Buchtipps zur WM (#3 von 10)

WM Buchtipp #3: Matchplan – Die neue Fussball-Matrix

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Die Zukunft des Fußballs beginnt jetzt. Lange wurde die Digitalisierung des Fußballs nur behauptet, inzwischen ist sie Wirklichkeit geworden. Wir können nun Glück und Pech im Fußball berechnen, die Leistung von Spielern besser bewerten und messen, was wirklich zum Sieg führt. Der Wettlauf im internationalen Fußballgeschäft ist auch einer zwischen den Großen mit den vollen Kassen und den Außenseitern, Nerds oder Regelbrechern, die mit ganz eigenen Ideen dem Fußball überraschende Impulse geben. Wer in diesem Wettlauf mithalten will, braucht einen Matchplan, und das nicht nur im nächsten Spiel.

Christoph Biermann hat sich inmitten dieser disruptiven Umwälzungen begeben, hat mit Wissenschaftlern, Trainern, Managern, Scouts und Psychologen in den großen deutschen Vereinen gesprochen, reiste nach England, Dänemark sowie in die USA und entdeckte den Fußball von heute noch einmal ganz neu.

»Ein Buch voller aufregender Ideen und Innenansichten darüber, was wir heute über Fußball wissen. Das spannendste Buch in einer spannenden Zeit des Fußballs.« Thomas Hitzlsperger

Weird Books: Make your own sex toys 😂

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Gibt es so tatsächlich auf amazon. Uns fehlen die Worte……wir können nur mutmassen, was da in das Loch im Kürbis rein soll….

Must-Haves: Das Literatur-Buch vom Dorling Kindersley Verlag

Der Dorling Kindersley Verlag hat sie alle: ob Psychologie, Geschichte und Literatur! Die Bücher kommen immer im selben Format und sind toll zu lesen. Auch ein Buch, das man sich getrost ins Badezimmer stellen kann, um bei anderen wichtigen Geschäften nebenbei noch was zum Lesen zu haben.

……haben muss :-D

Virginia hört gerade

Fürsorgliche Eichhörnchen, treu liebende Kolkraben, mitfühlende Waldmäuse und trauernde Hirschkühe – sind das nicht Gefühle, die allein dem Menschen vorbehalten sind? Der passionierte Förster und Bestsellerautor Peter Wohlleben lehrt uns das Staunen über die ungeahnte Gefühlswelt der Tiere. Anhand neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse und anschaulicher Geschichten nimmt er uns mit in eine kaum ergründete Welt: die komplexen Verhaltensweisen der Tiere im Wald und auf dem Hof, ihr emotionales und bewusstes Leben. Und wir begreifen: Tiere sind uns näher, als wir je gedacht hätten. Faszinierend, erhellend, bisweilen unglaublich!

(Klappentext)

Virginia hört gerade

 
Bei vielen Menschen geht im Lauf des Erwachsenenseins das Träumen, die naive Begeisterung, flöten. Sie sterben mit 37, bevor sie mit 87 begraben werden. Sie haben aufgehört, die Schönheit der Welt zu sehen. Sie haben aufgehört, die Chancen zu nutzen, die das Leben bietet. Sie haben aufgehört, die Nase neugierig in den Wind zu halten.

Das Buch zeigt Ihnen, wie Sie mehr von dem tun, was Ihnen wirklich wichtig ist. Vergessen Sie dabei Planung und Disziplin, denn dass ein spannendes und glückliches Leben planbar ist, ist ein Märchen. Dazu sind wir Menschen zu unterschiedlich und die Umstände, in denen wir leben, zu wandelbar. 

Um im Meer der Möglichkeiten den richtigen Kurs zu finden, helfen fünf zentrale Fragen. Stellen Sie sich den fünf Fragen aus diesem Buch, schalten Sie Ihre persönlichen Geht-nicht-Saboteure aus und erleben Sie, dass immer viel mehr geht, als man denkt. Das Leben genießen, Träume verwirklichen, verrückte Ideen umsetzen geht nicht? Lassen Sie sich überraschen! ~ Klappentext

{GELESEN} Exodus: Warum wir Einwanderung neu regeln müssen von Paul Collier

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Jeder Bürger sollte sich eine echte und eigene Meinung über das riesengrosse Thema Masseneinwanderung bilden und sich nicht von der Marketing Maschinerie der EU beeindrucken lassen. Darum kann ich dieses Buch nur wärmstens empfehlen.

