Virginia hört gerade

Die Handlung: Ein gnadenloser Kampf ums Überleben

Die Schauplätze: Norwegens undurchdringliche Wälder. Ein unheimliches Höhlensystem. Ein geheimes Militärlager aus dem Zweiten Weltkrieg mit Forschungslabor. Ein uraltes Wikingergrab.

Die Charaktere: sechs Angestellte einer Hamburger Werbeagentur, vier Männer, zwei Frauen, die sich nicht besonders mögen. Das TV-Team einer neuen Reality-Show. Ein Verräter. ETWAS, das in den Wäldern lauert: uralt, grausam – und ansteckend!

(Klappentext)

Winter People von Jennifer McMahon

mit Klick ins Buch

1.5 von 5

"Ist es ein Thriller, ein Horror- oder ein Fantasy Roman?"

Die Geschichte über Tote, die für eine gewisse Zeit ins Leben zurückkehren dürfen ist an und für sich nichts Neues. Romane wie Frankenstein von Mary Shelley oder Friedhof der Kuscheltiere von Stephen King sind die erfolgreichen Romane in diesem Genre und zeigen auf, wie man als Autor solche Themen angehen kann.

Winter People von Jennifer McMahon verspricht unter anderem genau das, aber ist dabei etwas widersprüchlich. Zuerst dachte ich an eine Horror-Geschichte, doch auf dem Cover steht „Thriller“. Auf dem Klappentext steht eine Kurzfassung, die aber dann doch eigentlich Richtung Horror deutet. Das Coverbild ist auch nicht eindeutig. Mit diesen offenen Fragen begann ich das Buch zu lesen.

Der Roman erzählt die Geschichte in folgenden drei Strängen:

Strang 1: Vermont, West Hall im Jahre 1908
Sara kennt eine Methode, um ihre, durch einen Unfall, verunglückte achtjährige Tochter Gertrud (Gertie), aus dem Tode zurück zu holen. „Die Schlafenden“ könnten während der ersten sieben Tage „geweckt“ werden. Und sie könnten sich während dieser Zeit unter den Lebenden aufhalten.

Strang 2: Vermont, West Hall, in der Gegenwart

Ruthie ist gerade neunzehn Jahre jung, als sie ihre Mutter nicht mehr finden kann. Sie hat sie einfach mit ihrer kleinen sechsjährigen Schwester Fawn im Haus zurückgelassen. Die beiden machen sich auf die Suche nach ihrer Mutter und stossen im Haus auf ein mysteriöses Geheimnis der Eltern.

Strang 3: Vermont, West Hall, auch in der Gegenwart
Katherine ist gerade nach Vermont, West Hall, gezogen und trauert um den Verlust ihres Sohnes und Mannes, der bei seinen Recherchen in Vermont bei einem Autounfall ums Leben kam. Während Katherine nachforscht, stösst sie auf Spuren von Saras Geschichte aus dem Jahre 1908.

Je mehr die Protagonisten nach dem Sinn ihrer Verluste oder sogar nach einer Möglichkeit, ihre lieben Verstorbenen zurück zu holen suchen, umso mehr verstricken sie sich, geraten in einen Strudel, aus dem man nicht so leicht einen Ausweg finden kann.

Wie bereits zu Beginn erwähnt, weiss ich nicht so recht, ob die Geschichte eher in das Horror- oder ins Thriller Genre gehört. Auch das Lesen als solches gefiel mir nicht sonderlich. Für mich waren die Storys über die Charaktere und deren zum Teil dürftigen und egoistischen Beweggründe nicht greifbar. Die zu kurz geratenen Horrorpassagen, die zwischenzeitlich auch an einen Fantasy-Roman erinnerten (um sich dann ein wenig in einen Thriller zu verwandeln), verwirrten mich.

Die Stränge der verschiedenen Zeiten wirken etwas ziellos zusammengebastelt. Es kommt noch hinzu, dass die Charaktere eher flach und oberflächlich beschrieben sind. Man erfährt eigentlich nur durch deren Umstände etwas über die Charaktere selber. Lediglich die Kinder und deren Sehnsucht nach der Mutter und ihre Ängste konnte ich etwas nachvollziehen. Ständig fragte ich mich: „Wo bleiben da die Emotionen, die einem einen Schauer über den Rücken jagen, Gänsehaut bescheren oder einfach das Einschlafen erschweren?“ Die Autorin hat mir vorenthalten, sowas in der Art zu erfahren. Und darum mag ich das Buch nicht sonderlich. Ich fand ehrlich gesagt auch den Schreibstil von Jennifer McMahon eher dürftig. Es reicht von mir aus gesehen gerade mal für einen mittelmässigen Roman. Leider ist das Buch für mich eher unter dem Durchschnitt einzuordnen. Ist auch möglich, dass ich die versteckte Kernbotschaft der Geschichte nicht eruieren konnte.

