Buchtipps zur WM (#5 von 10)

WM Buchtipp #5: Russkij Futbol – Ein Lesebuch

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Klappentext via amazon.de:Der Kosmos des Fußballs in Russland ist hierzulande reichlich unbekannt. Im Vorfeld der WM erzählen und erklären Sport- und Osteuropaexperten, Wissenschaftler und Journalisten 120 Jahre russisch-sowjetischen Fußballs als Sport, Massenphänomen, Subkultur und Politikum. Von den Anfängen im Zarenreich über die Wirren des Fußballs in der jungen Sowjetunion, die „blutigen“ 1930er und 1940er Jahre, Professionalisierung und Erfolge in den Folgejahrzehnten, die postsowjetische Transformation bis zu Putins politischem Programm „Krieg und Spiele“.

Buchtipps zur WM (#4 von 10)

WM Buchtipp #4: Lob des Fussballs

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Der Fußball, so einst Peter Handke, ist ein Sinnbild für das Ungewisse, für das Glück und die Zukunft. Das gilt immer noch, trotz Torkamera und Videobeweis! Ein Fallrückzieher war von der Evolution nicht vorgesehen. Aber auch statistisch betrachtet ist Fußball das Spiel, in dem mehr Unwahrscheinliches geschieht als in allen anderen Sportarten. Gerade darauf beruht das Vergnügen am Fußball. Jürgen Kaube klärt die verwirrende Lage mit dem Kopf. Er weiß, warum früher alles besser war, das Spiel aber nie so gut wie heute. Fußballspielen kann man überall. Man braucht dazu nichts weiter als einen Ball. Das hat den Fußball auf der ganzen Welt populär gemacht. Aber was passiert, wenn man Fußball sieht? Warum dehnt sich plötzlich die Zeit? Und weshalb hält man seinem Verein die Treue? Die Liebe zum Fußball gibt es nicht ohne Nostalgie. Fußball besteht aus Geschichten: Cruyff, Maradona, Zidane. Doch die Nostalgie von morgen ist heute Gegenwart: Messi, Neuer, Griezmann. Wie hat sich das Spiel geändert? Wie seine Helden? Kann Geld auch Eigentore schießen? Fußball zu loben heißt, solche Fragen zu beantworten.

Buchtipps zur WM (#2 von 10)

WM Buchtipp #2: Weltmeister ohne Talent – Mein Leben, meine Karriere

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In England nennt man ihn liebevoll „Big Fucking German“ – aber nicht nur mit seiner Körpergröße von exakt einem Meter achtundneunzig ragt Per Mertesacker heraus: Er ist für seine überaus faire Spielweise bekannt, er hat ein feines Gespür für den Raum und ein exzellentes taktisches Verständnis, er ordnet alles dem Erfolg unter. In seiner Autobiographie blickt der Defensiv-Spezialist auf eine einmalige Karriere zurück.

Er erzählt vom deutschen Sommermärchen und dem Titelgewinn in Brasilien, von der Signalwirkung seines legendären Eistonnen-Interviews, von Jogi Löws Taktiktricks und den Motivationskünsten Arsene Wengers. Und er geht immer wieder der Frage nach, welche Rolle Talent im Fußball eigentlich spielt. Ihm selbst wurde in der Jugend oft bescheinigt, zu wenig davon zu besitzen – bis ihn eines Tages Ralf Rangnick zu den Profis von Hannover 96 holte … Pers wunderbare Fußball-Welt: kurzweilig, anekdotenreich und voller unvergesslicher Momente.

{GELESEN} Im Tunnel von Peter Zingler

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Wer gerne ehrliche und ungekünstelte, biografische Romane liest, sollte hier zugreifen. Drama, Comedy und auch etwas Geschichte sowie die plastischen Charaktere machen dieses Buch äusserst lesenswert.

Wir bedanken uns herzlich bei der Frankfurter Verlagsanstalt für das schöne Rezensionsexemplar von Peter Zingler’s Roman „Im Tunnel“.

