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Hast Du ein aktuelles Buch gelesen, das Du so toll findest, dass Du es unbedingt mit so vielen Menschen wie möglich teilen möchtest? Dann bewirb Dich bei uns für Deinen Beitrag. Dabei werden wir einen Blogeintrag mit Deiner Gastrezension erstellen und natürlich auch Deinen Blog verlinken. So erhältst Du mehr Aufmerksamkeit von anderen Bloggern und Leseratten aus dem deutschsprachigen Raum und kannst Dein Wunschbuch noch mehr Menschen ans Herz legen. Wichtig ist nur, dass es sich um ein aktuelles Buch handelt, ausser Du möchtest einen Klassiker rezensieren, dann kannst Du gern auch Deine Anfrage einsenden.

Liebe Autoren, bitte nehmt zur Kenntnis, dass wir Rezensionen zum eigenen Buch nicht berücksichtigen können.

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{GELESEN & BUCHTIPP} Seelenblind von Catherine Shepherd

via rp-online.de

Bild via rp-online.de

Assassin’s Creed trifft Sherlock Holmes!

Zuerst möchten wir uns bei Catherine Shepherd recht herzlich für das uns zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar von “Seelenblind” bedanken. Wir fiebern derweil mit Catherine der Buchveröffentlichung entgegen und sind sehr stolz, dass wir Catherine seit längerer Zeit begleiten dürfen auf ihrem Weg zum Thriller-Olymp.

Die Gegenwart: Michelle findet sich plötzlich im Krankenhaus wieder und kann keine Gesichter mehr erkennen. Nach und nach erfährt sie, während der Ermittlungen und Befragungen durch Kriminalkommissar Oliver Bergmann, dass sie von einem gefährlichen Serien-Killer entführt wurde und dass sie nur mit viel Glück lebend entkommen konnte. Die Lage spitzt sich dann noch mehr zu, als auch die Lebenspartnerin des Kriminalkommissars Bergmann entführt wird.

Zons vor über 500 Jahren: Der Stadtsoldat Bastian Mühlenberg steht eines Tages vor einer brutal zugerichteten Leiche. Sofort nimmt er die Jagd nach dem Mörder auf. Doch die Suche nach dem Killer entpuppt sich zunehmend als schwierig, da Bastian Mühlenberg nur schleppend an konkrete Hinweise herankommt. Als zudem sein Freund Wernhart lebensgefährlich verletzt wird, muss der Stadtsoldat Bastian Mühlenberg sich bald etwas einfallen lassen, um den Täter schnellst möglichst zu fassen.

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Ich bin auch dieses Mal meiner persönlichen Catherine Shepherd-Tradition treu geblieben und habe mir das Allerbeste zum Schluss aufgehoben. Wieder einmal habe ich jede Zeile dieses grandiosen Thrillers ausgekostet und bis zuletzt genossen. Und wieder ist es vor allem Shepherds einmalig dichtem Schreibstil zu verdanken, dass man als Leser von der Handlung bis zum Schluss gefesselt wird. Die Sichtweise der Charaktere und deren Überlegungen, Ängste und Hoffnungen kommen dermassen realistisch rüber, dass ich mir Michelle, Bastian und alle anderen Charaktere des Romans lebensecht vorstellen konnte. Selbstverständlich auch der Mörder… fröstel fröstel! Das Spiel mit den zwei Zeitepochen (der Gegenwart und Zons vor über 500 Jahren) gefällt mir persönlich sehr gut und oft erinnerte mich vor allem der Part aus Zons im Jahre 1497 an eine Mischung aus dem Videospiel „Assassins Creed“ und einer düsteren Version von Sherlock Holmes. Kein Wunder gewinnt die Autorin zunehmend immer mehr Fans, erfindet sie doch das Genre auf unorthodoxe Weise neu und das gefällt.

Auch mit diesem Thriller macht Catherine Shepherd vor, wie man verdammt gute als auch innovative Thriller schreibt. Mir persönlich hat die Aufteilung in zwei Zeitepochen wie gesagt sehr gut gefallen, ich kann mir aber vorstellen, dass es dem einen oder anderen dennoch missfallen könnte.