Vor ein paar Wochen führte ich ein heisses Gespräch mit einem Lieferanten Namens David in der Firma, in der ich arbeite. Er sagte, dass er mit zwei Ausländern zusammenarbeite, die sich im Büro ständig lauthals unterhalten würden. Dies sei ja typisch „für diese Art von Ausländer“. Er ärgerte sich blau und grün und schimpfte über das „unangebrachte“ Verhalten der „ausländischen Mitarbeiter“. David denkt, dass sowas unter Schweizer Angestellten nicht vorkommt. Da musste ich ihm dann echt endlich ins Wort fallen und zurechtweisen, denn wo ich arbeite, befinden sich ausschliesslich nur Schweizer. Darunter eine junge Frau (ca. 22 Jahre), die ständig Aufmerksamkeit fordert. Ihre narzisstische Art führt dazu, dass sie weder ruhig diskutieren, noch auf die Bedürfnisse ihrer Arbeitskollegen (inklusive mich) annähernd eingehen kann und eigentlich den ganzen Tag wie eine Katze miaut und Geräusche (Quieken und Piepsen) von sich gibt. Ja, sie ist wirklich eine Schweizerin und die Arbeitskollegen (auch Schweizer), die dem Gruppendruck nicht standhalten können, machen ihre Scherze jeden Tag aufs Neue mit. Aus Anstand (Schweizer haben durchaus auch Anstand) sagen sie lieber nichts und fressen ihren Ärger in sich hinein (auch eine Schweizer Eigenschaft). Selbstverständlich ist das oben Geschriebene etwas überspitzt formuliert. Aber genau in dieser Art und Weise habe ich David zurechtgewiesen. Danach war das Thema vom Tisch.

Für mich ist die Frage, ob man die Einwanderung neu regeln muss erst mit der EU entstanden. Die Europäische Union versucht mit allen Mitteln das Thema anzuheizen. Die Schweiz hat v.a. während der 60er und 70er durch die Emigranten wirtschaftlich stark profitiert. Zudem wirkte sich der kulturelle Austausch auf meine Entwicklung sehr positiv aus. Die Frage also sollte eher lauten, warum versucht die EU mit allen Mitteln das Thema anzuheizen? Und warum schreibt ein Professor ein Buch darüber?

 

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Gemäss dem Professor für Ökonomie und Direktor des Zentrums für afrikanische Ökonomien an der Universität Oxford, dem Autor Paul Collier, müsse man die Einwanderung neu regeln. Für diese These eröffnet er einige einleuchtende Argumentationen. Darin geht er auch auf die viel diskutierte Frage ein, wer nun von der Masseneinwanderung profitiere. Die Einwanderer, das Land, in dem sie einwandern oder das Land aus dem sie auswandern. Auch auf die Frage über den Sinn eine Nationsstärkung und den daraus resultierenden Umgang mit Ausländer geht der Autor tiefgehend ein. Er bringt auch Beispiele über das Leben in anderen Länder, um klarzumachen, dass man die Beweggründe der Einwanderer erst verstehen müsse, um sich ein Bild zu machen. Auch über die Vorteile und die Risiken von Pro-Ausländer und Ausländerhasser wird berichtet. Und wie sie sich während die Masseneinwanderung zum akuten Thema wird, als Retter der Nation aufzuspielen versuchen. Zudem nennt er Beispiele, wie man eine Nation entwurzeln kann.

