Private Readers Buchtipp KW34/2016: Dark Wood

PR Buchtipp

Virginia sagt darüber:

„Wer mal wieder Lust auf etwas Nervenkitzel und Abenteuer verspürt, dem könnte Dark Wood gefallen. Dieser Roman aus deutscher Feder vom in Chicago geborenen Thomas Finn ist vielleicht mit der Bezeichnung „Horrorthriller“ etwas fehl platziert, denn wirklichen Horror erlebt der Leser erst gegen Ende des Romans. Trotzdem ist Dark Wood ein unterhaltsamer, lustiger, mit Stereotypen besetzter Plot, der den Leser nicht los lässt und vergnügliche Stunden verspricht.“

Klappentext
Die Handlung: Ein gnadenloser Kampf ums Überleben
Die Schauplätze: Norwegens undurchdringliche Wälder. Ein unheimliches Höhlensystem. Ein geheimes Militärlager aus dem Zweiten Weltkrieg mit Forschungslabor. Ein uraltes Wikingergrab.
Die Charaktere: sechs Angestellte einer Hamburger Werbeagentur, vier Männer, zwei Frauen, die sich nicht besonders mögen. Das TV-Team einer neuen Reality-Show. Ein Verräter. ETWAS, das in den Wäldern lauert: uralt, grausam – und ansteckend!

Virginia hört gerade

Die Handlung: Ein gnadenloser Kampf ums Überleben

Die Schauplätze: Norwegens undurchdringliche Wälder. Ein unheimliches Höhlensystem. Ein geheimes Militärlager aus dem Zweiten Weltkrieg mit Forschungslabor. Ein uraltes Wikingergrab.

Die Charaktere: sechs Angestellte einer Hamburger Werbeagentur, vier Männer, zwei Frauen, die sich nicht besonders mögen. Das TV-Team einer neuen Reality-Show. Ein Verräter. ETWAS, das in den Wäldern lauert: uralt, grausam – und ansteckend!

(Klappentext)

{GEHÖRT & HÖRTIPP} Monster 1983

Bild via ivarleonmenger.de

Bild via ivarleonmenger.de

Multitalent Ivar Leon Menger ist bereits mit der 2. Staffel von Monster 1983 beschäftigt und das ist auch gut so! Sogar SEHR gut! Denn es ist das beste Suspense Hörspiel, das ich bisher hören durfte. Wer den alten Stephen King vermisst, wird in dem gebürtigen Darmstädter Ivar Leon Menger seinen neuen Horrorguru finden.

Oregon, Sommer 1983 – eine Serie mysteriöser Todesfälle rüttelt das Küstenstädtchen Harmony Bay aus seinem friedlichen Schlaf. Sheriff Cody, den es nach dem Tod seiner Frau dorthin verschlagen hat, wird bereits kurz nach seiner Ankunft zur Pflicht gerufen, denn es geschehen merkwürdige Dinge: Ein Gefangenentransport zerschellt an einer Klippe, ein russischer Spion ist wie vom Erdboden verschluckt und es tauchen immer mehr Leichen auf, die merkwürdige Einstiche im Rücken aufweisen.

Cody und sein Team gehen davon aus, dass die Morde von einem Serienkiller begangen werden, der seine Opfer bestialisch im Schlaf ermordet. Doch wer steckt wirklich dahinter? Welches Geheimnis verbirgt der Bürgermeister? Was führen die Regierungsbeamten im Schilde? Und wohin ist eigentlich Sheriff Codys Vorgänger verschwunden?

Bald wird klar: Hinter der idyllischen Fassade des kleinen Küstenörtchens lauert etwas Unheimliches. Dunkle Geheimnisse bahnen sich bedrohlich ihren Weg ans Tageslicht. Und das monströse Treiben, das die verträumte Stadt heimsucht, wird schließlich auch zu Sheriff Codys schlimmsten Albtraum. (Quelle: Klappentext amazon.de)

 

5 von 5

via audible.de

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„Schatz, welchen Film schaust du dir an?“, ruft Cristoforo zu mir ins Wohnzimmer rüber. Gemütlich liege ich auf dem Sofa und spiele Angry Birds Pop auf meinem iPhone. „Das ist kein Film!“, antworte ich zurück. „Was sagst du?“ „DAS IST KEIN FILM!“, rufe ich mit Nachdruck noch einmal rüber ins Büro. „Wie? Das ist ein Hörspiel?“ Pause „Krass, ich dachte du siehst dir einen Film an!“ Zitat Ende!