Da liegt es nun also vor mir, das Rezensionsexemplar. Es ähnelt dem Autoren Peter Zingler sogar optisch, denn der Einband ist in der, wie ich vermute, Lieblingsfarbe des Autoren gehalten: schwarz. Und auch der Hut, mit dem Peter Zingler meist abgebildet zu sehen ist, ist mit von der Partie auf dem Cover. Eine eigentlich subtile, aber genau deshalb spannende Idee, dem Cover den Look des Autoren zu verpassen. Das gefällt mir, denn Peter Zingler ist ein Mann mit Charakter.

Wird er heute frei kommen? Es ist der 30.12. um 6:00 Uhr morgens und er ist ja „nur“ ein guter Einbrecher. Kein Schwerverbrecher, kein Mörder, kein Vergewaltiger oder dergleichen. Bis 17:00 Uhr muss er noch ausharren, dann wird klar sein, ob er gehen darf oder ob er seine restliche Strafe absitzen muss. Das geht Paul Zakowski in der Abgangszelle durch den Kopf während er den definitiven Entscheid des Gerichts abwartet. Während verschiedene Instanzen erzwingen möchten, dass Paul seine restliche Zeit absitzt, nutzt dieser selbst die Wartezeit, um in sich zu gehen und sich an frühere Zeiten zu erinnern.

 

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Das Lesen ist wie die Rückblende eines Erzählers, der eigentlich nichts mehr zu verlieren hat. Oder anders gesagt, wie jemand, der nur noch gewinnen kann. Oder wie es Zingler so schön formuliert: es liest sich wie ein Auto, das in einen Tunnel fährt und nicht mehr zurück kann. Gewollt oder ungewollt. Die verschiedenen Ebenen an Erinnerungen von Paul Zakowski, Peter Zinglers Alter Ego (die Geschichte ist autobiographisch), fliessen gekonnt ineinander über, ungekünstelt, wie an der Hand geführt, manövriert der Autor den Leser durch sein Leben. Die Charaktere und Dialoge wirken dermassen greifbar, was dazu führte, dass ich diese allesamt sofort in mein Herz schliessen konnte. Man spürt, dass hier ein erfahrener Schreiber (Zingler ist einer der erfolgreichsten Drehbuchautoren von Fernsehkrimis und Adolf-Grimme-Preisträger Bronze für den ORF Tatort „Kinderspiel“) aus dem Vollen geschöpft hat. Diesbezüglich ist es schon eine Ehre für mich, dass ich ein solches Werk lesen durfte. Nebst den vielen anderen Romanen, die ich in letzter Zeit lesen durfte, empfand ich dieses Buch nämlich als das Ehrlichste von allen. Und das alleine ist schon eine Rarität an sich, so finde ich. Leider wirkt die Story im Gegenzug dazu stellenweise fast ein wenig blass. Einige Spannungsmomente, könnte ich mir vorstellen, hätten der gut aufgebauten Story noch an Intensität verliehen.

Die grosse Ehrlichkeit des Autors führte auch zu vielfachen Beschreibungen von sexuellen Handlungen und Gedanken, was ich persönlich manchmal ein wenig deplatziert empfand. Einige Texte über Frauenbrüste oder Schwanz-Tattoos verhelfen der Geschichte im Grunde genommen nicht zu mehr Tiefe und hätten auch weggelassen werden dürfen. Aber das ist lediglich meine persönliche Meinung. Denn nichtsdestotrotz ist dieser Roman eine gut verfasste, persönliche Geschichte von Peter Zingler. Zudem soll ja ein zweiter Teil folgen. Ob da das Auto wieder aus dem Tunnel herauskommt, wie Zingler in einem Interview berichtet hat?!? Wir werden es sehen. In der Zwischenzeit freue ich mich jetzt bereits auf den Nachfolgeroman.

Im Tunnel von Peter Zingler, Frankfurter Verlagsanstalt, 574 Seiten, Leseprobe, rezensiert von Cristoforo

Cristoforo liest gerade 

Der „Heimwehbub“ Jürg Padrutt reist mit einem Touristenvisum in die USA ein, dann kauft er eine Farm und bleibt. Stefan Kälin, Mitglied der Schweizer Ski-Nationalmannschaft, steht an der Golden Gate Bridge und beschliesst, nie wieder als Elektriker zu arbeiten. Philip Gelzer macht ein einjähriges Praktikum in New York, Weltbankökonom Heinz Bachmann wollte gar nie auswandern, Melkersohn Franz Portmann wollte nur eines: weg. Und alle leben sie heute in den USA.