Als ich das Buch im Buchregal sah, musste ich sofort an die total überdrehte Dokumentation Eine unbequeme Wahrheit mit Al Gore, dem missglückten Wahlkandidat für die USA-Präsidentschaftskandidatur, denken. Zum Glück ist „Exodus“ dann doch ein wenig bodenständiger und realistischer in seiner Ausführung. Die Argumentationen des Autors sind stets interessant und immer nachvollziehbar. Auch wurden alle Aspekte durchleuchtet und gut verständlich aufgeführt. Man merkt schnell, dass das Buch von einem erfahrenen Professor geschrieben wurde, der weiss, was er von sich gibt. Zum Teil erinnerte mich das Buch auch an das EU-kritische Buch Europa braucht den Euro nicht von Thilo Sarrazin. Denn ob man mit den zwanghaften Versuch der EU, das Thema Masseneinwanderung anzuheizen, einverstanden ist oder nicht, so lässt das Buch den Leser doch ernsthaft über das Thema nachdenken. Was dazu führen dürfte, dass viele Leser  die eigene Meinung evtl. etwas revidieren. Was ich lediglich ein wenig vermisste, waren die Aspekte der Auswanderer selbst. Ich finde es sehr wichtig, vor allem in einem solchen Buch, auch die menschlichen Aspekte zu behandeln. Denn das Buch basiert vor allem auf Fakten, Statistiken und Diagrammen und nur ein wenig aus menschlichem Inhalt. Auch war ich persönlich nicht immer gleicher Meinung mit dem Autor, vor allem was ein nationalistischer Zusammenhalt bewirken würde. Aber da muss jeder selber für sich entscheiden, wo und wie der Autor Recht hat.

Jeder Bürger sollte sich eine echte und eigene Meinung über das riesengrosse Thema Masseneinwanderung bilden und sich nicht von der Marketing Maschinerie der EU beeindrucken lassen. Darum kann ich dieses Buch nur wärmstens empfehlen.

Exodus: Warum wir Einwanderung neu regeln müssen von Paul Collier, Siedler Verlag,  320 Seiten, Leseprobe, rezensiert von Cristoforo

{GELESEN & BUCHTIPP} Die granulare Gesellschaft: Wie das Digitale unsere Wirklichkeit auflöst von Christoph Kucklick

Bild via nextmedia-hamburg.de

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Wer sich gerne über Themen wie Datenschutz, Geheimdienste oder den Umgang von Verkaufsfirmen mit digitalen Menschendaten informieren und sich dabei eine fundierte Sichtweise aneignen möchte, sollte bei diesem Ullstein Hardcover Sachbuch zuschlagen. Aber Achtung, hier gilt: das Buch ist nichts für Paranoiker!

„Unter Granularität verstehen Computerwissenschaftler das Mass der Auflösung, die Präzision von Daten; je feinkörniger, desto granularer.“ (Zitat aus dem Buch)

Stell Dir unsere Welt in der Gegenwart vor: viele Menschen, wie Du, sitzen vor dem PC, Tablet oder Smartphone, bestellen online und bewerten ab und zu auch die Produkte. Auf Facebook teilst Du mit Freunden Deine Vorlieben, die auch ab und zu mit „ich mag das“ angeklickt oder vielleicht sogar noch kommentiert werden. All das geschieht nicht mit Konsequenzen, die sich verdeckt im digitalen Hintergrund abspielen. Alle Bestellungen, alle Käufe, alle „ich mag das“-Klicks etc. werden auf riesigen Servern abgespeichert, um sich ein Profil der Person zu verschaffen, die sich dermassen freudig und aktiv im Internet engagiert. Bitte vergiss auch nicht die Geheimdienste wie die NSA. Die Datensammlung erfolgt vermeintlich unsichtbar und hinterlistig, bereits beim Besuch einer Internet-Site oder bei einer Sucheingabe auf Google.

So werden wir zum gläsernen Menschen oder wie der Autor es nennt: Homo granularis. Viele Firmen und auch die Geheimdienste arbeiten mit komplexen Computer Programmen, die durch die Verwendung von Algorithmen praktisch wie ein Orakel die Zukunft vorhersagen können. Was werden wir tun, was werden wir kaufen, wie kann man den Menschen beeinflussen und zum Handeln bewegen usw. Und für immer genauere Vorhersagen benötigt die Software immerzu noch mehr Daten, was auch eine höhere Datenauflösung (grössere Menge and Daten) mit sich bringt. Aber nicht nur Geheimdienste nutzen derartige Software, auch Spielcasinos, Versicherungen, Online-Shops oder die Polizei. Auch im medizinischen Sektor werden genaue Patientendaten gesammelt, was dazu führt, dass man für jeden einzelnen Patienten massgeschneiderte Therapien mit besserem Heilungsergebnis sicherstellen kann. Auch Banken oder Kreditkartenfirmen eruieren, aufgrund des Kaufverhaltens von Kunden, eine versteckte Bonität im digitalen Hintergrund. PCs waren von Anfang an die Maschinen der Regierung und Werkzeuge zur Verwaltung aber auch die Schöpfer vom Abbild jedes einzelnen Bürgers: mit unseren Daten, dem neuen Rohstoff. Anhand der Daten werden Menschen sortiert, diskriminiert und kontrolliert. Und das bereits schon heute.