So ist das mit Monster 1983, das Hörspiel hört sich nicht nur an wie ein Film, sondern hält zudem das Kopfkino schön auf Trab. Monster 1983 gefällt mir extrem gut und ich bin ziemlich verschnupft, denn bis die zweite Staffel kommt, dauert es noch ein Weilchen. Voraussichtlich wird die zweite Staffel (gemäss audible) im Winter veröffentlicht. Wie soll man das so lange aushalten? Jetzt wo ich endlich einen adäquaten Ersatz für den Stephen King meiner Kindheit gefunden habe.

Ich weiss man soll nicht vergleichen. Es ist irgendwie nicht gerecht, aber so sind wir Menschen nun mal. Wir assoziieren und urteilen. Somit kommt man nun einfach gut durchs Leben. Auch wenn es um die anspruchsvolle Bücherwahl geht. Und Menger erinnert mit an meinen hoch verehrten Stephen King in seinen „besten“ Jahren.

Bei meiner Recherche zu Ivan Leon Menger bin ich auf dessen Webseite gestossen. Der Mann ist ein Multitalent. Er ist Autor, Werber, Regisseur, Verleger. Wenn er morgen noch eine Kaffeekette eröffnen würde, wäre ich nicht überrascht. Er ist ein Multipotentialist. Er kann vieles und das sogar noch sehr gut, ganz gegen die vorherrschende Erwartung, dass nur der intensiv eingleisig Gebildete es zu was bringen kann.

Ich möchte nicht lange fackeln und mir den Mund fusselig reden, weshalb du dieses Hörspiel kaufen solltest. Ich kann dir nur ans Hörerherz legen, dass dieses Hörspiel extrem spannend, fesselnd und hochprofessionell umgesetzt wurde. Das Hörspiel spricht für sich selbst. Da muss ich nichts schön oder schlecht reden. Ich kann nur sagen, dass ich sehr froh bin, dass ich mir die 1. Staffel gegönnt habe und ich dieses Hörspiel jedem Hörer uneingeschränkt empfehlen kann. Wenn es nicht zu teuer wäre, würde ich es euch allen schenken. Ich glaube, das sagt schon alles aus, oder? ;-)

Monster 1983 von Ivar Leon Menger, audible.de, 10 Std. 56 Minuten, Hörprobe, rezensiert von Virginia

Cristoforo liest gerade

Abermals legt Stephen King, u. a. Träger des renommierten »O.-Henry-Preises«, eine umfassende und vielseitige Kurzgeschichtensammlung vor. Von den insgesamt 20 Storys wurden bislang erst drei auf Deutsch veröffentlicht. Die Originale erschienen teilweise in Zeitschriften; andere sind bislang gänzlich unveröffentlicht.

Nicht immer blanker Horror, aber immer psychologisch packend und manchmal schlicht schmerzhaft wie ein Schlag in die Magengrube – Geschichten, die uns einladen, Stephen Kings Meisterschaft im Erzählen aufs Neue beizuwohnen, oder, wie er selbst in seinem Basar der bösen Träume ausruft: »Hereinspaziert, ich habe die Geschichten eigens für Sie geschrieben. Aber seien Sie vorsichtig. Bestenfalls sind sie bissig und schnappen zu.« (Quelle: amazon.de)

{GELESEN} Sunset: Storys von Stephen King

Für King Fans gibt es viele Kurzgeschichten-Sammlungen und andere Romane des King of Horror, die qualitativ mit den Hochkarätern wie „ES“ oder „Needful Things“ mithalten können. Wer wirklich verzweifelt auf der Suche ist oder mal etwas Einfacheres von King sucht, kann hier mit etwas Vorbehalt zugreifen. Für mich ist in „Sunset“ viel zu wenig Stephen King drin, darum auch die tiefste Benotung, die ich einem King-Buch jemals erteilt habe.

