{GELESEN} Exodus: Warum wir Einwanderung neu regeln müssen von Paul Collier

via thestar.com

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Jeder Bürger sollte sich eine echte und eigene Meinung über das riesengrosse Thema Masseneinwanderung bilden und sich nicht von der Marketing Maschinerie der EU beeindrucken lassen. Darum kann ich dieses Buch nur wärmstens empfehlen.

Vor ein paar Wochen führte ich ein heisses Gespräch mit einem Lieferanten Namens David in der Firma, in der ich arbeite. Er sagte, dass er mit zwei Ausländern zusammenarbeite, die sich im Büro ständig lauthals unterhalten würden. Dies sei ja typisch „für diese Art von Ausländer“. Er ärgerte sich blau und grün und schimpfte über das „unangebrachte“ Verhalten der „ausländischen Mitarbeiter“. David denkt, dass sowas unter Schweizer Angestellten nicht vorkommt. Da musste ich ihm dann echt endlich ins Wort fallen und zurechtweisen, denn wo ich arbeite, befinden sich ausschliesslich nur Schweizer. Darunter eine junge Frau (ca. 22 Jahre), die ständig Aufmerksamkeit fordert. Ihre narzisstische Art führt dazu, dass sie weder ruhig diskutieren, noch auf die Bedürfnisse ihrer Arbeitskollegen (inklusive mich) annähernd eingehen kann und eigentlich den ganzen Tag wie eine Katze miaut und Geräusche (Quieken und Piepsen) von sich gibt. Ja, sie ist wirklich eine Schweizerin und die Arbeitskollegen (auch Schweizer), die dem Gruppendruck nicht standhalten können, machen ihre Scherze jeden Tag aufs Neue mit. Aus Anstand (Schweizer haben durchaus auch Anstand) sagen sie lieber nichts und fressen ihren Ärger in sich hinein (auch eine Schweizer Eigenschaft). Selbstverständlich ist das oben Geschriebene etwas überspitzt formuliert. Aber genau in dieser Art und Weise habe ich David zurechtgewiesen. Danach war das Thema vom Tisch.

Für mich ist die Frage, ob man die Einwanderung neu regeln muss erst mit der EU entstanden. Die Europäische Union versucht mit allen Mitteln das Thema anzuheizen. Die Schweiz hat v.a. während der 60er und 70er durch die Emigranten wirtschaftlich stark profitiert. Zudem wirkte sich der kulturelle Austausch auf meine Entwicklung sehr positiv aus. Die Frage also sollte eher lauten, warum versucht die EU mit allen Mitteln das Thema anzuheizen? Und warum schreibt ein Professor ein Buch darüber?

 

4 von 5

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Gemäss dem Professor für Ökonomie und Direktor des Zentrums für afrikanische Ökonomien an der Universität Oxford, dem Autor Paul Collier, müsse man die Einwanderung neu regeln. Für diese These eröffnet er einige einleuchtende Argumentationen. Darin geht er auch auf die viel diskutierte Frage ein, wer nun von der Masseneinwanderung profitiere. Die Einwanderer, das Land, in dem sie einwandern oder das Land aus dem sie auswandern. Auch auf die Frage über den Sinn eine Nationsstärkung und den daraus resultierenden Umgang mit Ausländer geht der Autor tiefgehend ein. Er bringt auch Beispiele über das Leben in anderen Länder, um klarzumachen, dass man die Beweggründe der Einwanderer erst verstehen müsse, um sich ein Bild zu machen. Auch über die Vorteile und die Risiken von Pro-Ausländer und Ausländerhasser wird berichtet. Und wie sie sich während die Masseneinwanderung zum akuten Thema wird, als Retter der Nation aufzuspielen versuchen. Zudem nennt er Beispiele, wie man eine Nation entwurzeln kann.

Als ich das Buch im Buchregal sah, musste ich sofort an die total überdrehte Dokumentation Eine unbequeme Wahrheit mit Al Gore, dem missglückten Wahlkandidat für die USA-Präsidentschaftskandidatur, denken. Zum Glück ist „Exodus“ dann doch ein wenig bodenständiger und realistischer in seiner Ausführung. Die Argumentationen des Autors sind stets interessant und immer nachvollziehbar. Auch wurden alle Aspekte durchleuchtet und gut verständlich aufgeführt. Man merkt schnell, dass das Buch von einem erfahrenen Professor geschrieben wurde, der weiss, was er von sich gibt. Zum Teil erinnerte mich das Buch auch an das EU-kritische Buch Europa braucht den Euro nicht von Thilo Sarrazin. Denn ob man mit den zwanghaften Versuch der EU, das Thema Masseneinwanderung anzuheizen, einverstanden ist oder nicht, so lässt das Buch den Leser doch ernsthaft über das Thema nachdenken. Was dazu führen dürfte, dass viele Leser  die eigene Meinung evtl. etwas revidieren. Was ich lediglich ein wenig vermisste, waren die Aspekte der Auswanderer selbst. Ich finde es sehr wichtig, vor allem in einem solchen Buch, auch die menschlichen Aspekte zu behandeln. Denn das Buch basiert vor allem auf Fakten, Statistiken und Diagrammen und nur ein wenig aus menschlichem Inhalt. Auch war ich persönlich nicht immer gleicher Meinung mit dem Autor, vor allem was ein nationalistischer Zusammenhalt bewirken würde. Aber da muss jeder selber für sich entscheiden, wo und wie der Autor Recht hat.