Wer durchmischte Stile mit einer etwas oberflächlichen Geschichte mag, dem könnte das Buch vielleicht gefallen. Ist es ein Thriller, ein Horror- oder ein Fantasy Roman? Ich weiss es ehrlich gesagt nicht. Es schmeckt wie eine Mischung aus warmem Red Bull, saurem Orangensaft und einem Schuss kalter Tomatensuppe. Und sowas würde ich auch lieber nicht trinken.

Winter People von Jennifer McMahon, Ullstein Taschenbuch, 400 Seiten, Leseprobe, rezensiert von Cristoforo

Cujo von Stephen King

Eine Rezension von Private Reader Cristoforo

 

45von5


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Der Autor
Stephen Edwin King (* 21. September 1947 in Portland, Maine) ist ein US-amerikanischer Schriftsteller. Er schrieb auch unter Pseudonymen, 1972 als John Swithen und zwischen 1977 und 1985 als Richard Bachman. Er ist vor allem bekannt für seine Horror-Romane, die ihn zu einem der meistgelesenen und kommerziell erfolgreichsten Autoren der Gegenwart machen. Bis heute hat Stephen King als Autor über 400 Millionen Bücher verkauft, die in insgesamt 40 Sprachen übersetzt wurden. (Quelle: Wikipedia.de)

Die Geschichte
Cujo ist ein lebensfroher Bernhardiner, der gerne frisst, Schmetterlinge jagt und die Sonne geniesst. In seinem besten Alter von 5 Jahren strotzt er nur so vor Lebenslust und Gesundheit. Der grosse Bernhardiner liebt zudem alle Menschen und  könnte ihnen niemals etwas Böses antun. Er lässt sich gerne streicheln und geniesst die Nähe zu den Menschen. Der regelrechte beste Freund des Menschen, könnte man meinen. Als Cujo an einem sonnigen Tag in Castle Rock einen Hasen jagt, wird der herzensgute Cujo von einer tollwütigen Fledermaus gebissen. Nach und nach wird Cujos Körper von der bösartigen Krankheit „Tollwut“ befallen und Cujo beginnt sich zu verändern und erliegt der gnadenlosen Lust am Töten.

Meine Meinung
Das Buch ist einer der King Meilensteine auf dem Weg zu seinem grossartigen Erfolg. Die typische Stephen King Schreibweise wusste bereits 1981 zu überzeugen. Mit diesem Buch bewies King, dass er wirklich der King des Horrors ist. Im Vergleich zu seinen jüngeren Werken wirkt die Geschichte um den tollwütigen Bernhardiner nichtsdestotrotz etwas angestaubt. Bereits Kings Werke wie Needful Things oder Es wirken durchdachter. Ich empfand das Lesen von Cujo als drei sich mehr oder weniger ergänzende Geschichten:

  • Geschichte 1: Charaktere und deren zwischenmenschliche Probleme (sehr in die Länge gezogen, ca 95% des Buches)
  • Geschichte 2: Die relativ kurze Geschichte über Cujos Tollwut (ca. 4% des Buches)
  • Geschichte 3: Ein ganz kleiner Anteil von echtem Horror (zu kurz geraten! Nur ca. 1% des Buches)

Die Geschichte über die Roman-Charaktere ist am umfangreichsten, die eigentliche Geschichte über Cujos Tollwut beinhaltet zusammengerechnet gerade mal ca. 20 Seiten. Der eigentliche Horrorteil, der es wirklich schafft eine angstvolle Atmosphäre zu erzeugen, reduziert sich auf einige wenige Momente. So gesehen wäre das Buch ja gar nicht wirklich interessant… wäre… wäre da nicht Stephen Kings spannende Schreibweise, mit welcher er aus einer banalen Geschichte, ein Meisterwerk zu schaffen vermag. Ja, das Buch macht auch heute noch extrem Spass beim Lesen.

Fazit
King bewies schon im Jahre 1981, dass er der echte King des Horrors ist. Er schafft es, aus einer eher banalen Geschichte ein gutes Buch mit einigen „Horror“ Elementen zu zaubern. Dieser Titel gehört in jedes Horror-Bücher-Regal.

Cujo von Stephen King, Heyne Taschenbuch, 416 Seiten, Leseprobe

In einer kleinen Stadt von Stephen King

Eine Rezension von Private Reader Cristoforo

5von5


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Im Jahr 1997 habe ich meinen allerersten Roman überhaupt gelesen: „In einer kleinen Stadt (Needful Things)“ von Stephen King. Wie die Zeit so mitspielt, trägt sie dazu bei, dass sich viele Erinnerungen nur noch im Abgrund des Unterbewussten aufhalten. Seit ein paar Jahren verspüre ich wieder den Wunsch, meinen erster Roman erneut zu lesen aus Sicht eines Erwachsenen. Dabei möchte ich gern herausfinden, ob die Euphorie von damals nochmals zu zünden vermag. Diese Rezension beantwortet nun genau diese Frage.