Sie kamen aus Einsiedeln, Neuhausen, Chur oder Unterwasser, sie waren Bauer, Banker, Liftboy oder Käser und wurden Farmer, Professor, Wirt oder Fotograf in New York City, Aspen oder New Glarus. „Nach Amerika“ dokumentiert dreizehn Lebensgeschichten, erzählt von den Auswanderern selbst. Neun davon hat Susann Bosshard-Kälin nach Gesprächen aufgeschrieben, dazu kommen vier autobiografische Texte. Es sind sowohl einzigartige wie typische Auswandererschicksale des zwanzigsten Jahrhunderts, in dem Amerika wohl wie nie zuvor ein Traumland für viele Schweizer war. ~ Klappentext von Nach Amerika: Lebensberichte von Schweizer Auswanderern von Susann Bosshard-Kälin und Leo Schelbert

{GELESEN & BUCHTIPP} Anleitung zur Schwerelosigkeit: Was wir im All fürs Leben lernen können von Chris Hadfield

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Für Fans „echter Science“ Fiction ein MUSS! Viele, sehr viele Aspekte (technische wie auch psychologische) werden in diesem Buch erstmals von einem Astronauten direkt und ungeschönt erörtert.

Als Kind baute ich mit Vorliebe Raketen aus Legosteinen. Ich bastelte Raketen aber auch aus ausgebrannten Feuerwerkskörpern (nach der Nationalfeier am 1. August). Ins Schulmalbuch malte ich sehr oft bunte Raketen. Eigentlich war ich als Kind von Raketen fasziniert, doch Astronaut wollte ich nie werden. Die Vorstellung, von einem technischen Raumanzug abhängig zu sein, macht mir bis heute noch Angst. Dennoch bin ich von Astronauten fasziniert. Chris Hadfield wurde v.a. durch seine Interpretation von David Bowie’s „Space Oddity“ bekannt (siehe Video unten).

Am 28. Januar 1986 startete die letzte Challenger (STS-51-L) mit ihrer Besatzung Richtung Weltraum. Zum 150-jährigen Jubiläum von Texas und dem 25-jährigen Jubiläum der NASA hätte das Besatzungsmitglied und Astronaut Ronald Erwin „Ron“ McNair während dieser speziellen Mission (im Weltraum) einen Song aus Jean Michel Jarres (meinem Lieblingsmusiker) Album „Rendez-Vous“ auf seinem Saxophon spielen sollen. Doch alles sollte anders kommen und so geschah es, dass 73 Sekunden nach dem Start die Challenger zum Feuerball wurde und explodierte. Die Trägerraketen lösten sich und bildeten, umgeben von heissen Dampfwolken, ein feuerwerkähnliches Bild am Himmel. Alle 7 Besatzungsmitglieder starben an diesem Tag durch diese Explosion, sie alle hatten keine Chance zu überleben.

Bei einer Geschwindigkeit von 28 000 Km/h sich als übergrossen Würfel (Raumanzug) durch einen Kreis (Ausgangsluke) drücken: in etwa dieser Art und Weise erklärt der ehemalige kanadische Astronaut Chris Hadfield, wie er die Raumkapsel das erste Mal verliess, um im Weltall spazieren zu gehen. Doch der Weg zum ersten Weltraumflug war holprig und schwierig. Seine Laufbahnkarriere als Astronaut begann er bereits im Alter von 9 Jahren. Am 20. Juli 1969 verfolgte (nebst Chris Hadfield) die gesamte Menschheit die erste bemannte Mondlandung der NASA am Fernseher. Diese wundervolle Tat der NASA war der Wendepunkt in Hadfields Leben. Er schaute nach der geglückten Mondlandung hinauf zum Mond und wusste sofort, dass er eines Tages Astronaut werden wolle. Es bedurfte jedoch einige entscheidende Zufälle und Glücksmomente in Hadfields Laufbahn, damit er seinen Traum verwirklichen konnte. Doch Zufall und Glück alleine reichten natürlich nicht aus. Viel Übung und Vorbereitung ist notwendig, um als waschechter Astronaut (Weltraumtouristen, die sich für viel Geld eine Reise in den Weltall leisten können, sind keine Astronauten!) an einer Weltraummission teilnehmen zu können.