Zum Glück bleibt Shepherd ihrer Linie treu und liefert mit dem nun 6. Teil der Zonsreihe einen ebenbürtigen Nachfolgeroman.

Seelenblind von Catherine Shepherd, Kafel Verlag, 356 Seiten, Leseprobe, rezensiert von Cristoforo

{GEHÖRT & HÖRTIPP} Monster 1983

Bild via ivarleonmenger.de

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Multitalent Ivar Leon Menger ist bereits mit der 2. Staffel von Monster 1983 beschäftigt und das ist auch gut so! Sogar SEHR gut! Denn es ist das beste Suspense Hörspiel, das ich bisher hören durfte. Wer den alten Stephen King vermisst, wird in dem gebürtigen Darmstädter Ivar Leon Menger seinen neuen Horrorguru finden.

Oregon, Sommer 1983 – eine Serie mysteriöser Todesfälle rüttelt das Küstenstädtchen Harmony Bay aus seinem friedlichen Schlaf. Sheriff Cody, den es nach dem Tod seiner Frau dorthin verschlagen hat, wird bereits kurz nach seiner Ankunft zur Pflicht gerufen, denn es geschehen merkwürdige Dinge: Ein Gefangenentransport zerschellt an einer Klippe, ein russischer Spion ist wie vom Erdboden verschluckt und es tauchen immer mehr Leichen auf, die merkwürdige Einstiche im Rücken aufweisen.

Cody und sein Team gehen davon aus, dass die Morde von einem Serienkiller begangen werden, der seine Opfer bestialisch im Schlaf ermordet. Doch wer steckt wirklich dahinter? Welches Geheimnis verbirgt der Bürgermeister? Was führen die Regierungsbeamten im Schilde? Und wohin ist eigentlich Sheriff Codys Vorgänger verschwunden?

Bald wird klar: Hinter der idyllischen Fassade des kleinen Küstenörtchens lauert etwas Unheimliches. Dunkle Geheimnisse bahnen sich bedrohlich ihren Weg ans Tageslicht. Und das monströse Treiben, das die verträumte Stadt heimsucht, wird schließlich auch zu Sheriff Codys schlimmsten Albtraum. (Quelle: Klappentext amazon.de)

 

5 von 5

via audible.de

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„Schatz, welchen Film schaust du dir an?“, ruft Cristoforo zu mir ins Wohnzimmer rüber. Gemütlich liege ich auf dem Sofa und spiele Angry Birds Pop auf meinem iPhone. „Das ist kein Film!“, antworte ich zurück. „Was sagst du?“ „DAS IST KEIN FILM!“, rufe ich mit Nachdruck noch einmal rüber ins Büro. „Wie? Das ist ein Hörspiel?“ Pause „Krass, ich dachte du siehst dir einen Film an!“ Zitat Ende!

So ist das mit Monster 1983, das Hörspiel hört sich nicht nur an wie ein Film, sondern hält zudem das Kopfkino schön auf Trab. Monster 1983 gefällt mir extrem gut und ich bin ziemlich verschnupft, denn bis die zweite Staffel kommt, dauert es noch ein Weilchen. Voraussichtlich wird die zweite Staffel (gemäss audible) im Winter veröffentlicht. Wie soll man das so lange aushalten? Jetzt wo ich endlich einen adäquaten Ersatz für den Stephen King meiner Kindheit gefunden habe.

Ich weiss man soll nicht vergleichen. Es ist irgendwie nicht gerecht, aber so sind wir Menschen nun mal. Wir assoziieren und urteilen. Somit kommt man nun einfach gut durchs Leben. Auch wenn es um die anspruchsvolle Bücherwahl geht. Und Menger erinnert mit an meinen hoch verehrten Stephen King in seinen „besten“ Jahren.

Bei meiner Recherche zu Ivan Leon Menger bin ich auf dessen Webseite gestossen. Der Mann ist ein Multitalent. Er ist Autor, Werber, Regisseur, Verleger. Wenn er morgen noch eine Kaffeekette eröffnen würde, wäre ich nicht überrascht. Er ist ein Multipotentialist. Er kann vieles und das sogar noch sehr gut, ganz gegen die vorherrschende Erwartung, dass nur der intensiv eingleisig Gebildete es zu was bringen kann.