Dreizehn Kurzgeschichten des Horror-Königs warten in Sunset: Storys auf den Leser. Der Titel und das düstere Cover liessen mich hoffen. Ich dachte oft an Stephen Kings Kurzgeschichten-Sammlung wie „Frühling, Sommer, Herbst und Tod“, die ich vor ein paar Jahren mal gelesen hatte und bei der mich jede einzelne Story in den typischen King Bann gezogen hatte. Doch wie sieht das eigentlich mit „Sunset“ aus? Konnte mich auch dieser Inhalt überzeugen?

Ich werde hier nicht auf jede einzelne Kurzgeschichte des Buches aus dem Jahre 2008 eingehen, denn ein wenig Überraschung muss für den angehenden Leser mit von der Partie sein. Aber über den Inhalt kann ich dennoch ein kleines bisschen ausplaudern:

  • Geister, die auf einen Zug warten,
  • ein Mann, der seine schwangere Freundin verprügelt,
  • ein Überlebender des 9/11-Anschlags (arbeitete damals in den Twin Towers) sieht plötzlich Gegenstände seiner damals in den Towers verstorbenen Arbeitskollegen,
  • eine Killerkatze aus dem Labor, die Menschen tötet,
  • ein verbaler Racheakt endet für einen alten kranken Mann tödlich…

 

2 von 5


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Anfangen tut das Buch… naja… eher öde! Ja, ich fand den Anfang echt öde. Im Stile der achtziger Jahre präsentiert King dem Leser als erstes eine Kurzgeschichte, die A) veraltet und B) auch für achtziger Jahre-Verhältnisse eher öde und oberflächlich erscheint. Es geht dann etwas minder langweilig weiter mit einer Story, die, ähnlich wie in Dolores, von der Rache einer Frau an ihrem Mann handelt. Es gab sogar eine oder zwei kingtypische Qualitätshochs. Ja, die gibt es auch. Aber ich möchte hier nicht zu arg vorgreifen oder dich negativ beeinflussen. Ich finde nur, dass die Qualität der Geschichten sich extrem in Grenzen hält, für meinen persönlichen King Erfahrungsschatz.

So erschien mir die Wundertüte „Sunset“  nach dem Lesen lediglich mit viel Buchstabenluft gefüllt. Ich gehe davon aus, dass King die meisten Storys davon noch irgendwo herumliegen hatte und lediglich einige Ergänzungen gemacht hat, um ein über 400-seitiges Buch daraus zu basteln.

Sunset: Storys von Stephen King, Heyne Verlag, 496 Seiten, Leseprobe, rezensiert von Cristoforo

{GELESEN} Duddits Dreamcatcher von Stephen King

Wer „Tommyknockers“ gelesen hat, kann „Duddits-DREAMCATCHER“ zwar lesen, aber es besteht für diesen Roman keine „Diesen King muss man gelesen haben“-Pflicht. Denjenigen, die Tommyknockers noch nicht gelesen haben, sage ich nur: „Auf was wartest du noch“? Duddits kann getrost warten. Ein King-Fan kann/wird jedoch auch den gut geschriebenen Duddits lesen.

Die Jahrtausendwende… ja, auch ich habe sie miterlebt. Das Internet steckte in den Kinderschuhen, die Handyanbieter stampften wie Spinnen aus Moria ihre Mobil-Funk-Netze aus dem Boden. Und die Wirtschaft drehte wegen der Jahrtausendwende komplett durch, aus Angst, dass PC-BIOS den Wechsel von 1999 auf 2000 nicht schaffen könnte. Und so gaben Firmen und Banken sehr viel Geld für Sicherheitssysteme und neue Computer aus. Auch die neuen PCs warteten mit dem gleichen BIOS-Problem wie die alten auf. Die Lügen der Wirtschaft trugen ein weiteres Mal Früchte. Wenigstens waren die Gemüter der Unwissenden beruhigt und die Jahrtausendkatastrophe blieb aus. Es war eine Zeit des Aufbruchs mit Blick in die Zukunft des neuen Jahrtausends. Ein Ereignis, das die Menschheit verändern würde. Viele freuten sich aus DIE BESONDERE Silvesterparty der Jahrtausendwende. Damals waren Serien wie Akte X hochaktuell.  Und just zu dieser Zeit schrieb King „Duddits – DREAMCATCHER“.