Der Autor
Stephen Edwin King (* 21. September 1947 in Portland, Maine) ist ein US-amerikanischer Schriftsteller. Er schrieb auch unter Pseudonymen, 1972 als John Swithen und zwischen 1977 und 1985 als Richard Bachman. Er ist vor allem bekannt für seine Horror-Romane, die ihn zu einem der meistgelesenen und kommerziell erfolgreichsten Autoren der Gegenwart machen. Bis heute hat Stephen King als Autor über 400 Millionen Bücher verkauft, die in insgesamt 40 Sprachen übersetzt wurden. (Quelle: Wikipedia.de)

Die Geschichte
Nachfrage und Angebot bestimmen, ob sich ein Geschäft in einer Stadt behaupten kann oder nicht. Vor allem in einem kleinen Städtchen wie „Castle Rock“ in Maine muss man den Kunden ausschliesslich Artikel anbieten, die sie auch wirklich wollen. Als ein Laden mit dem Namen „Needful Things“ neu eröffnet werden soll, trägt dieses Ereignis automatisch schon im Vorfeld zur Neugierde der Kleinstadtbewohner Castle Rocks bei. Als auf dem Ladenschild zudem mit dem Satz „Sie werden Ihren Augen nicht trauen“ geworben wird, ist es um die Kleinstadtleute fast geschehen und die Neugierde ist nicht zu bremsen.

Was die Menschen aus Castle Rock aber nicht wissen, ist, dass Leland Gaunt (der Besitzer von Needful Things) „wirklich spezielle“ Ware anbietet. Auch besonders erwähnt werden muss die Tatsache, dass in Needful Things keine Preiseschilder an den Kuriositäten zu finden sind. Nebst Artikeln wie einem alten Stück Holz von der (angeblich) echten Arche Noah und der persönlichen Sonnenbrille des King of Rock Elvis Presley, bietet Gaunt vor allem auf die Wünsche der einzelnen Kunden zugeschnittene Geschenke an. Für absolut „jeden“ ist das gewisse Etwas dabei!

Einmal die Ware gesehen, erliegt der Kunde dem Leland Gaunt Charme und möchte die begutachtete Ware auch gleich sofort kaufen. Man begleicht den Warenwert der Artikel wie folgt: einerseits bezahlt man eine kostengünstige Gebühr, die Leland Gaunt vorgibt, andererseits muss man jemandem in Castle Rock einen kleinen Streich spielen. Auch über den Streich bestimmt Leland Gaunt. Erst nach Erfüllung dieser zwei Kaufbestimmungen kann der Verkauf abgewickelt und die „spezielle“ Ware mitgenommen werden. Aber Vorsicht: der Deal ist erst dann abgewickelt, wenn Leland Gaunt es sagt. Aber das muss jeder Needful Things Kunde für sich selbst herausfinden, denn ein gewiefter Verkäufer wie Leland Gaunt verrät nie seine Absichten im Voraus.

Meine Meinung
Wie bereits im Jahre 1997 bin ich wieder dem speziellen King Charme aus den 80/90er Jahren verfallen. Das Buch zieht den Leser von der ersten Seite an in seinen Bann und ist auch heute noch hochaktuell in seiner Horror-Thematik.

Es sind die detailliert beschriebenen Charaktere und die skurrile Geschichte über Leland Gaunt und seinen mysteriösen Laden, die einen zu verführen vermögen. Bis in die kleinsten Ecken hat King die Kleinstadt Castle Rock zum Leben erweckt. Die Geschichte handelt von zwischenmenschlichen Beziehungen und den daraus resultierenden Abhängigkeiten. Zudem beschreibt King die Kauf-/Konsumsucht und die damit verbundenen Zwänge.  Wie bereits der Roman „Es“ ist auch „In einer kleinen Stadt“ ein echter Horror-Roman à la Stephen King, den man so schnell nicht vergessen wird.

Ich wünsche mir oft, dass Stephen King heute auch mal wieder ein dermassen durchdachtes Buch schreibt. Zugleich verspüre ich jetzt den Wunsch, das Lesen seiner „alten“ Horrorthriller wie „Friedhof der Kuscheltiere“, „Shining“ oder „Cujo“ nachzuholen.

Fazit
Für alle Horror-Fans ein Muss, um das man nicht herum kommt! Wer Horror zum ersten Mal lesen möchte, sollte sich unbedingt mit diesem Roman eindecken.

In einer kleinen Stadt (Needful Things) von Stephen King, Heyne Verlag, 880 Seiten, Leseprobe

Hörspiel-Rezension: Dracula von Bram Stoker

Virginia & Cristoforo

Virginia & Cristoforo

Diese Audio-Book-Rezension wurde von den Private Readers Book Club Mitgliedern Virginia und Cristoforo geschrieben. Gemeinsam leben sie mit ihren zwei Katzen in einer Terrassenhauswohnung im Kanton Aargau.
An einem verregneten Sonntagmorgen beschlossen sie, mal gemeinsam ein Hörspiel anzuhören: Dracula von Bram Stoker machte den Anfang. Und es sollen noch mehr folgen, denn gemeinsam macht es eigentlich doch noch mehr Spass als alleine!

 

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„Wollen wir nicht Dracula gemeinsam anhören? Jetzt?“, fragte Virginia an einem von strömenden Regen gepeitschten Sonntagmorgen und biss in ihr Frühstücksbrötchen. Nutella auf Philadelphia-Crème. Wer bitteschön isst denn sowas? Nutella auf Philadelphia Frischkäse auf Brot??