Ich möchte nicht lange fackeln und mir den Mund fusselig reden, weshalb du dieses Hörspiel kaufen solltest. Ich kann dir nur ans Hörerherz legen, dass dieses Hörspiel extrem spannend, fesselnd und hochprofessionell umgesetzt wurde. Das Hörspiel spricht für sich selbst. Da muss ich nichts schön oder schlecht reden. Ich kann nur sagen, dass ich sehr froh bin, dass ich mir die 1. Staffel gegönnt habe und ich dieses Hörspiel jedem Hörer uneingeschränkt empfehlen kann. Wenn es nicht zu teuer wäre, würde ich es euch allen schenken. Ich glaube, das sagt schon alles aus, oder? ;-)

Monster 1983 von Ivar Leon Menger, audible.de, 10 Std. 56 Minuten, Hörprobe, rezensiert von Virginia

{GEHÖRT} Der Gerechte von John Grisham

Bild via bookstoeat.com

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Ein Grisham, der uns Leser entweder zu schaffen macht oder uns optimistisch stimmt. Eines ist sicher: für einen Funken Irritation bei seinen Lesern hat der Autor auf alle Fälle mit seinem neuen Werk gesorgt.

„Grisham! Kenn ich, gibt’s doch auch Filme von! Was für ein grelles Cover, so schön rot, so aggressiv! Irgendwie habe ich grade Lust auf einen Justizthriller. Ach ja, warum eigentlich nicht. Au weia, der Auflauf muss aus dem Backofen!“ Ich schmeisse mein Handy auf das Sofa und renne zum Backofen. Fix schaufel ich mir meinen Anteil auf einen Teller und setze mich wieder auf das Sofa im Wohnzimmer. Jetzt aber das Hörbuch laden und lauschen….

Die Geschichte handelt von Sebastian Rudd, einem etwas zwielichtigen Anwalt, der sich vor allem um die kriminelle „Unterschicht“ Klientel kümmert, was nicht bedeutet, dass diese nicht durchaus über ein ansehnliches Vermögen verfügt. Drogendealer, Mörder, Vergewaltiger, Rudd ist Idealist und davon überzeugt, dass jeder Mensch einen fairen Prozess verdient. Seine Kanzlei ist genauso eigen wie Sebastian Rudd selbst, besteht sie doch lediglich aus einem umgebauten Lieferwagen inklusive Bar und Waffenschrank. Unterstützt wird Rudd von seinem langjährigen Freund, der ausschliesslich als Fahrer für ihn fungiert.

Und wovon handelt denn nun die Geschichte zu diesem neuen Grisham Protagonisten?

Total Grisham untypisch treffen wir statt auf eine einzelne Story auf mehrere Handlungsstränge, die Rudd’s und des Lesers ganze Aufmerksamkeit fordern. Zu Beginn scheint es Grisham vor allem darauf angelegt zu haben, dass der Leser seinen Anwalt Sebastian Rudd und dessen Umfeld kennenlernt, weshalb man sich als Leser auch ziemlich schnell mitten im Leben des vielbeschäftigten Anwalts wiederfindet. Von dort steigen wir mit Rudd auf das Justizkarussell und lassen uns über mehrere Runden von verschiedenen Fällen einlullen. Dies gestaltet das Hören des Hörbuches teilweise etwas schwierig, weil die Story verwinkelt und mehrgleisig fährt.

Es kam mir vor, als ob ich die erste Staffel einer Serie vorgelegt bekommen und diese in einem Rutsch konsumiert hätte. Wäre Grishams Protagonist Sebastian Rudd nicht so ungemein kantig und interessant, wäre dieses Konzept wahrscheinlich als Buch gescheitert. Den einzigen roten Faden bildet Rudd’s Privatleben, das von seinem immerwährenden Kampf mit der Ex-Frau, von seinem Sohn und seiner Vorliebe für Käfigkämpfe handelt.