Es gibt Titel, die passen auf ein Buch wie das Pünktchen auf das „i“. Stephen King wollte sein Buch „Duddits“ angeblich zuerst „KREBS“ nennen, doch seine Frau Tabitha fand den Titel abscheulich, weshalb King sich dann für „Duddits – DREAMCATCHER“ entschied. Zum Glück, wie ich finde!

Jonesy, Biber, Pete und Henry verbindet eine tiefe Freundschaft. Die vier Freunde planen einen Jagdausflug in die Wälder von Maine. Während des Ausfluges macht sich Jonesy mit seinem Gewehr auf zur Jagd. Plötzlich hört er ein Rascheln hinter einem Gebüsch. Jonesy kann nicht sehen, was das Geräusch verursacht hat, geht aber davon aus, dass es sich dabei um einen Hirsch handeln muss. Und Jonesy zielt auf das, was er für einen Hirsch hält. Als ein Mann schwankend zum Vorschein kommt, ist Jonesy heilfroh, dass er zum Glück nicht abgedrückt hat. Als der Fremde Jonesy erblickt, wirkt dieser freudig erregt darüber, endlich einen Menschen im Wald anzutreffen. Er habe sich im Wald verirrt, rechtfertigt er sich Jonesy gegenüber und erläutert weiter, er habe sich tagelang nur von Moos und Blättern ernährt. Jonesy nimmt den Mann zur Waldhütte seines Freundes mit.

 

4von5
Duddits

Duddits – Dreamcatcher: hier gehts zur Leseprobe bei amazon.de

 

Der mysteriöse Fremde namens McCarthy klagt über starke Bauchkrämpfe. Ständig stösst er laute Fürze aus, die nach Schwefel, totem Moos und allem anderen als nach normalen Flatulenzen riechen. McCarthy meint, er müsse sich einfach erholen und mal „richtig erleichtern“, dann würden die Bauchkrämpfe aufhören. Als McCarthy sich tatsächlich auf der Kloschüssel in der Waldhütte „richtig erleichtert“, ist das, was bei ihm hinten heraus kommt mehr als ein „grosses“ Geschäft im herkömmlichen Sinne. Als auch noch der Wald und die Umgebung vom Militär als Sperrzone definiert werden, geraten die Freunde in eine verzwickte Lage.

In dieser misslichen Lage erinnern sich die vier Freunde an Duddits, das Kind mit dem Down Syndrom, welches sie vor einer Prügelattacke von wilden Rowdies bewahrt hatten. Vielleicht kann Duddits diese Mal ihnen aus der Patsche helfen?

Stephen Kind in Hochform oder eben nicht… denn King gibt an, zu der Zeit, während der er an diesem Roman schrieb, körperliche Qualen gelitten habe. Diese Beeinträchtigung sei beim Schreiben auch in die Geschichte miteingeflossen. Bereits im späteren Roman Love aus dem Jahre 2006 merkt man King sein Leid auch an. Love hatte er, nach einem Autounfall, im Krankenhaus geschrieben. Ich kann mir gut vorstellen, dass Kings Wohlbefinden sich jeweils auf seine Bücher überträgt. Die Qualitätsschwankungen in Kings Romanen von „genial“ bis einfach „gut“ kann ich mir sonst nicht anders erklären. Während Bücher wie Es oder Wahn echte Geniestreiche darstellen, so dünkt mich, dass andere Romane wie Doctor Sleep oder Duddits einfach Kopien sind. „Duddits“ kann durchaus mit „Tommyknockers“ verglichen werden. Wobei Tommyknockers eine etwas klarere Aufbaustruktur, ähnlich wie sie in Es vorhanden ist, aufweist. Somit ist „Duddits“, aus meiner Sicht, eher einer der mittelmässigeren Bücher Kings.

