{GELESEN} Das Komplott zu Lima von Roberto Schopflocher

Quelle: Frankfurter Verlagsanstalt

Quelle: Frankfurter Verlagsanstalt

 

Erwachsen und nüchtern berichtet Roberto Schopflocher über eine grausige Ära, Peru im 17. Jahrhundert: der Zeit der Inquisition.

Wir möchten uns zuerst herzlich bei der Frankfurter Verlagsanstalt für das schöne Rezensionsexemplar bedanken.

Peru im 17. Jahrhundert. Die Inquisition fordert in ganz Peru und so auch bei Familie Acosta ihren zerstörerischen Tribut. Die Acostas sehen ihren einizgen Ausweg aus der Misere bestehend aus Folter, Verfolgung und Mord gezwungenermassen in der Flucht. Durch Brasilien, über Chile, via Lima direkt nach Buenos Aires treibt die Angst unsere Familie Acosta auf einen unsicheren Weg in die Zukunft. Elvira Acosta, seit ihrer Kindheit geprägt von vielen Verlusten und Opfern, die die Inquisition bereits mit sich brachte, schafft es dennoch, sich ein Leben für sich zu erschaffen und ihren Wurzeln stets treu zu bleiben.

 

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Im Grunde genommen bleibt sich alles immer gleich. Die Welt dreht sich weiter, Menschen streben immerzu nach Macht (vor allem die Falschen) und belügen, manipulieren und schrecken auch vor Mord nicht zurück, um ihre dubiosen und egoistischen Ziele zu erreichen. Was vor rund 400 Jahren in Peru geschah, passiert im Grunde genommen auch heute noch. Direkt, ungeschönt und brutal, direkt vor unserer Haustür. Gerade erst erreichten uns Meldungen über die diversen Attentate in Paris, die wieder einmal mehr viele unschuldige Opfer mit sich brachte. Und wozu das alles?

Genau diese Fragen stellte ich mir nach dem Lesen von Roberto Schopflochers Vergangenheitsrekonstruktion. Was von Anfang an bei mir beim Lesen gut rüberkam, war die verzweifelte Suche einer Familie nach einer Heimat. Eine Familie, die viel Leid und Verlust auf sich nehmen musste. Die beständige Suche der Acostas nach einem sicheren Heimathafen hat mich zwar innerlich auch etwas auf unschöne Art und Weise aufgewühlt, wusste es aber vor allem gekonnt, mich durch die tragische Verfolgungsgeschichte der Familia Acosta und speziell von Elvira Costa zu führen.

Den Schreibstil des Autors könnte man als „eher nüchtern“ bezeichnen. Dieser liess es stellenweise nicht zu, dass ich beim Lesen wirklich mitfühlen konnte. Das Komplott zu Lima ist demnach für mich eine sehr gut konstruierte Erzählung, mit eher wenig emotionalen Komponenten, obwohl deutlich mehr Inhalt in Schopflochers Geschichte steckt. Erst durch die tragischen Ereignisse von Paris kamen die entsprechenden Emotionen, die ich mir eigentlich vom Buch vermittelt gewünscht hätte, hoch. Schopflochers‘ gut rekonstruierte Geschichte ist vor allem für erwachsene Leser äusserst lesenswert.

Wer Tragik, Melancholie und Emotionen sucht, sollte auf andere Bücher zurückgreifen. Wer jedoch einen etwas erwachseneren und nüchterneren Aufbau einer tragischen Familiengeschichte, die vor rund 4 Jahrhunderten ihre Kreise zieht, sucht, liegt mit Das Komplott zu Lima goldrichtig. Wir vergeben 4 von 5 Sternen.

Das Komplott zu Lima von Roberto Schopflocher, Frankfurter Verlagsanstalt,  448 Seiten, Leseprobe, rezensiert von Cristoforo

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