 

3 von 5

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Als Leserin gebe ich zu, dass ich etwas gespalten bin. Einerseits bin ich von Rudd begeistert und gut unterhalten von dessen Privatleben. Andererseits gibt es da auch die Seite in mir, der schlichtweg die konventionelle Ein-Plott Umsetzung fehlt. Ich konnte nicht herausfinden, ob Grisham plant, mit Rudd weitere Bücher zu füllen. Könnte es mir aber durchaus gut vorstellen. Denn sein Protagonist ist zu gut aufgebaut, um ihn jetzt fallen zu lassen. Und wenn er ihn fallen lassen würde, erschiene der Roman umso nichtsaussagender.

Natürlich erfährt man von Grisham wieder interessante Fakten zum amerikanischen Rechtssystem. So wusste ich z.B. nicht, dass die millionenhohen Klagesummen eher etwas über die „Wichtigkeit“ einer Anklage aussagen, als darüber, was am Ende ausbezahlt wird. Diese ausbezhalte Summe läge, gemäss Grisham, fast nie über einer Million. Lediglich durch die „Unsumme“ würde ausgedrückt, dass mit dem Ankläger nicht zu spassen ist: quasi einer Art Kampfgebrüll unter Anwälten.

Abschliessend vergebe ich 3 von 5 Sternen für den Wiedererkennungswert des Protagonisten und die interessanten Fakten zum Rechtssystem der USA. Weil mir die Mannigfaltigkeit an Fällen etwas zuviel des Guten war und der Roman insgesamt trotz ungekürzter Ausgabe in sich unfertig erscheint, ziehe ich 2 Sterne ab.

Der Gerechte von John Grisham, Randomhouse Audio,  14 Std. 43 Minuten, Lese- und Hörprobe, rezensiert von Virginia

{GELESEN & BUCHTIPP} Krähenmutter von Catherine Shepherd

via rp-online.de

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Nebst der Zons-Thriller-Reihe wagt sich Catherine Shepherd an den ersten, in sich abgeschlossenen Thriller: Krähenmutter. Gewohnt souverän im Aufbau, gespickt mit plastischen Charakteren zerrt Shepherds neuer Thriller an den Mutterinstinktnerven.

Zuerst möchten wir uns bei Catherine Shepherd recht herzlich für die uns zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar von “Krähenmutter” bedanken. Ausserdem wünschen wir ihr viel Erfolg und gute Verkäufe für die Veröffentlichung beim Piper Verlag. Wir gönnen Catherine den Erfolg von ganzem Herzen.

Eine Mutter mit ihrem Kinderwagen. Während die Mutter sorglos ihr Baby mit sich führt und währenddessen ihren Einkauf im Supermarkt zusammenstellt, wartet eine Unbekannte auf den richtigen Moment, um das Baby mitzunehmen. Eigentlich hat die Unbekannte bereits viele Kinder, doch dieses eine Baby fehlt noch in ihrer Familie. Ein kurzer Blick in den Kinderwagen hat ausgereicht, um sich in das Baby zu verlieben. Sie muss es einfach haben. Ein Moment der Unaufmerksamkeit der Mutter und das Baby liegt nicht mehr in seinem Wägelchen.

Die Ermittlerin Laura Kern nimmt sich des Falles an. Was zuerst wie eine einfache Kindesentführung erscheint, entpuppt sich zunehmend als kompliziertes Puzzle. Dass das sechs Monate alte Baby der Sohn eines mächtigen Unternehmers ist, zieht vorerst keine grosse Aufmerksamkeit auf sich. Doch Kerns Ermittlungen bringen viele Ungereimtheiten des Unternehmens an den Tag. Als plötzlich auch noch ein Pärchen-Mörder sein Unwesen in der Stadt treibt, spitzt sich die Lage zu. Gibt es einen Zusammenhang?

5 von 5

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Nachdem ich bereits Shepherds Tiefschwarze Melodie mit grosser Freude gelesen habe, wollte ich mir auch ihren neuesten Streich für den „richtigen Moment“ aufbewahren. Oder wie man so schön sagt: „das Beste kommt zum Schluss.“ Und das Warten hat sich durchaus gelohnt. Oh ja, und wie! Wieder einmal hat mich vor allem das Verhalten der verschiedenen Charaktere beeindruckt und gefesselt. Erst zum Schluss des Romans konnte ich wieder etwas aufatmen. Die Charaktere (u.a. die Entführerin) stellen sich dermassen plastisch dar, dass man sich bei einer sehr gut gemachten Krimiserie vor dem heimischen TV wähnt.

