Gastrezension: Totenlied von Tess Gerritsen

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Diese Gastrezension kommt von Blogger Solera. Wir freuen uns, dass Solera sich bei uns mit einem Gastartikel einbringt und wünschen Euch viel Spass bei der Lektüre.

Auf eine Empfehlung von Virginia vom Private Readers Book Club habe ich mir vor ein paar Monaten das Hörbuch „Totenlied“ von Tess Gerritsen besorgt und während meiner Gartengestaltungsaktion im August durchgehört. Seit damals habe ich immer wieder an dieser Rezension gesessen, doch zufrieden war ich nie.

Insgesamt hat das Hörbuch einen zwiespältigen Eindruck bei mir hinterlassen: Einerseits war ich als Musiker fasziniert von den Schilderungen, die durchaus gelungen waren (es gibt Autoren, denen man es leider nur allzu deutlich anmerkt, dass sie keine Musiker sind, was bei Tess Gerritsen glücklicherweise nicht der Fall ist), andererseits ist die Protagonistin ein derart getriebener und unlogisch handelnder Charakter (auch wenn die Geschichte am Ende gerade noch „die Kurve kriegt“), dass sich an einigen Stellen alles in mir dagegen sträubte.

Eigentlich ist letzteres ein Beleg für die ausgereifte schriftstellerische Fertigkeit der Autorin, das musste ich nach einigen Tagen, die ich diese Rezension habe ruhen lassen, einsehen. Denn wie ich auch bei einem Film nur bei einer wirklich gelungenen Darstellung eine echte Antipathie gegen den Bösewicht entwickle, so entstand dieses Gefühl vor allem, weil die Schilderungen im (Hör-)Buch mich anscheinend sehr direkt ansprachen.

img_3636hier geht’s zur Hör- und Leseprobe zu Totenlied

Zum Inhalt

Die Handlung von „Totenlied“ weist zwei Erzählstränge auf, die sich immer wieder abwechseln und am Ende vereinen:

  1. Julia, die zweite Violinistin eines Streichquartetts, kauft bei einem Antiquitätenhändler in Italien ein altes Notenbuch voller Zigeuner-Melodien. Im Buch liegt auch noch ein weiteres loses Notenblatt, auf dem der Walzer „Incendio“ eines italienischen Komponisten namens Todesco notiert ist. Wieder daheim in den USA beginnt sie mit dem Üben des Walzers, doch jedes Mal, wenn sie den Walzer spielt, geschehen seltsame Dinge: Beim ersten Mal wird ihre Katze getötet, beim zweiten Mal wird ihr von ihrer eigenen kleinen Tochter eine Glasscherbe ins Bein gerammt… Ihr psychologischer Zustand verschlechtert sich, sie fühlt sich verfolgt und bedroht. Gleichzeitig entfremdet sie sich allen Menschen in ihrer Umgebung. In ihrer zunehmenden Verzweiflung reist sie nach Venedig, um die Ursprünge des Walzers genauer zu erkunden und so möglicherweise das Rätsel um ihre eigene Verfassung zu lösen…
  2. Italien, Mitte/Ende der 1930er bis Mitte der 1940er Jahre: Lorenzo, ein jüdischer Geiger, arbeitet mit der Cellistin Laura auf die Teilnahme an einem Musikwettbewerb hin. Während der wöchentlichen Proben entwickeln die beiden tiefe Gefühle füreinander. Im Vorfeld des Wettbewerbs kommen immer wieder die für Juden veränderten Gesetze und Umstände zur Sprache, doch keiner der beiden fühlt sich davon eingeschränkt oder bedroht. Am Tag des Wettbewerbs werden die beiden jedoch kurz vor der Teilnahme aufgrund Lorenzos jüdischer Abstammung disqualifiziert. Sie spielen dennoch, müssen danach aber erwartungsgemäß ohne Preis das Feld räumen, denn die für den Wettbewerb Verantwortlichen wollen ihr eigenes Leben nicht durch die Verleihung eines Preises an einen jüdischen Musiker gefährden. Frustriert zieht Lorenzo sich in seine eigene Welt zurück. Ein paar Jahre später wird das gesamte jüdische Viertel in ein Arbeits- bzw. Konzentrationslager umgesiedelt. An einer Zwischenstation wird Lorenzo als fähiger Musiker erkannt und vom Rest der Gruppe getrennt. Er wird einem kleinen Orchester vorangestellt, um Musik für alle möglichen Anlässe, vor allem aber zur Tarnung der Ermordung jüdischer Gefangener zu spielen. Alle übrigen – auch Lorenzos gesamte Familie – landen ohne Umwege in einem polnischen Vernichtungslager.

Mehr darf ich nicht verraten, um für möglicherweise interessierte zukünftige Hörer/Leser noch ein wenig Spannung im Spiel zu halten. Das Ende ist eine gelungene Auflösung der ineinander verwobenen Handlungsstränge, mehr dazu im Fazit.

Zum Hörbuch

Die Hörbuch-Fassung ist insgesamt gelungen, technisch auf jeden Fall einwandfrei, jedes Wort ist glasklar verständlich, jede Gefühlsregung wird deutlich transportiert. Die Charaktere werden sehr plastisch durch unterschiedliche Modulationen voneinander abgesetzt und bleiben auch in längeren Dialog-Strecken gut zu unterscheiden. Das ist wirklich toll.