Jeder Bürger sollte sich eine echte und eigene Meinung über das riesengrosse Thema Masseneinwanderung bilden und sich nicht von der Marketing Maschinerie der EU beeindrucken lassen. Darum kann ich dieses Buch nur wärmstens empfehlen.

Exodus: Warum wir Einwanderung neu regeln müssen von Paul Collier, Siedler Verlag,  320 Seiten, Leseprobe, rezensiert von Cristoforo

  1. Meine Grundhaltung zu Deinem Beispiel mit den beiden ausländischen Mitarbeitern, die sich lautstark unterhalten und ihrem nicht minder nervigen Äquivalent ist, dass es über „Arschlöcher“ gibt genauso wie tolle Menschen. Das kann man nie an etwas wie Staatsangehörigkeit festmachen.

    Nicht ganz verstehe ich, was Du damit meinst, dass die EU das Thema der Masseneinwanderung „anheizen“ würde. Meinst Du wie die EU das Thema in den Medien behandelt oder das sie Masseneinwanderung propagiert und so Leute erst zur Flucht auffordert? Die Einwanderungswelle, die derzeit an den Grenzen stattfindet, ist nun einmal existent.

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    • Klar, wo Menschen sind gibts immer jene oder solche und entweder man mag sie oder nicht. Es ist auch nur ein Beispiel für die Intoleranz von Mitmenschen, u.a. im Büro schlimm, weil man ihnen nicht so leicht entkommen kann. Dass man zur Flucht auffordert sehe ich weniger. Bei uns z.B. in der Schweiz wird das Thema extrem hochgeschaukelt, immer schon. Aber dass in % Zahlen dann der Anteil der Asylsuchenden minim ist, davon spricht kein Schwein. Aber Hetze machen geht auch ohne Grund…

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      • Manchmal zeigen die Leute, die sich abfällig über andere äußern damit eigentlich nur, wie beschränkt oder bescheuert sie selbst sind :).

        Ich finde, dass die derzeitige Medienberichterstattung ein bisschen kontraproduktiv ist. Die Medien wollen berichten, klar. Aber allein die Masse an Berichten führt dazu, dass man eigentlich gar nichts mehr davon hören möchte. Geht mir zumindest so. Dann lieber wenige Bücher und Sendungen lesen und schauen, um sich zu informieren. Habe das vorgestellte Buch gleichmal vorgemerkt. Danke für den Tipp.

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      • Damit hast Du völlig recht! Die Masse an Berichten erstickt einem förmlich. Wir mussten letzte Woche sogar Zappen, weil wir uns total schlecht fühlten nach der ganzen anhaltenden Berichterstattung. Wir wurden ein bisschen depro und fühlten uns „runtergezogen“. Es ist schon okay, aber man muss auch aufpassen, dass man da nicht vor lauter Negativität den Koller kriegt. Gib Bescheid, wie Dir das Buch gefallen hat, falls Du dazu kommst, es zu lesen. Liebe Grüsse!

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      • Ich war schon fast froh über den VW-Skandal, weil da mal über was anderes berichtet wurde. Man muss echt aufpassen, nicht alles zu negativ zu sehen. Kann ich verstehen.
        Kann etwas dauern, aber wenn ich es gelesen habe, auf jeden Fall. Liebe Grüsse zurück!

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      • Ich fürchte ihr braucht einen Bürohund. Eine Dogge oder sowas? Oder ihr legt zusammen und schenkt ihr einen Zehnerblock beim Verhaltenstherapeuten zu Weihnachten… ;-) Es hört sich lustig an, ist aber sicher auf Dauer mühsam :-(

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      • Ja, so lustig es auch klingt, es ist brutal ermüdend und irgendwann kriegt man auch mal kurz Aggressionen innerlich. Nicht dass ich jemals jemanden schlagen würde, aber man möchte schon einfach mal den Mund zukleben. Das mit dem Verhaltenstherapeuten wäre eine lustige Idee ;-)

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