Die Spannungsmomente sind gekonnt dosiert und genau richtig platziert. Die Autorin hüllt auch diesen Roman in die von ihr typisch düstere Atmosphäre. Die Story lebt von den Ereignissen, die den Protagonisten widerfahren und wie diese mit ihrer individuellen Situation umgehen. Der Plot ist auch in diesem abgeschlossenem Thriller gut durchdacht und überragend umgesetzt. Eine absolute Stärke der Autorin.

Wer düstere Psycho-Thriller mit interessanten Charakteren mag, sollte diesen Roman lesen. Nur wer auch etwas Action mag, sollte auch die neuesten Bücher von Tess Gerritsen lesen. Mein Tipp: „Lest einfach Thriller von beiden Autorinnen!“ Schliesslich handelt es sich bei beiden um „die Königinnen“ ihres Genres.

Krähenmutter von Catherine Shepherd, Kafel Verlag, 330 Seiten, Leseprobe, rezensiert von Cristoforo

{GELESEN} Jakobs Ross von Silvia Tschui

Bild via newsnetz.ch

 

Für Schweizer liest sich das Buch wie eine Buchstaben-Oper. In elegantem und altertümlichem Schweizerdeutsch lässt die tragische Geschichte der Elsie das Schweizer Kopfkino auf Hochtouren laufen. Lediglich mit gerade mal 208 Seiten ist es etwas zu kurz geraten.

…Unten an der Sihl stehen die Jenischen verhudlet um ihr schmauchiges Eibenastfeuer, der Schatten waberet, und sie ziehen ihre Chöpf ein. Der Jenisch stolperet mit einem Dolch in der Hand aus seinem Scharotl, und seine Mamme jammeret hinter ihm her: „Tues nöd, tues nöd, so nöd!…“

Elsie möchte gerne Musikerin werden und ihr künstlerisches Talent ausleben. Elsie würde gerne in Florenz mit Menschen singen und musizieren. Doch im Jahre 1869 als einfache Magd in einem guten Haus oberhalb des Zürichsees hat Elsie nicht viel zu lachen und schon gar nicht die Zeit tagsüber zu träumen. Sie hat nur ihre Arbeiten zu erledigen. Doch gerade als sie glaubt, endlich als Sängerin entdeckt worden zu sein, scheint das Schicksal Elsie wieder einen Strich durch die Rechnung zu machen.

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Wie mächtig und schön doch unser Schweizerdeutsch sein kann, habe ich wieder einmal mit diesem Buch erfahren. Ich beherrsche selber das Schweizerdeutsch (bin in der Deutsch-Schweiz aufgewachsen), weswegen ich nach einer kurzen Eingewöhnungsphase das Buch dermassen fliessend lesen konnte, als würde ich einen Roman in deutscher Sprache lesen. Das altertümliche Schweizerdeutsch wurde derart gekonnt eingesetzt, dass es bei mir bewirkte, dass ich mir die Charaktere vom ersten Satz an plastisch vorstellen konnte. Die Geschichte selbst spielt zwar während des 19. Jahrhunderts, doch das Thema der Fremdbestimmung ist nach wie vor ein zentrales Thema, auch in der angeblich so demokratischen Schweiz. Der Plot ist gut, scheint mir aber etwas zu gewollt verdreht worden zu sein, da die Autorin dem Trend der zeitgenössischen Schriftsteller folgt und zwischen den Kapiteln hin und her springt, statt diese chronologisch anzuordnen. Kann man so machen, aber es gestaltet die sonst interessante Geschichte nicht wesentlich spannender. Was ich an den Werken der meisten Schweizer Autoren immer wieder bemängele, ist ihr zwanghafter Drang, kleine aber teure Bücher zu produzieren. Und auch Silvia Tschui folgt in ihrem ersten Roman dieser Schweizer Tradition. Schade, denn wie ein Erstlingswerk fühlt sich das Buch auf gar keinen Fall an und ich hätte gerne mehr davon gelesen.