Einen Kritikpunkt habe ich jedoch, denn meiner Meinung nach schießt die Vorleserin, Mechthild Großmann, an der einen oder anderen Stelle ein wenig über ihr Ziel hinaus. An Stellen großer emotionaler Erregung finde ich ihre Art des Vorlesens schlicht und einfach etwas übertrieben – andererseits liegt das vielleicht auch nur daran, dass dies eben nicht meine Art wäre, mich zu verhalten bzw. auszudrücken. Dieser Makel ist aber in der Summe zum Glück eher gering.

Die Hörbuchfassung enthält noch einen kleinen Bonus, der dem gedruckten Roman sicherlich fehlen wird: Eine Aufnahme des von der Autorin selbst komponierten Walzers. Nun könnte man als Musiker leicht die Nase rümpfen und das Haar in der Suppe suchen, schließlich „wildert“ die Autorin in einem fremden Metier, doch nach dem Ende dieses emotional durchaus aufgeladenen Hörbuchs diesen Walzer präsentiert zu bekommen (noch dazu in wirklich guter Audio-Qualität), ist sicher nicht nur für mich ein sehr schöner Moment. Ich habe ihn angehört und dabei die Abrundung des gesamten Hörbuch-Erlebnisses genossen.

Fazit

Alles in allem ist das Hörbuch also sicher eine gute Wahl. Wenn noch ein wenig Zeit vergangen ist, vielleicht ein halbes Jahr oder etwas mehr, höre ich es mir in aller Ruhe noch einmal an. Mal sehen, ob sich der Genuss vergrößert, wenn ich nicht mehr auf jedes kleine Detail achten muss, weil mir der Ausgang der Geschichte schon bekannt ist. Oft kommen dann andere, auf den ersten Blick eher nebensächliche, für die Gesamtstimmung und das innere Bild der Geschichte aber so wichtige Details stärker zur Geltung, wodurch die Wirkung intensiviert werden kann. Und dann werde ich herausfinden, ob sich meine Abneigung gegen die Protagonistin irgendwie verändert hat.

Private Readers Buchtipp KW34/2016: Dark Wood

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Virginia sagt darüber:

„Wer mal wieder Lust auf etwas Nervenkitzel und Abenteuer verspürt, dem könnte Dark Wood gefallen. Dieser Roman aus deutscher Feder vom in Chicago geborenen Thomas Finn ist vielleicht mit der Bezeichnung „Horrorthriller“ etwas fehl platziert, denn wirklichen Horror erlebt der Leser erst gegen Ende des Romans. Trotzdem ist Dark Wood ein unterhaltsamer, lustiger, mit Stereotypen besetzter Plot, der den Leser nicht los lässt und vergnügliche Stunden verspricht.“

Klappentext
Die Handlung: Ein gnadenloser Kampf ums Überleben
Die Schauplätze: Norwegens undurchdringliche Wälder. Ein unheimliches Höhlensystem. Ein geheimes Militärlager aus dem Zweiten Weltkrieg mit Forschungslabor. Ein uraltes Wikingergrab.
Die Charaktere: sechs Angestellte einer Hamburger Werbeagentur, vier Männer, zwei Frauen, die sich nicht besonders mögen. Das TV-Team einer neuen Reality-Show. Ein Verräter. ETWAS, das in den Wäldern lauert: uralt, grausam – und ansteckend!

Gastrezension: Zorro von Isabel Allende

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Unsere erste Gastrezension kommt von Blogger Solera. Einige von Euch kennen ihn und seinen Blog Solera1847 sicherlich bereits. Wir freuen uns, dass Solera sich bei uns mit einem Gastartikel einbringt. Also…..Bühne frei für seine Rezension zu Zorro von Isabel Allende.


„(Zorro) is the father of Batman and Superman. He’s the father of all the action heroes with the double personality. Most of those guys have magic tricks. Zorro has only his own skills.“ (Isabel Allende, 2003)


Kindheitserinnerungen

In meiner Kindheit sah ich im Vorabendprogramm des öffentlich-rechtlichen Fernsehprogramms (mehr gab es damals ja noch nicht in Deutschland) die in nostalgischem schwarz/weiß gehaltene Serie „Western von gestern“. Der Begriff „Serie“ ist hierbei technisch nicht korrekt, denn „Western von gestern“ bestand jeweils aus einer Zusammenstellung verschiedener und inhaltlich nicht näher zusammenhängender Kurzfilme, die – das war das verbindende Element – im Wilden Westen spielten. Für mich war die faszinierendste Figur, die auch immer wieder mal vorkam (was dann jeweils einen Freudenjuchzer hervorrief), ganz klar der maskierte Wildwest-Robin Hood: Zorro.

Jede einzelne Episode war für mich ein Highlight, denn Zorro stand immer ganz klar auf der Seite des Guten, setzte sich für die Schwachen ein – und er siegte immer. Als Kind war das schön einfach (und ganz passend zum schwarz/weiß-Format der Sendung), daher ist das positive Image der Figur Zorro bereits da in meinem Unterbewusstsein geprägt worden. Und ich möchte wetten, dass es Unmengen anderer Personen ebenso ergangen ist. Und das bringt uns zum Roman „Zorro“ der chilenischen Schriftstellerin Isabel Allende.