Natürlich dachte Cristoforo kurz nach. Nur ganz kurz, so dass sie nicht merkte, dass es eigentlich noch überdacht werden musste von ihm. Er seufzte wohl innerlich, denn er wusste, sie würde keine Ruhe geben, bis sie das Audiobook gemeinsam anhören würden. Er ergab sich stoisch den typischen Begebenheiten eines Beziehungslebens zwischen Mann und Frau und nickte mit dem Kopf, währenddessen sein Mund beiläufig „Können wir schon, klar!“ von sich gab. „Begeisterung hört sich aber anders an“, dachte Virginia. „Egal. Hauptsache aufs Sofa rauf, hinlegen, Ohren spitzen, dämmerschlafen.“

Kurz nach dem Frühstück hüpfte Virginia in freudiger Erwartung auf das Sofa und schaute ihm beim CD einlegen zu. Plump liess er sich ein paar Sekunden später neben ihr auf die Sofalandschaft fallen. Weisses Leder, weich und aufprallhemmend. Gut für seine Bandscheiben und deren einmaliger Vorfall vor 15 Jahren. „Der Ton geht nicht, verdammt!“. Die Nörgelei hatte begonnen. „Immer dasselbe“, ächzte er. Unbeholfen, hievte er sich wieder aus dem Sofa und kniete vor die Hi-Fi Anlage. Beäugte die Stecker. „Ahh…der ist da nicht drin, muss ihn umstecken vom HD Receiver.“ „Ach so,“ kommentierte es hinter ihm ungeduldig. „Schnell!!!!! Hopp!!! Will hören!!!“, quengelte es hinterher. „Jojo…easy jetzt, gäääh!“. Er nestelte noch kurz am Kabel rum, steckte um, nahm die Receiver Fernbedienung von der Kommode und kehrte zum Sofa zurück. Virginia lag währenddessen schon bereit. 2 Kissen im Rücken, ein Bein über der Sofalehne: eine menschliche Sofakartoffel mit Hello-Kitty Socken und einer pinken Flauschdecke mit grellbunten Schmetterlingen. „Setz Dich hin, es geht los!“, rief sie überdreht, streckte die Arme in die Luft und wirbelte damit feierlich die Wohnzimmerluftmassen durcheinander.

Klassische Musik macht den Auftakt, bedrohlich, mystisch. „Ou hör mal, voll geisterbahnmässig!…..Bestimmt weil das Hörspiel von der Deutschen Grammophon ist. Die machen doch so Konzertsachen und Oper normalerweise. Ich dachte noch beim Kaufen, ob das nicht doch nur ein Konzert sein könnte und eventuell gar kein Hörspiel ist. Vielleicht haben sie auch die Musik selber“ „Pssssssssschhhhhhhht jetzt! Ich will die Musik auch hören“, meldete sich Cristoforo energisch zu Wort. Ein wenig beleidigt drückte sie sich in die Kissen zurück: „He joooo…ich mein ja nur!“

Danach herrschte einigermassen geheiligte Stille. Nur das Hörspiel bahnte sich über 5 CDs verteilt einen Weg von den Boxen durch das Wohnzimmer in die Gehörgänge und direkt ins Herz der zwei Zuhörer. Diese Musik! Und erst die Toneffekte. Schauerlich! „Also das haben sie ganz gut gemacht hier! Sowas hab ich auch noch nie gehört, eigentlich ist es wie ein Film!“, lobte er während einer kleinen Hörpause. „Du bist wieder eingeschlafen! Ha ha!! Immer dasselbe, kaum legst Du dich hin, schläfst Du schon“, witzelte sie. „Das meinst Du nur, weil ich die Augen zumache beim Zuhören.“ argumentierte Cristoforo. „Jaja…das mach ich auch, es ist dann so als ob ich döse, aber ich döse gar nicht. Ich bin voll da und sehe den Film bzw. das Hörbuch vor mir“, fügte sie hinzu. „Findest Du’s gut? Also ich finds mega mega toll!“ „Doch, kann man also nichts dazu sagen. Wirklich gut umgesetzt und die Stimmen sind genial, der eine ist, glaube ich, die deutsche Synchronstimme von Bruce Willis.“ „Ach was! Das hab ich gar nicht bemerkt, kann schon sein.“ „Also ich muss jetzt aber aufs Klo!“, und weg war er.

