Auto. Ich dreh fast durch! Das ist so oberhammerspannend, dass ich mich teilweise am Lenkrad festkralle und vor Aufregung fast ne Bremsspur nach mir ziehe! Die Story ist sowas von einnehmend! Man weiss genau gleichviel wie die Protagonisten im Buch und ich sage nur: Geisterdorf, Kadaver, Sekte! Und da sind ein paar vor Ort, weil ihr Auto im Graben gelandet ist. Den Rest könnt Ihr Euch ja denken! :-) Wer’s kann…das Hörbuch noch vor meiner Rezension schnappen! Ich kann es jetzt schon zu diesem Zeitpunkt mit grossem Tatütata belobhudeln! Boah…ich will schleunigst zurück in mein Beförderungsgerät um weiterzuhören!

Begeisterung!

Wieder mal ein Montag. Montag ist so ein wenig wie ein Virus, der sich Sonntagabend langsam einschleicht und das Denken okkupiert. Geschlafen hab ich einigermassen gut, trotz der Entzündung im Hals, die sich hartnäckig hält und meinen Kopf drehtechnisch total in der Mangel hat! Man fühlt sich nur wie ein halber Mensch. Zumindest fühlte ich mich so, bis ich das Hörbuch Totengrund von Tess Gerritsen in den CD-Leser gesteckt habe heute und die angenehm rauhe Stimme von Mechthild Grossmann mein morgendliches Dilemma beendete. Was ist das für ein fabelhaft spannendes und vorzüglich vorgelesenes Hörbuch! Ich dreh durch! Umso schwerer fiel es mir, als ich auf dem Aussenparkplatz vor der Firma den Motor ausschaltete, das Hörbuch abzuwürgen. Eine Schande! Ich schmachte jetzt gedanklich vor mich hin und lechze schon nach der Heimfahrt. Sobald ich das Hörbuch durch habe, gibts wie angekündigt die Rezension dazu. Ich denke diese 6 CDs werden schnell durchgehört sein. :-)

Habt einen schönen Lese-Montag!
Virginia

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