 

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die granulare gesellschaft
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Am Anfang (ich spreche über die ersten Debatten in den Medien über die AGBs von Facebook vor ein paar Jahren) wollte ich nicht glauben, welche Auswirkung Datensammlung haben könnte. Auch ich benütze seit Jahren täglich mein iPhone, surfe im Internet, recherchiere auch über neue Bücher und bestelle ab und zu online. Mir ist auch klar, dass Firmen wie Amazon meine Kundendaten sammeln, um mir zugeschnittene Angebote zu unterbreiten. Manchmal falle ich auf die Masche rein. Was mich ein wenig beunruhigt, sind eher die damit einhergehenden Machtansprüche der Politiker, die ihr manipulatives Handeln zugunsten der Volkswirtschaft rechtfertigen. Denken wir nur schon an den Kauf der deutschen Regierung von gestohlenen Bankdaten oder den Bundestrojaner, der angeblich auf jedem PC hausen soll. Solche Themen sind unheimlich spannend, können aber regelrecht beunruhigen.

Der Autor dieses spannenden Sachbuches, Christoph Kucklick (promovierter Soziologe und Chefredakteur bei der beliebten Zeitschrift GEO), schreibt auch über die Vorteile der digitalen Datensammlung. Ich persönlich, als Fan von guter Science Fiction wie 1984 von George Orwell oder dem aktuelleren Roman SCORE von Martin Burckhardt, habe die sachlichen Ausführungen von Christoph Kucklick regelrecht verschlungen. Man muss solche Bücher auch ganz klar mit einer gesunden Skepsis lesen. Dennoch leuchten die erörterten Themen in diesem Sachbuch durchaus ein und machen es aus meiner Sicht zu einer klaren Leseempfehlung für jeden mündigen Bürger.

Die granulare Gesellschaft: Wie das Digitale unsere Wirklichkeit auflöst von Christoph Kucklick, Ullstein Hardcover, 272 Seiten, Leseprobe, rezensiert von Cristoforo

{GELESEN & BUCHTIPP} Anleitung zur Schwerelosigkeit: Was wir im All fürs Leben lernen können von Chris Hadfield

chrissy

Für Fans „echter Science“ Fiction ein MUSS! Viele, sehr viele Aspekte (technische wie auch psychologische) werden in diesem Buch erstmals von einem Astronauten direkt und ungeschönt erörtert.

Als Kind baute ich mit Vorliebe Raketen aus Legosteinen. Ich bastelte Raketen aber auch aus ausgebrannten Feuerwerkskörpern (nach der Nationalfeier am 1. August). Ins Schulmalbuch malte ich sehr oft bunte Raketen. Eigentlich war ich als Kind von Raketen fasziniert, doch Astronaut wollte ich nie werden. Die Vorstellung, von einem technischen Raumanzug abhängig zu sein, macht mir bis heute noch Angst. Dennoch bin ich von Astronauten fasziniert. Chris Hadfield wurde v.a. durch seine Interpretation von David Bowie’s „Space Oddity“ bekannt (siehe Video unten).

Am 28. Januar 1986 startete die letzte Challenger (STS-51-L) mit ihrer Besatzung Richtung Weltraum. Zum 150-jährigen Jubiläum von Texas und dem 25-jährigen Jubiläum der NASA hätte das Besatzungsmitglied und Astronaut Ronald Erwin „Ron“ McNair während dieser speziellen Mission (im Weltraum) einen Song aus Jean Michel Jarres (meinem Lieblingsmusiker) Album „Rendez-Vous“ auf seinem Saxophon spielen sollen. Doch alles sollte anders kommen und so geschah es, dass 73 Sekunden nach dem Start die Challenger zum Feuerball wurde und explodierte. Die Trägerraketen lösten sich und bildeten, umgeben von heissen Dampfwolken, ein feuerwerkähnliches Bild am Himmel. Alle 7 Besatzungsmitglieder starben an diesem Tag durch diese Explosion, sie alle hatten keine Chance zu überleben.