Jakobs Ross von Silvia Tschui, Nagel & Kimche,  208 Seiten, rezensiert von Cristoforo

{GELESEN} Das Komplott zu Lima von Roberto Schopflocher

Quelle: Frankfurter Verlagsanstalt

Quelle: Frankfurter Verlagsanstalt

 

Erwachsen und nüchtern berichtet Roberto Schopflocher über eine grausige Ära, Peru im 17. Jahrhundert: der Zeit der Inquisition.

Wir möchten uns zuerst herzlich bei der Frankfurter Verlagsanstalt für das schöne Rezensionsexemplar bedanken.

Peru im 17. Jahrhundert. Die Inquisition fordert in ganz Peru und so auch bei Familie Acosta ihren zerstörerischen Tribut. Die Acostas sehen ihren einizgen Ausweg aus der Misere bestehend aus Folter, Verfolgung und Mord gezwungenermassen in der Flucht. Durch Brasilien, über Chile, via Lima direkt nach Buenos Aires treibt die Angst unsere Familie Acosta auf einen unsicheren Weg in die Zukunft. Elvira Acosta, seit ihrer Kindheit geprägt von vielen Verlusten und Opfern, die die Inquisition bereits mit sich brachte, schafft es dennoch, sich ein Leben für sich zu erschaffen und ihren Wurzeln stets treu zu bleiben.

 

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Im Grunde genommen bleibt sich alles immer gleich. Die Welt dreht sich weiter, Menschen streben immerzu nach Macht (vor allem die Falschen) und belügen, manipulieren und schrecken auch vor Mord nicht zurück, um ihre dubiosen und egoistischen Ziele zu erreichen. Was vor rund 400 Jahren in Peru geschah, passiert im Grunde genommen auch heute noch. Direkt, ungeschönt und brutal, direkt vor unserer Haustür. Gerade erst erreichten uns Meldungen über die diversen Attentate in Paris, die wieder einmal mehr viele unschuldige Opfer mit sich brachte. Und wozu das alles?

Genau diese Fragen stellte ich mir nach dem Lesen von Roberto Schopflochers Vergangenheitsrekonstruktion. Was von Anfang an bei mir beim Lesen gut rüberkam, war die verzweifelte Suche einer Familie nach einer Heimat. Eine Familie, die viel Leid und Verlust auf sich nehmen musste. Die beständige Suche der Acostas nach einem sicheren Heimathafen hat mich zwar innerlich auch etwas auf unschöne Art und Weise aufgewühlt, wusste es aber vor allem gekonnt, mich durch die tragische Verfolgungsgeschichte der Familia Acosta und speziell von Elvira Costa zu führen.

Den Schreibstil des Autors könnte man als „eher nüchtern“ bezeichnen. Dieser liess es stellenweise nicht zu, dass ich beim Lesen wirklich mitfühlen konnte. Das Komplott zu Lima ist demnach für mich eine sehr gut konstruierte Erzählung, mit eher wenig emotionalen Komponenten, obwohl deutlich mehr Inhalt in Schopflochers Geschichte steckt. Erst durch die tragischen Ereignisse von Paris kamen die entsprechenden Emotionen, die ich mir eigentlich vom Buch vermittelt gewünscht hätte, hoch. Schopflochers‘ gut rekonstruierte Geschichte ist vor allem für erwachsene Leser äusserst lesenswert.

Wer Tragik, Melancholie und Emotionen sucht, sollte auf andere Bücher zurückgreifen. Wer jedoch einen etwas erwachseneren und nüchterneren Aufbau einer tragischen Familiengeschichte, die vor rund 4 Jahrhunderten ihre Kreise zieht, sucht, liegt mit Das Komplott zu Lima goldrichtig. Wir vergeben 4 von 5 Sternen.

Das Komplott zu Lima von Roberto Schopflocher, Frankfurter Verlagsanstalt,  448 Seiten, Leseprobe, rezensiert von Cristoforo

Private Readers Buchtipp KW45: Ein Elefant für Karl den Grossen

PR Buchtipp

Virginia sagt darüber:

„Dieser Debütroman von Dirk Husemann ist packend geschrieben. Eine rasante Story mit vielen Wendungen verkürzen zwar leider etwas den Lesespass. Kaum ist das Buch ausgelesen, möchte man eigentlich gerne erfahren, wie es wohl weitergegangen wäre. Besonders hervorzuheben sind auch komische Elemente, insbesondere auf den Elefanten bezogen, der einem richtig ans Leserherz wächst. Wer auf historische Romane steht, sollte sich diesen aussergewöhnlichen Newcomer zulegen.“