Dracula von Bram Stoker
Mit Klick zum Hörspiel: Bram Stoker: Dracula Hörspiel

Die Geschichte
Der Londoner Rechtsanwalt Jonathan Harker reist auf Wunsch des Grafen Dracula nach Siebenbürgen, da dieser zuvor in London ein Haus erworben hatte und nun den Kauf und die bevorstehende Überfahrt durch seinen Anwalt abklären lassen möchte. Auf der Hinfahrt bemerkt Harker einige für ihn wunderliche Dinge und eine Anwohnerin übergibt Harker einen Rosenkranz, um ihn zu schützen. In Bistritz nimmt er eine Postkutsche und an einem Pass wird er von einem Kutscher abgeholt und zum Wohnsitz des Grafen begleitet. Die ersten Tage verlaufen ruhig, doch Harker wird gebeten, einige Räume nicht zu betreten, er verspricht, sich daran zu halten. Er bemerkt, dass der Graf kein Spiegelbild hat und einen gierigen Gesichtsausdruck beim Anblick von Blut bekommt, als er sich bei der Rasur schneidet. Bald wird der Graf dem jungen Engländer unheimlich, schon allein seine äußerliche Erscheinung ist seltsam: lange, sehr weiße, spitze Zähne und auffällig rote Lippen. Harker darf das Schloss nicht verlassen und wird des Nachts Zeuge, wie Dracula eine Wand herabklettert, als sei er eine Eidechse. Außerdem wird er gewarnt, er dürfe in keinem anderen Zimmer einschlafen, als in seinem eigenen. Eines Tages betritt er ein neues Zimmer, schläft ein und wird von drei sehr hübschen jungen Frauen entdeckt, die wie der Graf ungewöhnlich rote Lippen und spitze, leuchtende Zähne haben. Harker stellt sich schlafend und wird von einer der Frauen fast gebissen, doch Dracula erscheint plötzlich und hält die Frau davon ab. Der Graf lässt erkennen, dass er den jungen Harker für sich haben will, und wirft den Damen einen Sack mit einem darin gefangenen wimmernden Kind vor, auf das sie sich hungrig stürzen. Seit diesem Erlebnis hat Harker Todesangst, er rechnet mit seinem baldigen Tod. Zweimal zwingt ihn der Graf, Briefe mit unverfänglichem Inhalt an seine Verlobte und seinen Arbeitgeber zu schicken. Der Graf bietet Harker in scheinbarer Freundlichkeit Gelegenheit zur Flucht, doch traut sich dieser nicht an den vom Grafen beherrschten Wölfen vorbei, die zuvor eine Frau zerfleischt hatten. Harker entdeckt eine Gruft des Schlosses, in der Dracula tagsüber in einer mit Erde gefüllten Kiste liegt, die zusammen mit 49 weiteren Kisten auf dem Schiff Demeter nach England gebracht wird. Dem jungen Mann gelingt schließlich doch noch die Flucht aus dem Schloss. Gut einen Monat später läuft das Schiff in einem schweren Unwetter in den Hafen der Stadt Whitby (Grafschaft Yorkshire) ein. Die Mannschaft scheint bis auf den an das Steuer gebundenen toten Kapitän verschwunden zu sein, und im Augenblick der Landung der ‚Demeter‘ im Hafen springt ein großer schwarzer Hund an Land und verschwindet. Aus dem Logbuch des Kapitäns erfährt man, dass sich offenbar „etwas“ bzw. „ein fremder Mann“ an Bord befunden habe und die Mannschaft Matrose für Matrose verschwand, bis nur noch der Kapitän übrig blieb. Wilhelmina ‚Mina‘ Murray, Jonathan Harkers Verlobte, ist zu ihrer Freundin Lucy Westenra (in manchen Übersetzungen auch Westenraa, z. B. Willms) nach Whitby gefahren. Hier ereignen sich nun eigenartige Dinge. Lucy erkrankt an einem starken Somnambulismus, und Mina bemerkt eines Tages zwei punktförmige Male am Hals ihrer Freundin. Da Lucys Verlobter Arthur Holmwood wegen einer schweren Erkrankung seines Vaters Lord Godalming wenig Zeit hat, sich um seine Braut zu kümmern, und weil Lucys Mutter ebenfalls schwer krank ist, bittet er seinen Freund, den Irrenarzt Dr. John Seward, der ebenfalls um Lucys Gunst geworben hat, sich um sie zu kümmern. Seward ist der Leiter einer Anstalt neben der Carfax Abbey, dem zukünftigen Heim Draculas. In seiner Pflege befindet sich auch ein Mann namens Renfield, der ein Zoophag ist und Fliegen, Spinnen und Sperlinge verspeist. Seward weiß sich in Bezug auf Lucys Krankheit keinen Rat und benachrichtigt seinen ehemaligen Lehrer, den holländischen Gelehrten Professor Abraham van Helsing. Dieser weiß sofort, dass er es mit einem Vampir zu tun hat – was er jedoch zunächst verschweigt – und veranlasst Holmwood, seiner Verlobten wegen ihres starken Blutverlustes eine Blutspende zu geben. Lucy wird jedoch in den darauffolgenden Nächten erneut heimgesucht, auch weil ihre unwissende Mutter die zum Schutz ihrer Tochter aufgehängten Knoblauchblüten entfernt hat. Nachdem sie in einer Nacht dem in der Gestalt eines Wolfes auftretenden Vampir begegnet, stirbt Lucy, obwohl mittlerweile auch Dr. Seward, Prof. van Helsing und der Amerikaner Quincey P. Morris, ein weiterer Verehrer Lucys, Blut für sie gespendet hatten. Lucy wird zur Untoten und erwählt sich Kinder zum Opfer. Jonathan Harker ist inzwischen zurückgekehrt, nachdem er drei Monate in einem Krankenhaus in Budapest zugebracht hat und dort Mina, als sie ihn besuchte, geheiratet hat. Unterdessen ist Arthurs Vater gestorben, und Hawkins, der Vorgesetzte Harkers, stirbt ebenfalls kurz nach der Heimkehr Jonathans. Durch Harkers Tagebuch informiert, ist van Helsing fest entschlossen, mit den anderen den Vampir zu jagen und zu töten. Zunächst einmal muss die Gruppe Lucy von dem Fluch befreien und sie daran hindern, ihr nächtliches Unwesen zu treiben. Dazu schlägt ihr Verlobter ihr einen Holzpflock ins Herz. Ferner wird ihr Kopf abgetrennt und mit Knoblauch gefüllt. Danach beginnt die Gruppe eine Suchaktion nach dem Vampir durch London, da die erdgefüllten Kisten auf verschiedene Orte der Stadt verteilt worden sind. Mina bleibt derweil in Sewards Heilanstalt, wo sie jedoch von Dracula heimgesucht wird. Er veranstaltet mit Mina eine Art ‚Bluthochzeit‘, indem er sie dazu zwingt, sein Blut zu trinken. Außerdem tötet er Renfield, nachdem dieser ihm Einlass zur Anstalt verschafft hat, aber verhindern wollte, dass Dracula Mina zur Untoten macht. Der Vampir kann zunächst von den Männern in die Flucht geschlagen werden und tritt seine Rückreise nach Transsylvanien an. Mina bekommt von van Helsing eine Hostie auf die Stirn gelegt, die ein Brandmal hinterlässt. Mina kann sich durch ihre Blutsverbindung mit dem Grafen in diesen einfühlen und teilt den anderen unter Hypnose dessen Empfindungen mit, woraus diese auf seinen Aufenthaltsort zu schließen versuchen. Sie vermuten, dass er nach Warna (Bulgarien) will und fahren mit der Eisenbahn dorthin. Da der Graf durch seine Verbindung mit Mina von ihrem Aufenthaltsort erfährt, steuert er das Schiff stattdessen nach Galatz, was der Gruppe durch ein Telegramm von Lloyd’s Register of Shipping mitgeteilt wird. Mina erarbeitet aufgrund von logischen Schlüssen, dass der Graf nun auf einem Schiff den Sereth und die Bistriza herauffährt, um zu seinem Schloss zu kommen. Die Gruppe teilt sich, um Dracula abzufangen. In der Nähe seines Schlosses können sie ihn kurz vor Sonnenuntergang stellen. Nachdem sie erfolgreich gegen die Zigeuner, die die Kiste transportiert haben, gekämpft haben, enthauptet Harker den Vampir mit seinem Kukri. Sein Körper zerfällt und Minas Narbe verschwindet. Zu beklagen ist jedoch der Tod von Quincey P. Morris, dem die Zigeuner tödliche Verletzungen zugefügt haben. Sieben Jahre später bekommt Mina von Jonathan einen Sohn, den die Eltern nach ihren Freunden benennen. Einer seiner Zweitnamen, Quincey, soll immer an ihren Freund erinnern, der bei der Vernichtung des Grafen Dracula umgekommen ist. (Quelle wikipedia.de)