Die Autorin

Eigentlich müsste man Isabel Allende kaum mehr vorstellen, denn bereits ihr Debüt-Roman „Das Geisterhaus“ aus dem Jahr 1982 machte sie weltweit berühmt. Dennoch kann ich an dieser Stelle vielleicht noch die eine oder andere Facette hinzufügen, die auch für den Genuss des Romans von Bedeutung ist. Dazu gehört, dass Isabel Allende sich dessen voll und ganz bewusst ist, eine Romanschriftstellerin zu sein. Sie weist jegliche journalistische Fähigkeit entschieden von sich:

„I’m a lousy journalist because I can’t stick to the plain truth, I have to embellish it.“ (Dan Glaister: „Loving Zorro, Writing Zorro“, S. 9).

Pablo Neruda drückte sich ihr gegenüber da noch viel deutlicher aus:

„You’re incapable of being objective, you put yourself at the centre of everything. I suspect that you lie a lot, and where there is no news, you invent it. Wouldn’t it be better to turn to writing novels? In literature, these defects are virtues.“

Frei übersetzt:

Sie sind unfähig, objektiv zu bleiben, Sie stellen sich selbst immer ins Zentrum. Ich vermute, dass Sie viel lügen, und wenn es keine Neuigkeiten gibt, erfinden Sie welche. Wäre es nicht besser, Sie würden sich dem Romanschreiben zuwenden? Alle Ihre Schwächen werden beim Schreiben von Romanen zu Stärken.


Zorro – Der „definitive“ Roman

Im August 2003 klingelte eine Gruppe von völlig unbekannten Personen an der Wohnungstür von Isabel Allende in San Rafael (in der Nähe von San Francisco). Als sie die Tür öffnete und niemanden erkannte, sagte einer der Gruppe: „Uns gehört Zorro.“ Der Anführer der kleinen Gruppe war John Gertz. Sein Vater hatte 1920 die Rechte an der Figur Zorro vom Autor des ersten Groschenromans gekauft. Gemeinsam mit Disney hatte er sich dann daran begeben, eine Vielzahl unterschiedlicher medialer Verkörperungen Zorros in die Welt zu setzen – mit Erfolg, wie meine eigenen Kindheitserinnerungen zeigen. Sie unterhielten sich eine Weile, bis dann irgendwann die Katze aus dem Sack gelassen wurde: John Gertz und seinen Geschäftskollegen war aufgefallen, dass Zorro in Filmen, TV-Sendungen und Comics vertreten war, nur nicht in der „ernsthaften“ Literatur. Also hatten sie sich auf die Suche nach einem Schriftsteller begeben, der den Hintergrund der Figur Zorro mit Leben erfüllen könnte:

Zorro1 Zorro von Isabel Allende – hier mit Klick zur Leseprobe surfen

 

„Someone to fill in the backstory of Zorro, the early years; someone who, like Zorro, knew California well and could think in Spanish; someone with a track record in historical research; someone who could bring a Latin sensibility to the myth of the Mexican-American do-gooder. And so they knocked on Isabel Allende’s door. (…) We have the character and you have the talent to write the book. Are you interested?“

Mitgebracht hatten sie einen ganzen Karton voller Material: Alte Filme, Comics, Aufnahmen der Fernseh-Serien und dergleichen. Und so begann Isabel Allende, sich wieder in den Helden Zorro zu verlieben. Das Resultat dieser literarischen Romanze möchte ich mit diesem Beitrag vorstellen.


Zufall

Dass ich den Roman jemals in die Hand genommen habe, geht auf einen reinen Zufall zurück: 2006 waren wir (damals noch nur zu dritt) in unserem Auto auf einer zweiwöchigen Reise quer durch Schottland. Neben vielen wundervollen Sommertagen ereilte uns ein paar Tage lang auch das unvermeidliche englische Wetter, bei dem sich Regen und Nebel die Klinke in die Hand gaben. Gerade als wir in Inverness angekommen waren, regnete es den ganzen Tag sehr ergiebig von morgens bis abends ohne jede Pause. Also suchten wir kurzentschlossen einen Buchladen auf, kauften ein bisschen frisches Lesefutter, fuhren zu unserer nächsten Unterkunft und verbrachten dann den restlichen Tag gemütlich beim Lesen.

Ich wählte aus einem Regal, das mit dem Slogan „Nimm drei, zahle zwei!“ warb, die angeratenen drei Bücher. Die beiden anderen Bücher habe ich meiner Erinnerung nach niemals angefangen, ich weiß nicht einmal mehr, welche es waren, doch schon die Einleitung von „Zorro“ hat mich so eingefangen, dass ich alles um mich herum vergaß. Mit dem Roman war ich fertig, bevor wir uns wieder auf den Kontinent zurückbegaben.


