Die Rezension für Menschen mit wenig Zeit: Baba Dunjas letzte Liebe

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Was
Baba Dunja ist eine Tschernobyl-Heimkehrerin. Wo der Rest der Welt nach dem Reaktorunglück die tickenden Geigerzähler und die strahlenden Waldfrüchte fürchtet, baut sich die ehemalige Krankenschwester mit Gleichgesinnten ein neues Leben auf. Wasser gibt es aus dem Brunnen, Elektrizität an guten Tagen und Gemüse aus dem eigenen Garten. Die Vögel rufen im Niemandsland so laut wie nirgends sonst, die Spinnen weben verrückte Netze, und manchmal kommt sogar ein Toter auf einen Plausch vorbei. Während der sterbenskranke Petrov in der Hängematte Liebesgedichte liest, die Gavrilovs im Garten Schach spielen und die Melkerin Marja mit dem fast hundertjährigen Sidorow anbandelt, schreibt Baba Dunja Briefe an ihre Tochter Irina, die Chirurgin bei der deutschen Bundeswehr ist. Und an ihre Enkelin Laura. Doch dann kommen Fremde ins Dorf – und die Gemeinschaft steht erneut vor der Auflösung.

Warum
Weil Sophie Rois diesem Roman erst seinen wahren Charakter einhaucht mit ihrer perfekten Interpretation Baba Dunjas. Wer das Buch liest, verpasst das Beste an dieser auch sonst schon herzerwärmenden Geschichte aus Sicht einer Oma, die man einfach liebhaben muss. Alina Bronsky hat mit Baba Dunja ein kurzes aber intensives Stelldichein verfasst, an das man noch gerne zurückdenkt aufgrund des lieblichen Humors und der eigenbrötlerischen Charaktere.

Wieviel
5 von 5

 

Lese- und Hörprobe

  1. Der Super-Gau von Tschernobyl jährt sich 2o16 zum 3o.Mal….
    Ich erinnere mich, als ob es gestern gewesen wäre.
    Ich war u dieser Zeit gerad im achten Monat schwanger mit meiner Lieblingstochter.
    Nur wenn ich daran denke, bekomme ich Gänsehaut und
    es war so menschenverachtend, wie die Menschen in Zusammenhang mit dieser Tragoedie
    hintergangen und belogen worden sin ….
    Segen!
    M.M.

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    • Wir warten nur, bis es hier mal kracht. Hier in der Schweiz, die ja soooo klein ist, stehen soviel wie in anderen Ländern, die 7x so gross sind.
      Erinnern kann ich mich nur noch schwer. Ich weiss, dass alle immer zum Himmel geguckt haben und auf die Wolke warteten. Aber begriffen hatte ich das damals noch nicht. LG, Virginia

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