 

Klappentext
Wir schreiben das Jahr 802. Franken und Sarazenen kämpfen unerbittlich um die politische und religiöse Vormachtstellung. In dieser angespannten Lage schickt der Kalif von Bagdad seinem Widersacher Karl dem Großen ein gewaltiges Geschenk als Zeichen des Friedens: einen Elefanten. Der Jude Isaak und sein sächsischer Sklave Thankmar sollen das Tier unversehrt nach Aachen bringen. Eine heikle Mission, denn die Menschen, denen sie auf ihrem langen Weg durch das Frankenreich begegnen, halten den Elefanten für eine Ausgeburt der Hölle. Sein Tod aber würde die Großreiche der Franken und der Sarazenen in einen schrecklichen Krieg stürzen…

{GELESEN & BUCHTIPP} Der Wüstenplanet von Frank Herbert

via postdefiance.com

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Wer einen echten Kult-Klassiker und ein immer noch aktuelles Science-Fiction Buch sucht, der sollte unbedingt zugreifen. Wer eher auf schnelle Lektüre mit Mainstream-Charakter setzt, sollte sich dann doch eher anderswo umsehen, denn Der Wüstenplanet fordert eine gewisse Einarbeitungszeit, die sich aber durchaus bezahlt macht.

Der Wüstenplanet Arrakis (von den Einheimischen Dune genannt) verfügt über eine Gewürzressource (Spice); eine Droge, die den Menschen übersinnliche Fähigkeiten beschert. Die Navigatoren benützen die Droge, um in die Zukunft sehen zu können und um damit interstellare Reisen durchführen zu können. Drei Spezies streiten sich um die Macht des Gewürzes. Das Fürstenhaus Atreides, die Harkonnen und die Fremen.

Doch die Nutzung des Spices birgt auch Gefahren. Wie andere Drogen auch, so kann das Spice süchtig machen und schwerwiegende bewusstseinsverändernde Nebenwirkungen oder Alterungsprozesse mit sich bringen. Als Paul aus dem Hause Atreides, Sohn von Herzog Leto, nach dem Tod seines Vaters, seinen Weg nach Arrakis (Dune) findet, entdeckt Paul seine besondere Begabung im Umgang mit Spice. Die Fremen glauben, in Paul ihren Messias aus der Prophezeiung gefunden zu haben und nennen ihn fortan Muad’Dib. Doch kann Paul die gewünschte Revolution wirklich herbeiführen?

 

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Ich kannte vor diesem Roman lediglich den Kultfilm aus dem Jahr 1984 unter der Regie von David Lynch. Er ist auch tatsächlich einer meiner favorisierten Science Fiction Filme. Doch als ich dann das Buch las, merkte ich, wie verworren die ganze Geschichte von Frank Herbert tatsächlich ist. Ganze Nationen und Familientraditionen (und auch Fanatismus) werden im Buch behandelt. Der Aufbau der Story ist dermassen komplex, dass man eine gewisse Einlesezeit benötigt, um sich mit dem Buch wirklich wohl zu fühlen. Hier empfehle ich doch zuerst den Film zu schauen.

Doch was nach der Eingewöhnung folgt, ist ein durch und durch lebensechtes Science Fiction Spektakel, das seinesgleichen sucht. Mit diesem Roman aus dem Jahre 1965 erschuf der Autor eine einzigartige Welt, die bis heute als Grundlage für viele Werke dient. Oft dachte ich an Mario Puzos „Der Pate“, denn die durchdachten familiären Konflikte, Korruption und Politik in Dune scheinen tatsächlich aus einem Mafia-Epos zu stammen. Hinzu kommt der Aspekt des Glauben (auch an Gott), dem damit verbundenen Fanatismus und die Erwartung der Ankunft eines Messias (Paul), der mit Hilfe der Drogen den Planeten retten soll. Und da wären auch die vielen Lügen und Intrigen der Ranghöchsten der Fürstenhäuser (oder wie wir sagen würden: Politiker).