Selbstverständlich ist die Geschichte ausnahmslos gut erzählt. Trotzdem wirkt der Storyaufbau um die Charaktere herum aufgeblasen. Ständige Handlungswiederholungen zermürbten mich beim Lesen. Oft vermischt King schreckliche Situationen mit Comedy, wie zum Beispiel dem Herumfurzen von McCarthy, was dazu führt, dass die ganze Waldhütte nach Schwefel stinkt. Der komödiantisch dargestellte Zustand führt jedoch zur Katastrophe für McCarthy. Kings Hang zum Amüsement ist auch wieder in „Duddits“ vorhanden. Mit Betonung auf „auch wieder“, denn eine ähnliche Situation finden wir bereits früher Es. Die Anspielungen auf Filme wie „Aliens“ oder „Akte X“ wirken heute ein wenig aufgesetzt, was aber zu seiner Zeit sicherlich den gewünschten Effekt erzielt haben dürfte, da sich die Leser in einer vom Zeitgeist umspielten Geschichte widerfanden. Der Charakter von Duddits selbst, dem Down Syndrom Kind, hat mich dann doch eher genervt. Ich glaube auch nicht, dass die Dialoge von Duddits einem Kind mit dem Down Syndrom gerecht werden.

Duddits Dreamcatcher von Stephen King, Heyne Verlag, 896 Seiten, Duddits, rezensiert von Cristoforo

Cristoforo liest gerade

Vier Männer planen einen harmlosen Jagdausflug in die Wälder von Maine, der schliesslich in einer bizarren tödlichen Bedrohung endet. Kann ihr alter Freund Duddits mit seinen telepathischen Fähigkeiten sie aus dem nicht enden wollenden Albtraum retten? ~ Klappentext von Stephen Kings Duddits

Winter People von Jennifer McMahon

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1.5 von 5

"Ist es ein Thriller, ein Horror- oder ein Fantasy Roman?"

Die Geschichte über Tote, die für eine gewisse Zeit ins Leben zurückkehren dürfen ist an und für sich nichts Neues. Romane wie Frankenstein von Mary Shelley oder Friedhof der Kuscheltiere von Stephen King sind die erfolgreichen Romane in diesem Genre und zeigen auf, wie man als Autor solche Themen angehen kann.

Winter People von Jennifer McMahon verspricht unter anderem genau das, aber ist dabei etwas widersprüchlich. Zuerst dachte ich an eine Horror-Geschichte, doch auf dem Cover steht „Thriller“. Auf dem Klappentext steht eine Kurzfassung, die aber dann doch eigentlich Richtung Horror deutet. Das Coverbild ist auch nicht eindeutig. Mit diesen offenen Fragen begann ich das Buch zu lesen.

Der Roman erzählt die Geschichte in folgenden drei Strängen:

Strang 1: Vermont, West Hall im Jahre 1908
Sara kennt eine Methode, um ihre, durch einen Unfall, verunglückte achtjährige Tochter Gertrud (Gertie), aus dem Tode zurück zu holen. „Die Schlafenden“ könnten während der ersten sieben Tage „geweckt“ werden. Und sie könnten sich während dieser Zeit unter den Lebenden aufhalten.

Strang 2: Vermont, West Hall, in der Gegenwart

Ruthie ist gerade neunzehn Jahre jung, als sie ihre Mutter nicht mehr finden kann. Sie hat sie einfach mit ihrer kleinen sechsjährigen Schwester Fawn im Haus zurückgelassen. Die beiden machen sich auf die Suche nach ihrer Mutter und stossen im Haus auf ein mysteriöses Geheimnis der Eltern.

Strang 3: Vermont, West Hall, auch in der Gegenwart
Katherine ist gerade nach Vermont, West Hall, gezogen und trauert um den Verlust ihres Sohnes und Mannes, der bei seinen Recherchen in Vermont bei einem Autounfall ums Leben kam. Während Katherine nachforscht, stösst sie auf Spuren von Saras Geschichte aus dem Jahre 1908.