Bei einer Geschwindigkeit von 28 000 Km/h sich als übergrossen Würfel (Raumanzug) durch einen Kreis (Ausgangsluke) drücken: in etwa dieser Art und Weise erklärt der ehemalige kanadische Astronaut Chris Hadfield, wie er die Raumkapsel das erste Mal verliess, um im Weltall spazieren zu gehen. Doch der Weg zum ersten Weltraumflug war holprig und schwierig. Seine Laufbahnkarriere als Astronaut begann er bereits im Alter von 9 Jahren. Am 20. Juli 1969 verfolgte (nebst Chris Hadfield) die gesamte Menschheit die erste bemannte Mondlandung der NASA am Fernseher. Diese wundervolle Tat der NASA war der Wendepunkt in Hadfields Leben. Er schaute nach der geglückten Mondlandung hinauf zum Mond und wusste sofort, dass er eines Tages Astronaut werden wolle. Es bedurfte jedoch einige entscheidende Zufälle und Glücksmomente in Hadfields Laufbahn, damit er seinen Traum verwirklichen konnte. Doch Zufall und Glück alleine reichten natürlich nicht aus. Viel Übung und Vorbereitung ist notwendig, um als waschechter Astronaut (Weltraumtouristen, die sich für viel Geld eine Reise in den Weltall leisten können, sind keine Astronauten!) an einer Weltraummission teilnehmen zu können.

Es sind Jahre immenser Anstrengungen notwendig, da man sich ständig den aktuellsten Wissensfundus erarbeiten, seine Fitness verbessern und das technische Know-How ausbauen muss. Und… man muss lernen, wie ein Astronaut zu denken. Und diese Denkweise muss jahrelang antrainiert werden, denn sie muss den instinktiven Umgang mit den persönlichen Ängsten und Phobien (Chris Hadfield leidet unter akuter Höhenangst) gänzlich „ersetzen“. Man muss lernen, Probleme vorauszusehen, um sie zu vermeiden und in kritischen Situationen sinnvoll zu reagieren. Der Aufenthalt im Weltraum ist ja nicht ohne. In der Raumkapsel degeneriert der Körper, ohne die Belastung durch die Schwerkraft (Muskeln und das Skelett bauen sich ab und die Sehkraft lässt nach) von der ersten Sekunde an. Man beginnt Kalzium auszuscheiden (im Urin) und und und…

 

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Von diesem Buch erwartete ich keine Bilder oder Weltraumfotos, wie man sie in anderen Büchern über Astronauten vorfindet. Vom Inhalt des Buches erwartete ich eigentlich nur eines: so viel Wahrheitsgehalt wie nur möglich. Wie oft musste ich in TV-Interviews mit Astronauten mitanhören, wie toll und heldenhaft ihre Taten doch schlussendlich seien. Jetzt kommt ein Buch eines Astronauten daher, das im Grunde besagt, dass sich jedermann die Astronautentechniken aneignen kann. Schliesslich lernt ein Astronaut erst während seiner langen und harten Ausbildung, wie ein Astronaut zu denken. Der Inhalt dieses Buches geht so weit, dass er mir sogar die Angst vor den Anzügen und Raumkapseln ein wenig nehmen konnte. Nicht, dass ich mich jetzt gleich für eine Ausbildung als Raumfahrer bewerben würde. Nein, dann bleibe ich doch lieber mit beiden Füssen auf der Erde.

Aber ich muss gestehen, dass ich mich nach dem Lesen des Buches doch ein wenig wachgerüttelt fühlte, denn das Buch ist nicht eine schiere Aneinanderreihung von technischen Erklärungen zu NASA-Missionen. Vielmehr bietet es einige tiefe Einblick in die Psyche eines Astronauten, auch in dessen Privatleben. Nur in einem Punkt bin ich mit Chris Hadfield nicht einer Meinung. Er behauptet, Astronauten seien keine Helden. Ich lehne diese Meinung ab. Jetzt noch mehr als vor dem Lesen des Buches. Astronauten sind DIE Helden, bedenkt man, wie sie Probleme angehen, meistern und auch lösen. Das Durchhaltevermögen und die Disziplin, die ein Astronaut mitbringen muss, lässt die Ausbildung zum Bachelor als Waldspaziergang erscheinen. Wer will sich schon als grossen Quader durch eine Runde Luke drücken? Und wer will schon sechs Monate auf der Raumstation ISS verbringen, im Wissen, dass er sich danach genauso lange auf der Erde rehabilitieren muss? Wer will schon mit ständigem Achterbahngefühl im Körper durch die Schwerelosigkeit schweben? Es sind Helden, genannt „Astronauten“.