Fazit
Ein echter Sonntags-Ohrenschmaus, den man auch getrost über 5 Sonntage verteilen kann, damit die Freude daran noch länger anhält. Ein gut durchdachtes, genial umgesetztes Hörspiel der Deutschen Grammophon mit fantastischen Sprechern (Lutz Riedel, Robin Brosch, Kristina von Weltzien). Besonders hochwertig sind die schauerliche, düstere Geräuschkulisse und der Ton. Fabelhaft! Das Grauen ist jederzeit hörbar und macht dieses Hörspiel zu einem grossartigen Hörerlebnis, das dem Klassiker „Dracula“ wirklich würdig ist.

Dracula von Bram Stoker, erschienen bei Deutsche Grammophon, 372 Minuten auf 5 CDs, EAN-Code: 9783829113113, Hörprobe!

Hörbuch-Rezension: Die Arena von Stephen King

cristy

Private Reader Cristoforo

Diese Buchrezension wurde vom Private Readers Book Club Mitglied Cristoforo geschrieben. Er ist am 24. August 2009 dem Private Readers Book Club beigetreten und seither trifft man ihn regelmässig in Aarau an den Read & Meets . Seine Interessen gelten vor allem den zwei Genres Science Fiction und Horrorgeschichten.  Am liebsten liest er Bücher von Stephen King und Philip K. Dick, seinen Lieblingsautoren.