Es sind Jahre immenser Anstrengungen notwendig, da man sich ständig den aktuellsten Wissensfundus erarbeiten, seine Fitness verbessern und das technische Know-How ausbauen muss. Und… man muss lernen, wie ein Astronaut zu denken. Und diese Denkweise muss jahrelang antrainiert werden, denn sie muss den instinktiven Umgang mit den persönlichen Ängsten und Phobien (Chris Hadfield leidet unter akuter Höhenangst) gänzlich „ersetzen“. Man muss lernen, Probleme vorauszusehen, um sie zu vermeiden und in kritischen Situationen sinnvoll zu reagieren. Der Aufenthalt im Weltraum ist ja nicht ohne. In der Raumkapsel degeneriert der Körper, ohne die Belastung durch die Schwerkraft (Muskeln und das Skelett bauen sich ab und die Sehkraft lässt nach) von der ersten Sekunde an. Man beginnt Kalzium auszuscheiden (im Urin) und und und…

 

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Von diesem Buch erwartete ich keine Bilder oder Weltraumfotos, wie man sie in anderen Büchern über Astronauten vorfindet. Vom Inhalt des Buches erwartete ich eigentlich nur eines: so viel Wahrheitsgehalt wie nur möglich. Wie oft musste ich in TV-Interviews mit Astronauten mitanhören, wie toll und heldenhaft ihre Taten doch schlussendlich seien. Jetzt kommt ein Buch eines Astronauten daher, das im Grunde besagt, dass sich jedermann die Astronautentechniken aneignen kann. Schliesslich lernt ein Astronaut erst während seiner langen und harten Ausbildung, wie ein Astronaut zu denken. Der Inhalt dieses Buches geht so weit, dass er mir sogar die Angst vor den Anzügen und Raumkapseln ein wenig nehmen konnte. Nicht, dass ich mich jetzt gleich für eine Ausbildung als Raumfahrer bewerben würde. Nein, dann bleibe ich doch lieber mit beiden Füssen auf der Erde.

Aber ich muss gestehen, dass ich mich nach dem Lesen des Buches doch ein wenig wachgerüttelt fühlte, denn das Buch ist nicht eine schiere Aneinanderreihung von technischen Erklärungen zu NASA-Missionen. Vielmehr bietet es einige tiefe Einblick in die Psyche eines Astronauten, auch in dessen Privatleben. Nur in einem Punkt bin ich mit Chris Hadfield nicht einer Meinung. Er behauptet, Astronauten seien keine Helden. Ich lehne diese Meinung ab. Jetzt noch mehr als vor dem Lesen des Buches. Astronauten sind DIE Helden, bedenkt man, wie sie Probleme angehen, meistern und auch lösen. Das Durchhaltevermögen und die Disziplin, die ein Astronaut mitbringen muss, lässt die Ausbildung zum Bachelor als Waldspaziergang erscheinen. Wer will sich schon als grossen Quader durch eine Runde Luke drücken? Und wer will schon sechs Monate auf der Raumstation ISS verbringen, im Wissen, dass er sich danach genauso lange auf der Erde rehabilitieren muss? Wer will schon mit ständigem Achterbahngefühl im Körper durch die Schwerelosigkeit schweben? Es sind Helden, genannt „Astronauten“.

Anleitung zur Schwerelosigkeit: Was wir im All fürs Leben lernen können von Chris Hadfield, Heyne Verlag, 368 Seiten, Leseprobe, rezensiert von Cristoforo

Book Lovers: Wladimir Klitschko

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Wladimir Klitschko liest in „Max Schmeling und Joe Louis“ von David Margolick.

Klappentext:
Kein Ereignis in den Annalen des Sports hat mehr Emotionen freigesetzt als die beiden Schwergewichtskämpfe zwischen Max Schmeling und Joe Louis 1936 und 1938 in New York – Kämpfe, die Hoffnungen, Ängste und Hassgefühle einer Welt spiegelten, in der die Kriegsgefahr dräute.
David Margolick versteht es meisterhaft, die außergewöhnliche Spannung der beiden Boxkämpfe zu vermitteln, aber auch die politische Situation dieser Jahre in Deutschland und den Vereinigten Staaten eingehend zu beschreiben und zu analysieren. Joe Louis war ein von den Schwarzen umjubelter, von den Weißen angefeindeter Repräsentant in den frühen Jahren des Civil Rights Movement, Schmeling nach seinem Sieg über Louis 1936 für die Nazis der lebende Beweis für die Überlegenheit der weißen Rasse. Dieses Buch ist eines der Beispiele, wie Sport und politische Vorgänge auf elegante und spannende Weise miteinander verknüpft werden können.