Anleitung zur Schwerelosigkeit: Was wir im All fürs Leben lernen können von Chris Hadfield, Heyne Verlag, 368 Seiten, Leseprobe, rezensiert von Cristoforo

Private Readers Buchtipp K23: Anleitung zur Schwerelosigkeit: Was wir im All fürs Leben lernen können

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Cristoforo sagt darüber:

„Für Fans „echter“ Science Fiction ein MUSS! Viele, sehr viele Aspekte (technische wie auch psychologische) werden hier erstmals von einem Astronauten direkt und ungeschönt erörtert.  „

 

Klappentext
Millionen haben das Video gesehen, in dem der Astronaut Chris Hadfield singend und Gitarre spielend durch die Raumstation ISS schwebt. Fasziniert schauen die Menschen seither nach oben: Wie verändert der Blick aus 400 km Höhe die Sicht auf unser Leben?

Chris Hadfield nimmt uns mit in schwindelerregende Sphären: Er erzählt von riskanten Manövern und von der Kunst, stets auf das Schlimmste vorbereitet zu sein und zugleich an das Unmögliche zu glauben. Chris Hadfield ist neun Jahre alt, als er im Juli 1969 die Mondlandung live im Fernsehen verfolgt. Augenblicklich weiß er, was er werden will: Astronaut! Mittlerweile hat er an die 4000 Stunden im Weltraum verbracht und gehört zu den erfahrensten Raumfahrern der Welt – zuletzt als Kommandeur der internationalen Raumstation ISS. Jetzt nimmt er uns mit in den Weltraum: Wir erfahren, wie man überhaupt Astronaut wird (für alle, die den Traum noch nicht aufgegeben haben), was man dafür alles können muss (u.a. Schwimmen!, Toiletten reparieren), wie sich der erste Raketenstart anfühlt (als säße man in einem Container, der von einem riesigen LKW gerammt wird) und was man beim ersten Raumspaziergang beachten muss.

Eine realistische, humorvolle, aber auch demütige Liebeserklärung an das Leben auf der Erde und die Wunder des Universums, die uns zeigt, wie viel Bodenhaftung man braucht, um abheben zu können.

{GELESEN} Live aus China: Mein Leben im Reich der Mitte von Barbara Lüthi

babsi

Ich denke, dass jeder Europäer dieses Buch lesen sollte. Falls du der Meinung bist, alles richtig  machen zu wollen, dann dürftest du wohl oder übel KEINE Elektronik oder in China produzierte Ware mehr kaufen. So zumindest denke ich noch stärker nach der Lektüre von Barbara Lüthis‘ Einblick in das Finanzreich der Mitte. Doch ist das überhaupt möglich, wenn man bedenkt wie abhängig sich die Schweizer Wirtschaft gemacht hat?

Ich war einmal in einer mehr oder weniger renommierten Schweizer Firma für die IT- und Zubehörverteilung an Businesskunden tätig. Spezialprodukte wie Verteiler oder Switches wurden direkt in China produziert (die Firma führt ein eigenes Büro in China). Oft gab man damit an, wie günstig das Produzieren von IT-Produkten in China doch sei. Man wolle jedes Jahr mehr Profit machen. Auf Fragen mit Bezug zu Kinderarbeit und Umweltverschmutzung hat sich die Geschäftsleitung immer meisterlich bedeckt gehalten. Man muss jedoch erwähnen, dass diese besagte Firma als eine der teuersten im Schweizer IT-Sektor gilt. Warum ich das schreibe? Weil ich nie in China gewesen bin und ich für eine wohlhabende Schweizer Firma gearbeitet habe, die viele Eigenmarken-Produkte äusserst kostengünstig in China (auch heute noch) produzieren lässt und bei Wachstumsdefiziten Ende Jahr einfach die Bonis der Mitarbeiter kürzt, obwohl diese die geforderte Leistungen stets erbracht haben.

