{GELESEN & BUCHTIPP} Tiefschwarze Melodie

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Was zeichnet einen Mörder aus, der seine Opfer aussucht, um sie ans Bett zu fesseln und sie im Rhythmus seiner Musik zu foltern um sie dann brutal zu töten? Was bewegt ihn zu dieser grausamen Tat? Darauf hat Catherine Shepherd eine Antwort. Und die ist sogar emotional nachvollziehbar, auch wenn man kein Killer ist.

Zuerst möchten wir uns bei Catherine Shepherd recht herzlich für die uns zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar von „Tiefschwarze Melodie“ bedanken.

Was macht einen Mörder aus, der seine Opfer aussucht, um sie ans Bett zu fesseln und sie im Rhythmus seiner Musik zu foltern, um sie dann brutal zu töten? Was bewegt ihn zu dieser grausamen Tat? Und warum ist er derart darauf bedacht, dass alles seinen Regeln entspricht, wieso dieser Hang zur Perfektion? Wie kam es zu seinem Hang zur Musik?

Oder anders gefragt: Was geht in einem Stadtsoldaten vor, der im Jahre 1497 in einer Kirche eine junge Novizin auf dem Kreuz aufgehängt und brutal ermordet vorfindet, um später, während seiner Ermittlungen, herauszufinden, dass hinter diesem Mord eine tiefschwarze Melodie steckt? Wie soll er mit den anno dazumal einfachen und primitiven Mitteln bloss den Mörder finden, geschweige denn fassen? Und was hat es denn nun mit dieser Musik auf sich?

 

5 von 5

 


Hier probelesen!

 

Dass Catherine Shepherd im ihrem bereits fünften Buch aus der Zons-Thrillerreihe (für mich allerdings war es erstes Buch, welches ich von ihr gelesen habe) mit zwei Erzählsträngen in unterschiedlichen Epochen auffährt, ist im Grunde genommen nur noch das süsse Tüpfelchen auf dem „i“, wie man so schön sagt. Was mir besonders imponiert hat, war die Art und Weise wie Shepherd es versteht, Zeit und Raum zu manipulieren und zu ihren Gunsten perfid der Geschichte anzupassen. So konnte ich mir beim Lesen nie wirklich sicher sein, den weiteren Verlauf zu durchschauen. Schlussendlich habe ich das auch nie, denn die unerwarteten Wendungen liessen mich gedanklich im Dunkeln tappen.

Die Geschichte mit zwei Zeitlinien und Charakteren, die unterschiedlicher nicht sein könnten, wurde für mich zunehmend plastischer und zusammenhängender. Es schien mir fast so, als hätte jedes Wort und jede Satzaufstellung in beiden Zeitachsen seine Richtigkeit. Nur in Romanen von Stephen King fand ich bisher eine derart gekonnte Beschreibung durchgeknallter Charaktere in verschiedenen ebenso durchgeknallten Settings. Doch Shepherds Protagonisten und deren Tatorte sind etwas sanfter und feinfühliger ausgesucht.

Am Schluss konnte ich sogar das Handeln des Mörders gefühlsmässig vollumfänglich nachvollziehen, denn die Autorin versteht es auch, die Psychologie der Charaktere gekonnt zu Gunsten des Plots ins richtige Licht zu rücken. Die eher trockene und dennoch einlullende Schreibweise besitzt eine derart starke erzählerische Kraft, dass ich den Thriller am Schluss mit einem weinenden Auge weggelegt habe. Ja, das Lesen hat sich absolut gelohnt und am Ende wollte ich einfach nur mehr davon. Viel mehr! Und das gibt es ja, in den Vorgängerromanen.

Mit Catherine Shepherd wurde für mich ein neuer Stern am Thrillerhimmel geboren. Unbedingt lesen!

Tiefschwarze Melodie von Catherine Shepherd, Kafel Verlag, 353 Seiten, Leseprobe, rezensiert von Cristoforo

Eine Antwort

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