{GELESEN & BUCHTIPP} Fritz Lang: »Ich bin ein Augenmensch« von Norbert Grob

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Die Biografie von Norbert Grob befasst sich mit dem Leben und Wirken des Film Genies Fritz Lang. Als Regisseur zahlreicher Kult-Klassiker wie Metropolis ging Fritz Lang in die Filmgeschichte ein.

Während der Sendung Kulturzeit auf dem TV Sender 3sat wurde am 7. April 2015 über die Biografie von Fritz Lang berichtet. Sofort war ich Feuer und Flamme. Am gleichen Tag noch lud ich mir die Biografie auf den Kindle runter. Ich habe es nicht bereut. Die extreme Fülle an Fakten über Lang, seine Filme und auch über sein Privatleben sind überwältigend. Im hinteren Teil des Buches listet der Biograf Norbert Grob zahlreiche Dokumente, die aus seiner Recherche resultieren, auf.

Umfangreich ist gerade mal eine Beschreibung, die knapp passt… die Liste ist RIESIG! Da kann ich nur sagen: „Hut ab!“. Norbert Grob hat sagenhaft fundierte und gute Recherchearbeit geleistet und berichtet sachlich, klar strukturiert und stets spannend über das Leben von Fritz Lang. Die ganze Wucht des Ersten und Zweiten Weltkriegs führte mir beim Lesen vor Augen, wie diese Zeit die Filmemacher geprägt haben muss. Filme wie ¨Metropolis  oder M – Eine Stadt sucht einen Mörder haben das Kino während seiner eigenen Kindheit stark geprägt. D.h. der Krieg hat damalige Filmemacher wie Fritz Lang geprägt. Diese wiederum haben die Prägung in ihren Werken weitergegeben und diese Werke schliesslich haben dazu geführt, dass heutige Filme so sind, wie sie sich uns präsentieren.

Wichtig: Der Autor verherrlicht Fritz Lang praktisch nie und stellt ihn auch nicht immer im besten Licht dar. Schliesslich galt Lang als äusserst eigenwillig und als Regisseur ging er nicht gerade feinfühlig mit seiner Crew und den Schauspielern um. Diese Biografie macht von mir aus gesehen alles richtig. Sie eröffnet dem Leser viele unbekannte Fakten, die das Filmgenre ungemein geprägt haben.

 

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Während der Lektüre erfahren wir über Lang, dass er während der Besetzung Deutschlands durch die Nazis ins Propagandaministerium von Goebbels eingeladen wurde. Lang sollte sein talentiertes Handwerk als Filmemacher für die Nazi-Propaganda einsetzen, so der Wunsch des Regimes. Die Nazis hatten klare Vorstellungen, was und wie der Regisseur etwas in seinen Filmen zu zeigen hätte. Aus Unmut und Angst durch die Nazis umzukommen, beschloss Lang widerwillig aus Deutschland auszuwandern.

Bekannt und hoch gelobt für seine Meisterwerk METROPOLIS, der zugleich die Erfindung der Science-Fiction-Filme einläutete, als auch der Film M, seinerseits der erste Film der Filmgeschichte, der über einen von Zwängen getriebenen Serienmörder handelt, wurde Fritz Lang bei seiner Ankunft in Los Angeles mit Applaus und Zurufe seiner Fans begrüsst. Schnell fand Lang den Draht zu den amerikanischen Studios wie MGM oder Universal, die aber bereits nach kurzer Zeit mit dem Wechsel vom Stumm- zum Tonfilm in finanzielle Krisen stürzten. Nebst den vielen Kassenschlagern, produzierte Lang unter Preisdruck und Änderungswünschen durch die Produzenten, auch einige Flops, die fast das Aus seiner Karriere in den USA hätten bedeuten können.