Nach dem Lesen des ersten Buches werde ich mir eine Dune-Künstlerpause gönnen und andere Bücher aus dem Repertoire lesen. Doch ich werde in Zukunft noch fünf Mal (es sind total 6 Bücher) nach Dune reisen.

Wer einen echten Kult-Klassiker und ein immer noch aktuelles Science-Fiction Buch sucht, der sollte unbedingt zugreifen. Wer eher auf schnelle Lektüre mit Mainstream-Charakter setzt, sollte sich dann doch eher anderswo umsehen, denn Der Wüstenplanet fordert eine gewisse Einarbeitungszeit, die sich aber durchaus bezahlt macht.

DUNE- Der Wüstenplanet von Frank Herbert, Heyne Verlag, 880 Seiten, Leseprobe, rezensiert von Cristoforo

{GELESEN} Der Glasgarten von Christa Hein

via boersenverein-bayern.de

 

Vor allem bei entsprechend melancholischer Stimmung ein grossartiger Lesegenuss. Verträumt und wie auf Wellen getragen, taucht man mit Protagonistin Julie in die Untiefen familiärer Geheimnisse ein.

Wir möchten uns zuerst herzlich bei der Frankfurter Verlagsanstalt für das schöne Rezensionsexemplar bedanken.

Nach dem Tod ihrer Mutter erbt Julie ein Cottage an der französischen Nordatlantikküste. Zeitgleich erfährt Julie auch zum ersten Mal von der Existenz ihrer angeblichen Halbschwester: Florence. Sofort macht Julie sich auf dem Weg zur Küste Frankreichs, um mit den Recherchen über ihre Familienhistorie zu beginnen. Doch auf ihrer Suche nach Antworten stösst Julie auf tief verborgene Familiengeheimnisse, die sie sich nie hätte erträumen lassen. Als sich ihre ganze Familie quer stellt und jemand Julies Recherchen sogar zu verhindern versucht, wird ihr klar, dass sie ungewollt zu viele Geheimnisse aufwirbelt.

Julies Suche nach ihrer Halbschwester an der französischen Nordatlantikküste entpuppt sich als schon fast poetische Reise, die den Leser in die Mitte einer geheimnisumwobenen Familie entführt. Christa Heins aussergewöhnlich verträumter Schreibstil mit entsprechend passendem Setting (die nordfranzösische Küstenlandschaft) hat mir persönlich gut gefallen. Beim Lesen fühlte ich mich wie in einem Traum über das offene Meer, nur von den Wellen getragen.

 

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Glasgarten von Christa Hein
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Doch das verträumte Wellengleiten barg für mich als Leser auch eine Gefahr. Ob von der Autorin beabsichtigt oder nicht, kann ich letztlich nicht beurteilen, aber oft fühlte ich mich beim Lesen, wie ich mich im weiten Meer und in nächtlichen Träumen fühle: verloren und schutzlos. Was das Lesen für mich faszinierend aber zugleich auch anstrengend gestaltete und intensive, melancholische Gefühle weckte, die mir nicht immer behagten.

Die Charaktere gehen in der Geschichte keine Umwege, sondern führen den Leser strikt geradeaus Richtung Ziel, der Auflösung des grossen Familiengeheimnisses. Dies führt leider zu einer etwas statischen Aneinanderreihung von Ereignissen auf engstem Leseraum.

Ja, die Familiengeschichte ist mit etwas mehr als 300 Seiten vielleicht zu kurz geraten. Einerseits liest sie sich wie in einem Traum und zugleich wirkt sie durch die Kürze etwas statisch und unfassbar. Die Charaktere funktionieren zwar gut, bleiben aber durch das zu schnelle und zielstrebige Handeln konturlos und oberflächlich.Ich könnte mir vorstellen, dass mehr Raum für den Charakteraufbau in Form von mehr Seiten, der interessanten Geschichte sehr gut getan hätte.

Ich wollte nun mal sehr gerne viel mehr über Julie und ihre Familie erfahren.

Dennoch der Roman ist ein Lesegenuss, den es sich vor allem bei entsprechend melancholischer Stimmung zu lesen lohnt.

Der Glasgarten von Christa Hein, Frankfurter Verlagsanstalt,  320 Seiten, Leseprobe, rezensiert von Cristoforo

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