Je mehr die Protagonisten nach dem Sinn ihrer Verluste oder sogar nach einer Möglichkeit, ihre lieben Verstorbenen zurück zu holen suchen, umso mehr verstricken sie sich, geraten in einen Strudel, aus dem man nicht so leicht einen Ausweg finden kann.

Wie bereits zu Beginn erwähnt, weiss ich nicht so recht, ob die Geschichte eher in das Horror- oder ins Thriller Genre gehört. Auch das Lesen als solches gefiel mir nicht sonderlich. Für mich waren die Storys über die Charaktere und deren zum Teil dürftigen und egoistischen Beweggründe nicht greifbar. Die zu kurz geratenen Horrorpassagen, die zwischenzeitlich auch an einen Fantasy-Roman erinnerten (um sich dann ein wenig in einen Thriller zu verwandeln), verwirrten mich.

Die Stränge der verschiedenen Zeiten wirken etwas ziellos zusammengebastelt. Es kommt noch hinzu, dass die Charaktere eher flach und oberflächlich beschrieben sind. Man erfährt eigentlich nur durch deren Umstände etwas über die Charaktere selber. Lediglich die Kinder und deren Sehnsucht nach der Mutter und ihre Ängste konnte ich etwas nachvollziehen. Ständig fragte ich mich: „Wo bleiben da die Emotionen, die einem einen Schauer über den Rücken jagen, Gänsehaut bescheren oder einfach das Einschlafen erschweren?“ Die Autorin hat mir vorenthalten, sowas in der Art zu erfahren. Und darum mag ich das Buch nicht sonderlich. Ich fand ehrlich gesagt auch den Schreibstil von Jennifer McMahon eher dürftig. Es reicht von mir aus gesehen gerade mal für einen mittelmässigen Roman. Leider ist das Buch für mich eher unter dem Durchschnitt einzuordnen. Ist auch möglich, dass ich die versteckte Kernbotschaft der Geschichte nicht eruieren konnte.

Wer durchmischte Stile mit einer etwas oberflächlichen Geschichte mag, dem könnte das Buch vielleicht gefallen. Ist es ein Thriller, ein Horror- oder ein Fantasy Roman? Ich weiss es ehrlich gesagt nicht. Es schmeckt wie eine Mischung aus warmem Red Bull, saurem Orangensaft und einem Schuss kalter Tomatensuppe. Und sowas würde ich auch lieber nicht trinken.

Winter People von Jennifer McMahon, Ullstein Taschenbuch, 400 Seiten, Leseprobe, rezensiert von Cristoforo

Revival von Stephen King


mit Klick aufs Cover direkt zum Buch

4von5

"King wettert über Kirchen, deren Lügen und über Scharlatanerie."

Seit über mehr als zwanzig Jahren lese ich Stephen King Romane. Ich fand vor allem Es oder Needful Things sehr gut. Auch Wahn hatte es echt in sich. Aber seit Joyland habe ich das Gefühl, dass King immer mehr vom Horror wegkommen will. Die Horrorelemente bleiben zum Teil fast gänzlich aus. Einer seiner schlechtesten Romane in letzter Zeit war für mich ganz klar Doctor Sleep. Der direkte Shining Nachfolger lässt beim Aufbau der Geschichte echt zu wünschen übrig. Der Anschlag hingegen war eine äusserst interessante Zeitreisegeschichte. Über Stephen Kings neues Werk Revival habe ich mich im Vorfeld gar nicht informiert. Ich wollte darüber nichts wissen… sondern einfach nur das Buch öffnen und drauflos lesen, und das habe ich auch getan.