Der Mann mit dem Monokel, so wurde Fritz Lang genannt. Er selbst sagte von sich, dass er seine Eindrücke NUR durch die Augen empfange. Kein Wunder, wollte er doch ursprünglich Maler werden. Doch sein Vater war damit nicht einverstanden. So machte Lang es sich zum Ziel, seine Malkunst in seinen Filme auszuleben, was ihm mal mehr und mal weniger gut gelang. Er strebte immer das „Meisterliche, Ausserordentliche und Ungewöhnliche“ für seine Filme an, um es mit seinen eigenen Worten wiederzugeben.

Und er hatte sie alle vor der Kamera, die ganz grosse Liga der Schauspieler wie Marlene Dietrich, Marilyn Monroe, Gary Cooper usw. Langs Privatleben war geprägt von vielen Affären, u.a. auch mit Marlene Dietrich. Lang hatte es sich zu Eigen gemacht, die Technik des Bezirzens des anderen Geschlechts zu perfektionieren, so dass er viele Affären mit unterschiedliche Frauen unterhielt. Ein mysteriöser Vorfall führte zum Tod von Langs Frau, die von einer Pistole erschossen, tot aufgefunden wurde. Bis heute ist unklar, wie Langs Frau umgekommen ist. Es scheint aber klar zu sein, dass Lang unschuldig gewesen sein muss. Man geht davon aus, dass es einen direkten Zusammenhang zu seinen Seitensprüngen gibt, aber dass Lang den Mord an seiner Frau ausgeübt haben könnte, war aufgrund der Umstände eher unwahrscheinlich.

So… habe ich dein Interesse geweckt? Gut, für weitere spannende Details aus Langs Leben empfehle ich dir das Buch zu lesen.

Fritz Lang: »Ich bin ein Augenmensch« von Norbert Grob, Propyläen Verlag, 448 Seiten, Leseprobe, rezensiert von Cristoforo

Cristoforo liest gerade

Seine Filme erfanden die Kinowelt neu, sein Name steht für Meisterschaft. Fritz Lang, der Erschaffer von »Metropolis«, »M – Eine Stadt sucht einen Mörder« oder »Dr. Mabuse«, ist eine Legende: Geschichtenerzähler und Bildkompositeur, Schauspieler, Autor, Bonvivant und vor allem begnadeter Regisseur. Er war ein obsessiver Visionär, als Künstler so innovativ wie unerbittlich, als Privatmann gern geheimnisumwittert. Norbert Grob, einer der besten Kenner von Fritz Langs Leben und Werk, legt die erste umfassende Biographie des Filmgenies vor. Die Weimarer Republik feierte ihn als Star, das Berlin der 1920er Jahre war ihm glanzvolle Bühne. Die Nationalsozialisten umwarben ihn, doch er zog das Exil in den USA vor, wo er zur zentralen Figur der Emigrantenszene wurde. Hollywood ermöglichte dem eleganten Monokelträger, dessen Regiearbeit als diktatorisch galt, eine zweite Karriere. Doch wer war Fritz Lang, der mit Theodor W. Adorno befreundet war und mit Bertolt Brecht über Weltanschauungen stritt, außerhalb des Filmsets? Anhand einer Fülle kaum beachteter Quellen folgt Norbert Grob den Spuren des großen Filmmagiers und bringt uns erstmals auch den Menschen Fritz Lang nahe.  ~ Klappentext zu Fritz Lang: »Ich bin ein Augenmensch« von Norbert Grob

Book Lovers: Johnny Depp

johnny depp liest

Johnny Depp und Hund lesen „Thelonious Monk“ von Robin Kelley. Eine Biografie über einen der genialsten Jazzmusiker des 20. Jahrhundert.

Klappentext von Thelonious Monk (leider gibt es das Buch nicht in Deutscher Fassung):
THELONIOUS MONK is the critically acclaimed, gripping saga of an artist’s struggle to “make it” without compromising his musical vision. It is a story that, like its subject, reflects the tidal ebbs and flows of American history in the twentieth century. To his fans, he was the ultimate hipster; to his detractors, he was temperamental, eccentric, taciturn, or childlike. His angular melodies and dissonant harmonies shook the jazz world to its foundations, ushering in the birth of “bebop” and establishing Monk as one of America’s greatest com­posers. Elegantly written and rich with humor and pathos, Thelonious Monk is the definitive work on modern jazz’s most original composer.

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