Handlung

Eine kleine Vorbemerkung muss sein: „Zorro“ ist ein etwa 400 Seiten starker Roman, dessen Reiz in der Illustration fremder Orte, dem Zeichnen von konträren Charakteren und – natürlich – atemberaubender Action liegt, eben genau das, was man von einem klassischen „Abenteuer-Roman“ erwartet. Insofern ist jede Inhaltsangabe von vornherein zum Scheitern verurteilt, denn selbst eine umfängliche Auflistung aller exotischen Orte, an denen die Geschichte in ihrem verworrenen Verlauf spielt, kann niemals die sprachliche Gewandtheit der Autorin widerspiegeln. Und genau die macht den Roman zu einem solchen Genuss. Dennoch werde ich es versuchen, die groben Züge der Handlung darzulegen (der Schweiß tropft schon…):

Diego de la Vega ist der Sohn des aus Spanien stammenden kalifornischen Grundbesitzers Alejandro de la Vega, der im Laufe seines langen Lebens zu einigem Wohlstand und politischem Einfluss gekommen ist, und einer indianischen Mutter namens Toypurnia, die durch den mehrjährigen Aufenthalt beim spanischen Gouverneur Pedro Fages und seiner Frau Eulalia de Callís in eine anmutige Schönheit namens Regina „verwandelt“ wird. Diego wird als einziger Sohn dieser Ehe fast gleichzeitig mit einem weiteren indianischen Jungen namens Bernardo geboren, die beiden wachsen gemeinsam auf – bereits hier in zwei parallelen Gesellschaften: der der hispanoamerikanischen Großgrundbesitzer einerseits und der der Indianer andererseits.

Die formelle Ausbildung übernimmt der örtliche Pater Mendoza, die informelle Toypurnias Mutter Weiße Eule, das weibliche Äquivalent zum Medizinmann ihres Stammes. Im Verlauf eines Initiationsrituals, bei dem Bernardo und Diego nach einigen Tagen des Fastens auf die Suche nach einer Vision geschickt werden, entdecken die beiden ihre jeweiligen Totem-Tiere: Bernardo ein junges Fohlen, Diego einen Fuchs, spanisch „el zorro“.

Als die beiden Jungen zu jungen Männern herangewachsen sind, begeben sie sich gemeinsam in die alte Welt, um in Barcelona zu studieren bzw. (der eigentliche Grund) bei Maestro Manuel Escalante in der Kunst des Fechtens unterwiesen zu werden, dessen Abhandlung über die Fechtkunst sie seit Jahren auswendig beherrschen (und nach deren Anleitung sie ebenso lange trainieren). Kaum sind sie im von den Franzosen besetzten Spanien dort angekommen, wo sie im Haus von Tomás de Romeu, einem Freund von Alejandro de la Vega, wohnen werden, verliebt sich Diego unsterblich in dessen Tochter Juliana. Deren Schwester, Isabel, ein burschikoser Querkopf, freundet sich mit beiden, insbesondere aber Bernardo an.

Alsbald wird Diego ein Fechtschüler von Manuel Escalante, erweist sich – wenig erstaunlich – als sein begabtester und eifrigster Schüler und verdient sich somit Einblick in einige Geheimnisse. Dazu gehört auch die Mitgliedschaft in einer Art Freimaurerbund, der geschworen hat, den Menschen Gutes zu tun und Gerechtigkeit herzustellen. Schon bald wird Diego Mitglied in dieser Vereinigung.

Parallel dazu erhält Diegos Liebenswerben um Juliana einen empfindlichen Dämpfer, denn diese hat schon einen Verehrer, noch dazu einen äußerst aufdringlichen, dem überdies noch schier unerschöpfliche finanzielle Möglichkeiten zur Verfügung stehen: Rafael Moncada (ganz nebenbei bemerkt: Er ist der Sohn der oben erwähnten Eulalia de Callís). Mit unzähligen mehr oder weniger aufrichtigen und teils geradewegs hinterhältigen Tricks versucht er, Juliana davon zu überzeugen, er sei der einzig Wahre für sie. Im Zuge einer dieser Aktionen, die Diego und Bernardo natürlich sofort durchschauen, lernen sie einen Zigeuner-Clan kennen, mit denen es später im Verlauf der Geschichte noch ein paar Berührungspunkte geben wird.

Eines Tages trifft ein Brief aus Kalifornien ein: Bernardo muss sofort nach Hause zurückkehren, da seine Freundin/Frau Blitz in der Nacht mit einem – ihrem gemeinsamen – Kind in der Mission von Pater Mendoza aufgetaucht ist. Trotz aller freundschaftlichen Bande zwischen den beiden jungen Männern ist sofort klar, dass Bernardo zurück nach Amerika reisen muss. Binnen Tagen findet er ein Schiff und geht an Bord – ihn treffen wir erst kurz vor dem Ende der Geschichte wieder.

Nach ein paar Jahren des Studiums in Spanien verändert sich die politische Situation dramatisch: Die Spanier erobern ihr eigenes Land zurück und werfen die Franzosen mit brutaler Gewalt aus dem Land. In der Folge wird die alte Verfassung wieder eingesetzt, die Inquisition reinstitutionalisiert – und eine wahre Säuberungswelle beginnt. Tomás de Romeu, ein erklärter Freund der Franzosen, gerät somit in große Gefahr. Da er keinen nennenswerten politischen Einfluss hat, wähnt er sich nicht in Gefahr und verbleibt mit seiner Familie am Ort. Rafael Moncada sieht in dieser Situation seine Chance gekommen und denunziert ihn kurzerhand, woraufhin er verhaftet wird. Kurz vor seiner Hinrichtung nimmt er Diego noch das Versprechen ab, sich um die beiden Töchter zu kümmern, sie nach Kalifornien zu bringen und sie dort unter den Schutz von Alejandro de la Vega zu stellen.