 

    4 von 5

Wer Stephen King liest, erwartet oft einfache und dennoch gute Mainstream-Unterhaltung. Und wer den grossen Star unter den Schriftstellern von früher her kennt, zum Beispiel von Büchern wie „Es“ oder „Friedhof der Kuscheltiere“, erwartet nicht weniger oft auch ein wenig Horrorkost. Aber von einer Horrorstory kann in „Die Arena“ leider nicht viel gefunden werden. Ob der dicke Mainstream-Brocken sein stilles Versprechen einhalten kann, lest ihr in dieser Rezension. Als Stephen King-Fan war es mir eine grosse Freude das neueste Werk des Horror-Königs vor allem als Hörbuch geniessen zu können. Es war bloss eine Frage der Zeit, bis ich die neue King-Geschichte in mich reingesogen habe.

Die Arena von Stephen King

Die Arena von Stephen King, nur exklusiv bei audible.de zum Downloaden. Mit Klick aufs Bild gelangst Du direkt zum Hörbuch!

Die Geschichte
Es fängt damit an, dass eines Tages im Oktober um die Kleinstadt Chester’s Mill eine unsichtbare Kuppel erscheint, die die Stadt von der Aussenwelt regelrecht abgrenzt. Diese Kuppel schliesst Chester’s Mill mitsamt den Bewohnern ein. Es scheint keine Möglichkeit zu geben, aus dem unbekannten Gefängnis zu entkommen. Alles deutet bei der Bauweise der Kuppel auf eine unbekannte Technik ungeahnten Ausmasses hin. Während die US-Regierung versucht, die Kuppel zu zerstören, bilden sich innerhalb der diabolischen Umzäunung zwei Gruppen von Menschen. Die Bösen und die Guten. Meistens sind beide Parteien politisch sowie religiös angetrieben, weswegen das zwischenmenschliche Chaos vorprogrammiert zu sein scheint. Nur wenige Protagonisten erkennen bereits im Vorfeld das Ausmass der Zerstörung, die die Kuppel langfristig mit sich bringen wird. Was dann geschieht, ist vergleichbar mit einem Nachkriegsszenario oder den Zuständen nach einem grossen Tsunami. Die sonst üblich geltenden Regeln und Gesetze werden von den Eingeschlossenen einfach auf den Kopf gestellt und missachtet. Mord, Zerstörung und Krankheit beherrschen immer mehr den Alltag der Eingeschlossenen. Es scheint keine Möglichkeit der Flucht vorhanden zu sein, die eine Flucht möglich machen würde, bis eines Tages ein ganz kleines, schwarzes Kästchen entdeckt wird, das mehrere Tonnen wiegt. Unscheinbar liegt dieser mysteriöse Kasten auf einer Wiese. Doch er birgt das Zentrum des Maleurs in sich. Nun öffnet sich doch noch ein Törchen, das den noch wenigen Überlebenden zumindest einen Funken Hoffnung lässt.

Meine Meinung
Die Geschichte fängt Stephen King-typisch damit an, dass die einzelnen Charaktere mit ihren eigenartigen Charaktereigenschaften vorgestellt werden. Als grosser King-Fan bin ich immer noch der Meinung, dass der Schriftsteller zum Teil viel zu weit ausholt, was das Beschreiben der Charaktere betrifft. Nicht selten sind diese menschlichen Kreaturen drogen- oder alkoholabhängig oder leiden an einem Gehirntumor, der sie dazu treibt, irre Taten zu vollbringen. Wie zum Beispiel das zornige Ermorden von Menschen oder der überaus schlechte Umgang mit den eigenen Kindern (Super-Nanny in Deutschland sei gegrüsst). Vielfach erinnert King ganz bewusst an seine früheren Werke. Sätze wie „das Quartett macht sich auf den Weg“. Oder sehr viele (nicht allzu gut versteckte) Anspielungen wirken teilweise deplatziert und auch aufgezwungen. Mag ja sein, dass dies alles zu Kings Schreibweise dazugehört, dennoch wäre meinerseits ein weing Zurückhaltung (wie früher) wünschenswert. Neuen King-Fans dürfte das kaum auffallen. Dass King viele politische Thematiken aufgreift, finde ich wiederum sehr gut. Man muss ihm eins lassen: er geht nicht gerade zimperlich mit Politikern um.

Die Geschichte in „Die Arena“ weist eine King-typische Dynamik auf. Ruhige Momente sind eher selten und gelten nur der Vorbereitung auf etwas Schreckliches, das dann zwar auch kommt und dennoch vertraut und bekannt scheint. Alles eben schon gesehen oder gelesen. Den Schluss der Geschichte an sich empfinde ich eher als lauwarme Kost. Hier fehlen einfach die Ideen, die Würze, das gewisse Etwas. Auch finde ich die Idee mit der Entstehungsgeschichte der Kuppel und was dahinter steckt nicht gerade überwältigend. Dennoch unterhält die Geschichte wieder einmal ungemein gut, aber für mich eben nicht „sehr gut“. Beim nächsten Stephen King Buch wünsche ich mir wieder mehr King-Angsteinlagen, King-Psychopathen, King-Esoterisches und selbstverständlich etwas kingartig Böses.

Danke Stephen King, dass Du mich verwöhnt hast mit Deinen genialen Geschichten. Das hast Du nun davon, so dass ich mich mit „Die Arena“ nicht mehr zufrieden gebe und nur 4 von 5 Sternen vergeben kann.