Die Schweizer Fernsehjournalistin und Chinakorrespondentin des Schweizer Fernsehens (SRF) Barbara Lüthi nimmt uns in ihrem Buch auf ihren langjährigen Aufenthalt in China (Peking und Hongkong) mit.

China befindet sich in Aufbruchstimmung, wirtschaftlich zumindest, denn China will Wirtschaftsweltmacht Nummer Eins werden. Und dies geschieht oft nur „auf Biegen und Brechen“. Mit der Hammermethode vertreibt der chinesische Staat oft Bewohner aus ihren Häusern, um Wirtschaftszentren aus dem Boden zu stampfen. Doch die Hammermethoden der Regierung drängen sich auch den In- und Auslandskorrespondenten auf, die vorgelegt bekommen, was sie wie und wann zu berichten haben. Bei der Zensur der Berichterstattung und im Internet vollführt Chinas Regierung jedoch einen Spagat, bei dem es abzuwägen gilt, wie viel Freiheiten dem chinesischen Volk dennoch zusteht.

Es gäbe sogar Internet-Foren, in welchen eine Art von Meinungsfreiheit herrsche. Dort würden auch korrupte Beamten vorgeführt, was in der Vergangenheit sogar zu erfolgreichen Verhaftungen geführt hat. Was jedoch nicht zur Bekämpfung der Korruption des kommunistischen Staates an seiner Wurzel führt. Die Zensur der Regierung führte sogar dazu, dass Taxifahrer die Fensterkurbeln ihrer Taxis abmontieren mussten, damit Fahrgäste keine Propaganda-Flyer gegen die Regierung aus den Taxis werfen können. Der Umgang des Staats mit dem Wirtschaftsboom lässt auch viele Fragen über den Sinn ihres Handelns offen. So sei die Luft in den Grossstädten dermassen stark verschmutzt, dass man oft nicht allzu weit sehen kann. Ein gelber Schleier hänge früh morgens bereits in der Luft. Die Wasserqualität Chinas (regionale Flüsse), auf die vor allem die Bauern und die eher finanziell schwache Landbevölkerung angewiesen sind, lassen ein hohes Alter in der Bevölkerung erst gar nicht zu. Viele Chinesen erliegen bereits in jungen Jahren den Erkrankungen der Verschmutzung. Doch viele weitere Infos findest Du im Buch.

 

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Die Recherchen der Schweizer Journalistin erscheinen mir doch recht brutal und negativ, auf den ersten Blick. Doch je mehr ich die geschilderten Tatsachen sacken liess, umso mehr empfand ich Empathie für die chinesische Bevölkerung. Oft kam mir beim Lesen das Vorgehen der Ex-DDR in den Sinn. Ziemlich unmenschlich und brutal, was die chinesische Regierung angeblich so alles treibt. Nach dem Gelesenen grübelte ich länger über die Schweizer Gesellschaft nach. In China leben viele Menschen mit Angststörungen. Der ständige Wechsel und Wandel der Wirtschaft fordert seinen Tribut. Doch auch in der Schweiz nehmen die Angststörungen jährlich zu, denn wir unterstützen aktiv den wirtschaftlichen Boom, auch in China. Wir alle!

Die Kehrseite des Buches ist von mir aus gesehen die Länge. Es scheint ein wenig in der Tradition der Schweizer Autoren zu liegen, kurze und dennoch teure Bücher zu produzieren. Die Kultur Chinas wird zwar angeschnitten und kommt vor allem durch die negativen Punkte zu Geltung, aber man hätte hier etwas ausführlicher berichten dürfen. Das Buch soll ja kein Pro-Schweiz-Marketingbuch darstellen. Schliesslich lebt die Autorin auch in China. Also kann es dort so schlimm auch nicht sein. Hier hätte ich dann doch gerne etwas mehr über die chinesische Mentalität erfahren. Schliesslich heisst das Buch ja „Live aus China“ und nicht „Live von Chinas Wirtschaftssünden“.

Live aus China: Mein Leben im Reich der Mitte von Barbara Lüthi, Orell Füssli Verlag,  208 Seiten, Leseprobe, rezensiert von Cristoforo
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