Nun beginnt eine dramatische Flucht: Diego, Isabel, Juliana und Nuria, die Gouvernante der beiden Mädchen, fliehen – in Lumpen als Pilger verkleidet – auf dem Jakobsweg nach La Coruña. Hier erhalten sie unter anderem Hilfe von den oben bereits erwähnten Zigeunern. Von ihnen lernt Diego im Austausch für einige Dienste, die er ihnen erweist, Unterricht im artistischen Reiten – was sich später noch als sehr hilfreich erweisen soll.

Einige Wochen später erreichen die vier erschöpften „Pilger“ endlich die anvisierte Hafenstadt, dort treffen sie durch Zufall auf einen Schiffskapitän, der ebenfalls Mitglied in eben jenem Geheimbund ist, dem auch Maestro Manuel Escalante und Diego de la Vega angehören. Er schmuggelt sie außer Landes und nimmt sie mit auf eine Reise in Richtung Amerika. Wie es sich für einen echten Abenteuerroman nun einmal gehört, wird das Schiff dann aber in der Karibik von Piraten gekapert. Beim Anblick der hübschen jungen Damen ist sofort klar, dass hier ein großes Lösegeld zu holen sein müsste. Also nimmt der Pirat Jean Lafitte alle vier gefangen. Und es passiert, was Diego immer für unmöglich gehalten hatte: Juliana, seine angebetete Juliana, verliebt sich Tage Hals über Kopf in den charmanten Seeräuber. Dessen Frau ist bei der Geburt ihres ersten Sohnes gestorben. Nach ihrer schnell anberaumten Hochzeit, gegen die Diego fruchtlos protestiert, dürfen die verbliebenen drei Flüchtlinge weiter gen Kalifornien ziehen.

Als sie endlich dort ankommen, ist aber nichts so, wie es einmal gewesen war: Rafael Moncada, von beinahe irrem Rachedurst angetrieben, hat seinen gesamten Reichtum eingesetzt, um politischen Einfluss in Kalifornien zu gewinnen. Dann hat er systematisch Alejandro de la Vega mit falschen Anschuldigungen ins Gefängnis gebracht, wo dieser – mittlerweile ein alter Mann – mehr tot als lebendig vor sich hin vegetiert. Die Indianer, die früher in überwiegend friedlicher Koexistenz zu den Weißen in ihren Dörfern lebten, haben sich weit in die Wildnis zurückgezogen. Moncada lässt immer wieder Indianer fangen, die dann als Sklaven nach Perlen tauchen müssen, mit denen er seinen Reichtum weiter vergrößert. Jeder Leser erkennt: Eine Aufgabe, die nur der legendäre Zorro lösen kann.

Wie genau er das auflöst, darf ich hier nicht verraten, denn ein kleines bisschen Spannung muss ich den Interessenten ja noch aufheben. Ein kleiner Tipp noch: Die gesamte Geschichte wird aus einer faszinierenden Perspektive geschrieben (eben nicht aus der Sicht des allwissenden Erzählers). Ganz am Schluss wird dies endlich mit Sicherheit aufgeklärt – und sorgt somit ein weiteres Mal für Erheiterung beim Leser.


Nuria

Ein für den Verlauf der Handlung nur bedingt wichtiger, aber einfühlsam und humorvoll geschilderter Charakter ist Nuria, das „Kindermädchen“ für Juliana und Isabel de Romeu. Zuerst nimmt man sie als eine typische strenge und allen nicht der Kernfamilie angehörenden Personen gegenüber extrem reservierte Gouvernante wahr, doch im Verlauf der dramatischen Ereignisse entpuppt sie sich als wahrer Engel für alle, die mit ihr zu tun haben. Aus ihrer anfänglichen Zurückhaltung Diego und Bernardo gegenüber wird bald eine innige Zuneigung, immer und immer wieder zaubert sie ein Schmunzeln auf das Gesicht des Lesers. Meine Frau und ich waren von diesem herrlich lebendig beschriebenen Charakter so angetan, dass wir den Namen Nuria unserer jüngsten Tochter gaben. Und er passt auch perfekt zu ihr…


Hörbuch

Es gibt auch eine sehr gelungene Hörbuch-Fassung (insgesamt 14 CDs), die von der österreichischen Schauspielerin Sissy Höfferer gelesen wird.

Zorro2 Zorro: Ungekürzte Lesung – mit Klick zur Hörprobe surfen

Bei einer Gesamtdauer von etwa 16 Stunden — es handelt sich um die ungekürzte Romanfassung — kommt nie auch nur für einen Moment Langeweile auf, da jeder einzelne Charakter von Sissy Höfferer auf eindringliche Weise so dargestellt wird, wie es zur Geschichte passt. Auch der Schalk, der an vielen Stellen durch die Handlung blitzt, wird von ihr im genau richtigen Maß verkörpert. Wer sich dieses Hörbuch gönnt, macht unter Garantie keinen Fehler!


