{GELESEN & BUCHTIPP} Der Wüstenplanet von Frank Herbert

via postdefiance.com

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Wer einen echten Kult-Klassiker und ein immer noch aktuelles Science-Fiction Buch sucht, der sollte unbedingt zugreifen. Wer eher auf schnelle Lektüre mit Mainstream-Charakter setzt, sollte sich dann doch eher anderswo umsehen, denn Der Wüstenplanet fordert eine gewisse Einarbeitungszeit, die sich aber durchaus bezahlt macht.

Der Wüstenplanet Arrakis (von den Einheimischen Dune genannt) verfügt über eine Gewürzressource (Spice); eine Droge, die den Menschen übersinnliche Fähigkeiten beschert. Die Navigatoren benützen die Droge, um in die Zukunft sehen zu können und um damit interstellare Reisen durchführen zu können. Drei Spezies streiten sich um die Macht des Gewürzes. Das Fürstenhaus Atreides, die Harkonnen und die Fremen.

Doch die Nutzung des Spices birgt auch Gefahren. Wie andere Drogen auch, so kann das Spice süchtig machen und schwerwiegende bewusstseinsverändernde Nebenwirkungen oder Alterungsprozesse mit sich bringen. Als Paul aus dem Hause Atreides, Sohn von Herzog Leto, nach dem Tod seines Vaters, seinen Weg nach Arrakis (Dune) findet, entdeckt Paul seine besondere Begabung im Umgang mit Spice. Die Fremen glauben, in Paul ihren Messias aus der Prophezeiung gefunden zu haben und nennen ihn fortan Muad’Dib. Doch kann Paul die gewünschte Revolution wirklich herbeiführen?

 

5 von 5


hier reinlesen!

 

Ich kannte vor diesem Roman lediglich den Kultfilm aus dem Jahr 1984 unter der Regie von David Lynch. Er ist auch tatsächlich einer meiner favorisierten Science Fiction Filme. Doch als ich dann das Buch las, merkte ich, wie verworren die ganze Geschichte von Frank Herbert tatsächlich ist. Ganze Nationen und Familientraditionen (und auch Fanatismus) werden im Buch behandelt. Der Aufbau der Story ist dermassen komplex, dass man eine gewisse Einlesezeit benötigt, um sich mit dem Buch wirklich wohl zu fühlen. Hier empfehle ich doch zuerst den Film zu schauen.

Doch was nach der Eingewöhnung folgt, ist ein durch und durch lebensechtes Science Fiction Spektakel, das seinesgleichen sucht. Mit diesem Roman aus dem Jahre 1965 erschuf der Autor eine einzigartige Welt, die bis heute als Grundlage für viele Werke dient. Oft dachte ich an Mario Puzos „Der Pate“, denn die durchdachten familiären Konflikte, Korruption und Politik in Dune scheinen tatsächlich aus einem Mafia-Epos zu stammen. Hinzu kommt der Aspekt des Glauben (auch an Gott), dem damit verbundenen Fanatismus und die Erwartung der Ankunft eines Messias (Paul), der mit Hilfe der Drogen den Planeten retten soll. Und da wären auch die vielen Lügen und Intrigen der Ranghöchsten der Fürstenhäuser (oder wie wir sagen würden: Politiker).

Nach dem Lesen des ersten Buches werde ich mir eine Dune-Künstlerpause gönnen und andere Bücher aus dem Repertoire lesen. Doch ich werde in Zukunft noch fünf Mal (es sind total 6 Bücher) nach Dune reisen.

Wer einen echten Kult-Klassiker und ein immer noch aktuelles Science-Fiction Buch sucht, der sollte unbedingt zugreifen. Wer eher auf schnelle Lektüre mit Mainstream-Charakter setzt, sollte sich dann doch eher anderswo umsehen, denn Der Wüstenplanet fordert eine gewisse Einarbeitungszeit, die sich aber durchaus bezahlt macht.

DUNE- Der Wüstenplanet von Frank Herbert, Heyne Verlag, 880 Seiten, Leseprobe, rezensiert von Cristoforo

  1. Den ersten Roman hab ich zweimal gelesen und einmal als Hörbuch in der Komplettfassung gehört. An die weiteren Romane hab ich mich bisher allerdings noch nicht herangetraut – manchem, den ich gefragt habe, haben sie weit weniger gefallen als der erste.

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    • Schnupper in die anderen Bände rein. Mir wiederum haben die Nachfolgebände besser gefallen.
      Vielleicht deswegen, weil jeder andere Bereiche der Geschichte lieber mag. Gut ist, dass vieles in den Nachfolgebänden erklärt wird, wie es zu den Dingen kam, wie sie schlußendlich standen.
      Mein Tip – einfach lesen.

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      • Hm, ja – das Problem damit ist allerdings, dass es einige tausend Seiten sind, und das bindet viel Lesezeit. Deshalb wage ich mich an umfangreiche Zyklen nur selten heran bzw. nur dann, wenn sie mich brennend interessieren. Mal sehen.

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      • Liest du immer alles in einem Stück? wenn nicht, dann teil sie ruhig etwas auf.
        Jeder Band ist ja zum Glück auch schön in sich geschlossen. So gesehen geht es immer „nur“ um einen Band.

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      • Am Stück lese ich Zyklen nur, wenn sie mich wirklich packen. Mein SUB (bzw. die diversen SUBs) sind aber schon so vollgepackt, dass ich nix dazupacken mag, das etliche Bände umfasst, es sei denn, es würde mich brennend interessieren. Aber kommt ja beim Wüstenplaneten vielleicht noch. ;-)
        Derzeit warten z.B. noch 5 Foundation-Romane …

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    • Die Vorfreude und das Hinfiebern mag ich gerne. Früher oder später werde auch ich noch die Nachfolger lesen. Die Meinungen über die Nachfolgeromane gehen ja recht auseinander. Ich denke, dass hier gilt: einfach selber lesen. ;-) Gruss Cristoforo

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