Maine im Jahre 1962. Jamie Morton ist gerade sechs geworden, als er sich mit seinen U.S.-Army Spielzeugsoldaten im Sand die Zeit vertreibt. Plötzlich fällt ein Schatten über ihn. Es ist der neue Reverend der Gemeinde, der sich sofort zu Jamie und seinen Plastiksoldaten gesellt, um mitzuspielen. Vom ersten Moment an, schliesst Jamie den noch 25 Jahre jungen Geistlichen, namens Charles Jacobs, in sein Herz. Erst später erfährt Jamie, dass der Reverend in seiner Freizeit gerne an Elektroteilen herumbastelt und auch selber Sachen erfindet. Der Reverend verliert nach drei Jahren seinen Posten bei der Kirche der Gemeinde, nachdem er seine Frau und seinen Sohn durch einen tragischen Verkehrsunfall verloren hat. Während der Sonntagspredigt beginnt er gegen den Glauben der Kirche zu predigen. Schnell macht die „eindrückliche“ Rede die Runde und die Kirche schliesst Charles Jacobs wegen seiner aufrührerischen Predigt von der Glaubensgemeinschaft aus. Er gilt fortan als Ketzer.

Als Gitarrenspieler bestreitet Jamie Morton seinen Lebensunterhalt und beginnt irgendwann Heroin zu spritzen. Drogenabhängig und gesundheitlich stark angeschlagen, trifft Jamie eines Tages den ehemaligen Reverend bei einer Revival-Show, an deren Anlass der Reverend angeblich Menschen, die an tödlichen Krankheiten leiden, spontan heilt. Als Jamie von Charles Jacobs, mit Hilfe dessen angeblicher Erfindung, von seiner Heroinsucht geheilt wird, wird Jamie klar, dass die Revival-Shows keineswegs nur Humbug sein können. Nach seiner Heilung leidet Jamie jedoch an Somnambulismus, er nachtwandelt. Während er schlafwandelt, verletzt sich Jamie mit spitzen Gegenständen selbst, sticht sich in die Arme. Irgendwann findet Jamie heraus, dass viele Revival-Geheilte an starken Spätfolgen der ominösen Heilung leiden. Als Charles Jacobs Jamie bittet, sein Assistent zu werden, beginnt für Jamie der Kampf auf der Suche nach der Wahrheit.

Stephen King rechnet mit Scharlatanen und zahlreichen Kirchen und ihren verschiedensten Glaubensrichtungen ab. Unweigerlich kam mir beim Lesen auch Ursula Cabertas Sachbuch Schwarzbuch Esoterik in den Sinn. Stephen King lässt in Revival keine Lügen und Manipulationsversuche der Kirche aus und ist sich auch nicht zu schade, echte Fakten in seinen Roman einfliessen zu lassen. Hat Johannes Paul II wirklich mal behauptet, er habe mit dem Glauben der Kirche eine Alzheimer-Patientin geheilt?

Revival ist ein authentischer King par excellence. Viele Stile aus früheren Werken sind vertreten. Die Kindheit und das Erwachsenwerden (Es), das Erfinden von sagenhaften Elektrogeräten (Tommyknockers) und der damit verbundene Glaube der Menschen. Der Meister des Horrors spielt ja im echten Leben in einer Band namens Rock Bottom Remainders E-Gitarre. Ich bin froh darüber, dass die Figur im Buch ihr Leben als Gitarrist bestreitet, so beleuchtet King auch ein wenig seine Erfahrungen als Musiker. Leider hat er die ganze Thematik unnötig in die Länge gezogen, das hat mich gestört. Auch erscheint die Charakterdarstellung – wie so oft bei King – aufgeblasen. So glitt auch die Motivationskurve beim Lesen, nach gerade mal fünfzig Seiten, nach unten ab, um dann ab der Hälfte des Buches wieder langsam nach oben zu steigen. Ab da gewinnt die Geschichte dann glücklicherweise wieder an Dynamik und Horrorelementen dazu.

Bemerkenswert ist für mich ausschliesslich die Tatsache, dass sich die Geschichte gegen Ende wie eine Mischung aus Mary Shelleys Frankenstein und Edgar Allan Poe Erzählungen liest. Wie King dies bewerkstelligt, ist mir echt schleierhaft. Das Buch hinterlässt ein flaues Gefühl in der Magengegend, was Kirchen und deren Machtansprüche betrifft.