Fazit

Wirkliche Abenteuerromane sind meiner Wahrnehmung nach in den letzten Jahren rar geworden. Mit „Zorro“ ist Isabel Allende jedoch ein derartiges Glanzstück gelungen, dass man sich ernsthaft fragen darf, warum dieses Genre nicht mehr so beliebt zu sein scheint. Wie schon erwähnt besticht der Roman durch faszinierende Charaktere, die so liebevoll gezeichnet werden, dass die Bösewichte einen bis in den von Albträumen zerrütteten Schlaf und die Helden bis in die gloriosesten Tagträume hinein verfolgen. Gleichzeitig spielt er in einer Zeit, in der die Welt noch so groß und weit war und so viel zu entdecken bot, dass eine Reise fast von allein zu einem Abenteuer geriet — ob man wollte oder nicht. Diese Lust am Entdecken, an der Vorfreude und gleichzeitig Angst vor der Überraschung, die hinter jedem Winkel lauerte, hat Isabel Allende mit großem Geschick eingefangen und auch dem heutigen Leser so anmutig präsentiert, dass man sich mit fast kindlicher Faszination von ihr in diese Welt voller Wunder entführen lässt. Und die Reise ist es wert. Darüber hinaus ist Isabel Allende das schier Unmögliche gelungen: Sie hat aus der Vielzahl sich teils widersprechender Legenden um die Figur Zorro eine zusammenhängende und stimmige Geschichte gewoben, die für alle seine späteren Fähigkeiten, für seinen Gerechtigkeitssinn, kurz: für seinen gesamten Charakter eine plausible Erklärung bietet. Allein deshalb lohnt es sich, den Roman zu lesen, denn alle Kindheits-Mythen bezüglich dieses Wild West-Robin Hoods fügen sich danach wie die Teile eines Puzzles zu einem größeren Ganzen zusammen.


verfasst von Solera1847

Private Readers Buchtipp KW29: Die Henkerstochter und das Spiel des Todes

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Virginia sagt darüber:

„Fesselnd, authentisch und mit lebhaften Charakteren, die überzeugen und für sich einnehmen. Ich war total überrascht, kenne ich doch schon einige historische Autoren, aber noch nicht den Wahlmünchner Oliver Pötzsch. Er gehört für mich definitiv zu den oberen 10, denn er schafft es, Geschichte mit Fiktion perfekt zu vermischen ohne dabei an Spannung oder Plotfestigkeit zu verlieren. Johannes Steck holt schlussendlich alles aus der Vorlage heraus, was geht. Eine Wahnsinns-Kombo. Das bleibt nicht mein letzter Pötzsch unter Stecks’s Stimme. Ich freue mich schon sehr auf die Sequel.“

 


Lass Dich von der Hörprobe überzeugen!

Klappentext
In Oberammergau herrscht kurz vor Pfingsten 1670 helle Aufregung. Bei den Proben zum berühmten Passionsspiel wird der Christus-Darsteller tot aufgefunden. Er wurde gekreuzigt. Der Schongauer Henker Jakob Kuisl und der Bader Simon Fronwieser werden um die Aufklärung des Todesfalls gebeten, doch sie stoßen auf eine Wand des Schweigens. Als ein weiterer Darsteller den Märtyrertod stirbt, glauben die Dorfbewohner an eine Strafe Gottes und wollen erst recht nicht mit den beiden Fremden reden. Erst als Kuisls Tochter Magdalena in Oberammergau eintrifft, stoßen sie auf eine Spur des Mörders, die sie tief ins Gebirge führt.

{GEHÖRT & HÖRTIPP} Monster 1983

Bild via ivarleonmenger.de

Bild via ivarleonmenger.de

Multitalent Ivar Leon Menger ist bereits mit der 2. Staffel von Monster 1983 beschäftigt und das ist auch gut so! Sogar SEHR gut! Denn es ist das beste Suspense Hörspiel, das ich bisher hören durfte. Wer den alten Stephen King vermisst, wird in dem gebürtigen Darmstädter Ivar Leon Menger seinen neuen Horrorguru finden.

Oregon, Sommer 1983 – eine Serie mysteriöser Todesfälle rüttelt das Küstenstädtchen Harmony Bay aus seinem friedlichen Schlaf. Sheriff Cody, den es nach dem Tod seiner Frau dorthin verschlagen hat, wird bereits kurz nach seiner Ankunft zur Pflicht gerufen, denn es geschehen merkwürdige Dinge: Ein Gefangenentransport zerschellt an einer Klippe, ein russischer Spion ist wie vom Erdboden verschluckt und es tauchen immer mehr Leichen auf, die merkwürdige Einstiche im Rücken aufweisen.

Cody und sein Team gehen davon aus, dass die Morde von einem Serienkiller begangen werden, der seine Opfer bestialisch im Schlaf ermordet. Doch wer steckt wirklich dahinter? Welches Geheimnis verbirgt der Bürgermeister? Was führen die Regierungsbeamten im Schilde? Und wohin ist eigentlich Sheriff Codys Vorgänger verschwunden?

