{GELESEN} Die Hure Babylon von Ulf Schiewe


Bild via Ulf Schiewe Webseite

Und schon stürze ich mich in den nächsten historischen Roman, um meine Ferien zu verschönern. Dieses Mal gehe ich in Südfrankreich auf Kreuzzug bis ins heutige Syrien, mit der militia christi, zusammen mit Arnaut de Montalban, der Kreuzritterin Constansa D’Escorralha und dem ganzen Gefolge von Reitern, Huren und Sklaven. Es war ein holpriger Einstieg gegen die Seldschuken nachdem ich vorher gerade DIE TÄUFERIN gelesen hatte…

Nach Jeremiah Pearson’s TÄUFERIN bin ich ich bereits beim nächsten Histoschmöker angelangt. Unsere Gemeindebibliothek tauscht jedes halbe Jahr mit der Solothurner Mediathek Bücher aus. Diese sind dann in unserer Bibliothek in einer extra Ecke angeordnet. Grade eben wurde dieser Austausch wieder erneuert und so wollte ich die ausgetauschten Bücher gleich mal durchsehen.

Es war nicht soviel Ansprechendes dabei für mich, bis auf Ulf Schiewe’s Babyloner Hure, so nahm ich diese also gleich mit nach Hause. Ich war etwas skeptisch, denn nachdem sich DIE TÄUFERIN so flüssig lesen liess, fiel mir der Einstieg in Schiewes Roman nicht einfach. Alles war mir zu detailliert beschrieben, zu ausschweifend und zu langatmig. Ich war halt immer noch im Modus des direkten und schnörkellosen Pearson gefangen.

Nach etwas über 1/4 des Romans wurde ich dann doch langsam warm. Wenn auch nie wirklich ganz mit der Schreibweise des Autors. Es war mir bis zum Ende doch immer noch etwas zu ausgedehnt. Aber da dieses Argument auch bei amazon Rezensenten bei der TÄUFERIN auftrat, war, nachdem ich nachgeschaut habe, klar, dass es daran liegen muss, dass auch hier eine Romanreihe und kein Einzelroman vor mir lag.

 

4 von 5

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Die Hure Babylon kannst du hier Probe lesen!

 

Ich habe einen Stern abgezogen, weil ich glaube, dass man diesen Roman noch etwas spannender bzw. lebendiger gestalten könnte. Obwohl ich die Protagonisten alle ins Herz schliessen konnte, so lag zwischen ihnen und mir immer eine dünne Wand der Distanz. Ich denke das liegt an dem Schreibstil, der vor allem aus Erzählersicht geschrieben ist. Lediglich Ermengarda von Narbona, die Vizegräfin, erzählt aus eigener Sicht. Warum Schiewe dies so angelegt hat, verstehe ich nicht so ganz. Ich gehe davon aus, dass der Vorgängerroman, DIE COMTESSA, bereits aus der Ich Perspektive von Ermengarda beschrieben wurde und deshalb auch dieser Folgeroman, die Hure Babylon, so weitergezogen wurde. Das macht aus meiner Sicht dann auch Sinn.

Die Beschreibung der militia christi, dem mäanderndem Kampftrupp der Kreuzritter, ist hervorragend gelungen und man fühlt sich als Leser alsbald als einer der Beteiligten, zieht von Stadt zu Stadt bis ins Ferne Tripolis, leidet und überlebt gemeinsam mit den Protagonisten.

Besonders hevorzuheben ist die Vermischung von historischen Figuren und fiktiven Charakteren zu einer quasi Reality History. Dies gefiel mir besonders gut und lässt den Leser auch Anteilnahme an den damaligen Begebenheiten und Lebensweisen empfinden.

Alles in allem ein gut recherchierter, fundierter, historischer Roman mit Schwerpunkt auf wahre Begebenheiten, garniert mit einem Schuss an fiktiven Liebesgeschichten.

Die Hure Babylon von Ulf Schiewe, Droemer, 576 Seiten, Leseprobe, rezensiert von Virginia

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