Das Hörbuch
Hierzu muss unbedingt gesagt werden, dass das Audible-Hörbuch vor allem wegen des genialen Sprechers David Nathan (auch deutsche Synchronstimme von Johnny Depp, Christian Bale, Mark Wahlberg und Kevin Bacon) auf höchstem Niveau unterhält. Da lohnt sich der Kauf des Hörbuchs bereits wegen der überragenden Leistung des Sprechers. Er lässt King’s Geschichte aufblühen wie eine knackige Rose im frischen Frühlingswind. ein derart gut gesprochenes Hörbuch kann man lange suchen.

Fazit
Echte und angehende Stephen King-Fans werden das Buch so oder so lesen. Davon kann ich auch nur anraten, dennoch erwarte ich beim nächsten Buch mindestens die ganz hohe Stephen-King-Qualität, wie es in „Wahn“ der Fall gewesen ist. In diesem Falle viel Spass beim Verschlingen oder Hören. Ich zumindest empfehle auch das Hörbuch.

Die Arena von Stephen King, erschienen bei audible.de, Hörprobe!

Wahn von Stephen King

Wahn von Stephen King

Wahn von Stephen King

Wahn bei amazon.de

Stephen King….the Godfather of Horror & Terror! Ich muss zugeben, Stephen King ist wohl eine Ausgeburt an Genialität. Mit 14 Jahren habe ich Friedhof der Kuscheltiere gelesen. Ich konnte nach dem Lesen nie einschlafen und hab mir vor Angst fast den Pyjama versaut. Aber hey….es war einfach geil! Von King Romanen konnte ich nie genug kriegen. King bringt es einfach fertig, Dich nervlich an ein Limit zu treiben und zwar so, dass Du es dabei auch noch geniessen kannst. Es hat ein bisschen was von Achterbahnfahren, wenn man King’s Bücher liest. Hier auch noch ein Lob an den Film „The Mist“, die Verfilmung eines seiner Romane. Bei diesem Film bleibt kein Auge trocken! Für mich der beste Thrill-Horror Streifen, den ich je gesehen habe.

Lange Zeit war es ruhig um den Schreiberling. Ich mag mich erinnern, dass ich vor einigen Jahren (einige!!) zuletzt Das Mädchen gelesen habe. Fand es aber nicht so prickelnd, um ehrlich zu sein.  Danach kam irgendwie nichts mehr und wenn, dann fand ich lediglich was unter seinem Pseudonym. Das Pseudonym: Richard Bachman. Bestimmt auch schon mal irgendwo gesehen, ne?

Ich glaube letztes Jahr kam dann im Juli „Wahn“ auf den Markt. Wahn? Einfach die Oberhärte. Ich fing mit dem Buch an an einem sonnigen Nachmittag und hab meinen Arsch nicht mehr hochbekommen, bis das Buch durch war. Ich war wieder in den Fängen von Stephen King. Was mich enorm überrascht hatte: ich dachte, es würde mir nie mehr dermassen den Ärmel reinziehn wie mit 14 Jahren. Ich wurde eines Besseren belehrt. Ich hatte nämlich vergessen, dass King die Fähigkeit besitzt, Charaktere so zu beschreiben, dass man mit der Zeit das Gefühl hat, sie existierten wirklich und sässen in Wirklichkeit auf der Bettkante neben einem. Die Figuren haben Eigenleben und genau das ist das Unheimliche an Kings Büchern. Es ist das Erfolgsrezept seiner Romane.

Für mich ist Wahn ein echtes Must-Read für jene, die gern in diese Sorte von Genre abtauchen. Natürlich muss man King dafür mögen, man muss das Gruseln mögen, Flachatmung und eine unruhige Nacht. Dann kommt es aber sowas von gut, dass man auf den nächsten Roman bangt und hofft, dass es nicht wieder so lange dauern möge, bis die nächste Veröffentlichung ansteht.

Klappentext zu Wahn
Der Held mit dem ramponierten Kopf ist Edgar Freemantle. Bis ihm ein Unfall den Arm abriss und das Hirn zertrümmerte, war er „eine große Nummer im Baugewerbe“. Jetzt ist sein Körper und sein Sprachzentrum in Mitleidenschaft gezogen: eine unheilvolle Kombination, die Freemantle nicht nur zu unkontrollierbaren Gewaltausbrüchen provoziert, sondern auch zu akrobatischen Höchstleistungen wie der, seine Frau mit nur einem Arm fast zu erwürgen. Mit einer „Wutmanagementpuppe“, Pinsel, Palette und ein paar Leinwänden schickt Freemantles Psychiater das Körper- und Seelen-Frack auf die Insel. Hier erfüllt sich Freemantle den alten Jugendtraum des Malens. Aber die Bilder beginnen, ein dämonisches Eigenleben zu entwickeln. Totenschiffe tauchen auf, wo in der Wirklichkeit idyllische Boote fuhren, ein böser Geist namens Perse entschlüpft der Malerei und tötet eine von Freemantles geliebten Töchtern. Der Maler muss handeln, um nicht sich und seine Welt gänzlich in den Abgrund zu stürzen…

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