Bald wird klar: Hinter der idyllischen Fassade des kleinen Küstenörtchens lauert etwas Unheimliches. Dunkle Geheimnisse bahnen sich bedrohlich ihren Weg ans Tageslicht. Und das monströse Treiben, das die verträumte Stadt heimsucht, wird schließlich auch zu Sheriff Codys schlimmsten Albtraum. (Quelle: Klappentext amazon.de)

 

5 von 5

via audible.de

via audible.de

unbedingt hier reinhören!

 

„Schatz, welchen Film schaust du dir an?“, ruft Cristoforo zu mir ins Wohnzimmer rüber. Gemütlich liege ich auf dem Sofa und spiele Angry Birds Pop auf meinem iPhone. „Das ist kein Film!“, antworte ich zurück. „Was sagst du?“ „DAS IST KEIN FILM!“, rufe ich mit Nachdruck noch einmal rüber ins Büro. „Wie? Das ist ein Hörspiel?“ Pause „Krass, ich dachte du siehst dir einen Film an!“ Zitat Ende!

So ist das mit Monster 1983, das Hörspiel hört sich nicht nur an wie ein Film, sondern hält zudem das Kopfkino schön auf Trab. Monster 1983 gefällt mir extrem gut und ich bin ziemlich verschnupft, denn bis die zweite Staffel kommt, dauert es noch ein Weilchen. Voraussichtlich wird die zweite Staffel (gemäss audible) im Winter veröffentlicht. Wie soll man das so lange aushalten? Jetzt wo ich endlich einen adäquaten Ersatz für den Stephen King meiner Kindheit gefunden habe.

Ich weiss man soll nicht vergleichen. Es ist irgendwie nicht gerecht, aber so sind wir Menschen nun mal. Wir assoziieren und urteilen. Somit kommt man nun einfach gut durchs Leben. Auch wenn es um die anspruchsvolle Bücherwahl geht. Und Menger erinnert mit an meinen hoch verehrten Stephen King in seinen „besten“ Jahren.

Bei meiner Recherche zu Ivan Leon Menger bin ich auf dessen Webseite gestossen. Der Mann ist ein Multitalent. Er ist Autor, Werber, Regisseur, Verleger. Wenn er morgen noch eine Kaffeekette eröffnen würde, wäre ich nicht überrascht. Er ist ein Multipotentialist. Er kann vieles und das sogar noch sehr gut, ganz gegen die vorherrschende Erwartung, dass nur der intensiv eingleisig Gebildete es zu was bringen kann.

Ich möchte nicht lange fackeln und mir den Mund fusselig reden, weshalb du dieses Hörspiel kaufen solltest. Ich kann dir nur ans Hörerherz legen, dass dieses Hörspiel extrem spannend, fesselnd und hochprofessionell umgesetzt wurde. Das Hörspiel spricht für sich selbst. Da muss ich nichts schön oder schlecht reden. Ich kann nur sagen, dass ich sehr froh bin, dass ich mir die 1. Staffel gegönnt habe und ich dieses Hörspiel jedem Hörer uneingeschränkt empfehlen kann. Wenn es nicht zu teuer wäre, würde ich es euch allen schenken. Ich glaube, das sagt schon alles aus, oder? ;-)

Monster 1983 von Ivar Leon Menger, audible.de, 10 Std. 56 Minuten, Hörprobe, rezensiert von Virginia

Die Rezension für Menschen mit wenig Zeit: Baba Dunjas letzte Liebe

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Was
Baba Dunja ist eine Tschernobyl-Heimkehrerin. Wo der Rest der Welt nach dem Reaktorunglück die tickenden Geigerzähler und die strahlenden Waldfrüchte fürchtet, baut sich die ehemalige Krankenschwester mit Gleichgesinnten ein neues Leben auf. Wasser gibt es aus dem Brunnen, Elektrizität an guten Tagen und Gemüse aus dem eigenen Garten. Die Vögel rufen im Niemandsland so laut wie nirgends sonst, die Spinnen weben verrückte Netze, und manchmal kommt sogar ein Toter auf einen Plausch vorbei. Während der sterbenskranke Petrov in der Hängematte Liebesgedichte liest, die Gavrilovs im Garten Schach spielen und die Melkerin Marja mit dem fast hundertjährigen Sidorow anbandelt, schreibt Baba Dunja Briefe an ihre Tochter Irina, die Chirurgin bei der deutschen Bundeswehr ist. Und an ihre Enkelin Laura. Doch dann kommen Fremde ins Dorf – und die Gemeinschaft steht erneut vor der Auflösung.

Warum
Weil Sophie Rois diesem Roman erst seinen wahren Charakter einhaucht mit ihrer perfekten Interpretation Baba Dunjas. Wer das Buch liest, verpasst das Beste an dieser auch sonst schon herzerwärmenden Geschichte aus Sicht einer Oma, die man einfach liebhaben muss. Alina Bronsky hat mit Baba Dunja ein kurzes aber intensives Stelldichein verfasst, an das man noch gerne zurückdenkt aufgrund des lieblichen Humors und der eigenbrötlerischen Charaktere.