Alles in allem wieder ein echter King, ohne grossartige Neuheiten. Etwas in die Länge gezogen und stellenweise zu langatmig. Wer nach einer Story wie in Es oder Needful Things sucht, wird hier nur teilweise bedient.

Revival von Stephen King, Heyne Verlag, 512 Seiten, Leseprobe, rezensiert von Cristoforo

Cujo von Stephen King

Eine Rezension von Private Reader Cristoforo

 

45von5


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Der Autor
Stephen Edwin King (* 21. September 1947 in Portland, Maine) ist ein US-amerikanischer Schriftsteller. Er schrieb auch unter Pseudonymen, 1972 als John Swithen und zwischen 1977 und 1985 als Richard Bachman. Er ist vor allem bekannt für seine Horror-Romane, die ihn zu einem der meistgelesenen und kommerziell erfolgreichsten Autoren der Gegenwart machen. Bis heute hat Stephen King als Autor über 400 Millionen Bücher verkauft, die in insgesamt 40 Sprachen übersetzt wurden. (Quelle: Wikipedia.de)

Die Geschichte
Cujo ist ein lebensfroher Bernhardiner, der gerne frisst, Schmetterlinge jagt und die Sonne geniesst. In seinem besten Alter von 5 Jahren strotzt er nur so vor Lebenslust und Gesundheit. Der grosse Bernhardiner liebt zudem alle Menschen und  könnte ihnen niemals etwas Böses antun. Er lässt sich gerne streicheln und geniesst die Nähe zu den Menschen. Der regelrechte beste Freund des Menschen, könnte man meinen. Als Cujo an einem sonnigen Tag in Castle Rock einen Hasen jagt, wird der herzensgute Cujo von einer tollwütigen Fledermaus gebissen. Nach und nach wird Cujos Körper von der bösartigen Krankheit „Tollwut“ befallen und Cujo beginnt sich zu verändern und erliegt der gnadenlosen Lust am Töten.

Meine Meinung
Das Buch ist einer der King Meilensteine auf dem Weg zu seinem grossartigen Erfolg. Die typische Stephen King Schreibweise wusste bereits 1981 zu überzeugen. Mit diesem Buch bewies King, dass er wirklich der King des Horrors ist. Im Vergleich zu seinen jüngeren Werken wirkt die Geschichte um den tollwütigen Bernhardiner nichtsdestotrotz etwas angestaubt. Bereits Kings Werke wie Needful Things oder Es wirken durchdachter. Ich empfand das Lesen von Cujo als drei sich mehr oder weniger ergänzende Geschichten:

  • Geschichte 1: Charaktere und deren zwischenmenschliche Probleme (sehr in die Länge gezogen, ca 95% des Buches)
  • Geschichte 2: Die relativ kurze Geschichte über Cujos Tollwut (ca. 4% des Buches)
  • Geschichte 3: Ein ganz kleiner Anteil von echtem Horror (zu kurz geraten! Nur ca. 1% des Buches)

Die Geschichte über die Roman-Charaktere ist am umfangreichsten, die eigentliche Geschichte über Cujos Tollwut beinhaltet zusammengerechnet gerade mal ca. 20 Seiten. Der eigentliche Horrorteil, der es wirklich schafft eine angstvolle Atmosphäre zu erzeugen, reduziert sich auf einige wenige Momente. So gesehen wäre das Buch ja gar nicht wirklich interessant… wäre… wäre da nicht Stephen Kings spannende Schreibweise, mit welcher er aus einer banalen Geschichte, ein Meisterwerk zu schaffen vermag. Ja, das Buch macht auch heute noch extrem Spass beim Lesen.

Fazit
King bewies schon im Jahre 1981, dass er der echte King des Horrors ist. Er schafft es, aus einer eher banalen Geschichte ein gutes Buch mit einigen „Horror“ Elementen zu zaubern. Dieser Titel gehört in jedes Horror-Bücher-Regal.

Cujo von Stephen King, Heyne Taschenbuch, 416 Seiten, Leseprobe

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