Wieviel
5 von 5

 

Lese- und Hörprobe

Private Readers Buchtipp KW02/2016: Die Betrogene

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Virginia sagt darüber:

„Zum ersten Mal las ich einen Roman von Charlotte Link, von der ich bis vor kurzem noch glaubte, sie sei eine britische Schriftstellerin. Weit gefehlt, wie ich heute weiss. Die deutsche Autorin schreibt lediglich Geschichten, die vorzugsweise in Grossbritannien spielen. Warum das so ist, muss ich noch recherchieren. Eigentlich ist es ja auch nebensächlich, denn Charlotte Link ist nicht umsonst eine gefeierte Bestseller-Autorin, deren Romane reissenden Absatz finden. Für meinen ersten Link war ich positiv überrascht und ich verstehe, warum viele Menschen gern ihre Romane lesen.
In der Hörbuchvariante wurde ich über die insgesamt 11 Stunden und 56 Minuten gut unterhalten. Etwas unschlüssig bin ich mir über das Genre. Ist es nun ein Thriller oder ein Krimi? Für mich war es eine Mischung, ein Thrimi. Lediglich gegen Ende des Romans, als mir durch die Blume mitgeteilt bzw. durch eigene Überlegungen klar wurde, wer der Mörder sein muss, wurde die Spannung gedrosselt. Ich dachte, wozu jetzt noch fertig hören? Das ist aber auch das einzige, was ich zu bemängeln hatte.“


Klappentext
Es gibt nur einen Menschen, den die Polizistin Kate Linville liebt: ihren Vater. Als dieser grausam ermordet wird, verliert Kate ihren letzten Halt. Da sie dem alkoholkranken Ermittler vor Ort nicht traut, begibt sie sich selbst auf die Spurensuche. Und entlarvt die Vergangenheit ihres Vaters als Trugbild, denn er war nicht der, für den sie ihn hielt.

Virginia hört gerade

 Um ein glückliches Leben betrogen – so fühlt sich Kate Linville, Polizistin bei Scotland Yard. Kontaktscheu und einsam, gibt es nur einen Menschen, den sie liebt: ihren Vater. Als dieser in seinem Haus grausam ermordet wird, verliert Kate ihren letzten Halt. Da sie dem alkoholkranken Ermittler vor Ort nicht traut, macht sie sich selbst auf die Spur dieses mysteriösen Verbrechens. Und entlarvt die Vergangenheit ihres Vaters als Trugbild, denn er war nicht der, für den sie ihn hielt.

Private Readers Buchtipp KW01/2016: Der Opiummörder

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Virginia sagt darüber:

„Aha! Ich liebe historische Romane. Aber nur wenn sie glaubwürdig sind. Als militante Iny Lorentz Fraktion Gegnerin und deren Histo-Trash-Genre bin ich immer auf der Suche nach historischen Romanen, in denen z.B. das Wort „Baby“ ganz sicher NICHT vorkommt (Sorry Iny Lorentz!). Kleinkind, Bündel, aber sicherlich nicht Baby.

Nun bin ich auf den ersten Krimi gestossen mit historischem Hintergrund. Der Klappentext war spannend. Mal was anderes als immer die ewigen Äbtissinnen, Kreuzritter und Inquisitoren. Und so kam ich zum Opiummörder von David Morrell. Die Geschichte ist überschaubar, das Kopfkino in viktorianischer HD Qualität unterhaltsam. Sicherlich kann man das Haar in der Suppe finden. Aber es ist ein elegantes Hörbuch mit toller Umsetzung: eingängige Charaktere und Erich Räukers „Opa lies mir noch was vor“ Stimme. Ich finde es hörenswert.“

 

Klappentext
1854, London: Ein grausamer Ritualmörder versetzt die ganze Stadt in Angst und Schrecken. Detective Shawn Ryan verdächtigt den opiumsüchtigen Schriftsteller Thomas de Quincey. Mit seiner Abhandlung „Der Mord als eine schöne Kunst betrachtet“ hatte dieser kurz zuvor einen Skandal ausgelöst und seinen Ruf als Enfant terrible gefestigt.
Als sich Ryans Verdacht als falsche Fährte erweist, schließen sich die beiden zu einem kongenialen Ermittlerpaar zusammen. Schon bald führen ihre Nachforschungen in höchste politische Kreise und in die Schattenwelt des Opiumschmuggels.

Hörspieltipp: MONSTER 1983

MONSTER 1983 hat mich vom Hocker gehauen! Es kredenzt dem Hörer einen wunderbaren Flashback ins die 80er Jahre. Ein bisschen erinnerte mich das Hörspiel an Stephen King Verfilmungen. Die Hörspielsprecherliga gibt sich in diesem von audible Studios geschaffenen Werk die Klinke in die Hand. Andreas Fröhlich, Luise Helm, David Nathan (vor allem bekannt als Hörbuchsprecher der Stephen King Romane) und viele andere geben diesem atemberaubendem Hörspiel den professionellen Touch, den man sich als Hörspielliebhaber wünscht.

Die Geräuschkulisse erinnert an eine TV Serie. Als Cristoforo per Zufall aus seinem Büro mithören konnte, hat er mir zugerufen, ob ich mir eine Serie im TV ansehe. Ich glaube, das spricht schon für sich!

Hör doch mal rein! Du wirst nicht enttäuscht werden!

Monster 1983: Die komplette Staffel: HIER REINHÖREN!
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