{GELESEN} TROST von Andrew Brown

via welt.de

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Wie bereits früher schon erwähnt: kriminaltechnisch gesehen, sind die Bücherregale dieser Welt überfüllt. So stelle ich mir wieder einmal die Grundsatzfrage: „Braucht die Welt noch einen Autor, der lediglich 08/15-Krimis schreibt?“ Aber diese Frage muss sich jeder selber einmal beantworten in seinem Krimileben. Das Buch unterhaltet gerade so gut wie zig andere Krimis aus dem Bücherregal.

Als ich das Buch in der Bibliothek gesehen hatte, (ein Bestseller-Kriminalroman aus Südafrika) musste ich sofort zugreifen. Eigentlich lese ich Krimis nur, weil ich mir darin gut umgesetzte Szenarios mit interessanten Charakteren und unerwartete Wendungen wünsche, was der Covertext ja auch verspricht. Doch kann das Buch aus Südafrika das Marketing-Versprechen halten?

Der gebrochene Inspector Eberard Februarie (Alkoholismus, kaputte Beziehung und Drogenmissbrauch) arbeitet in Kapstadt und bekommt von seinem Vorgesetzten einen besonderen Fall zugewiesen. In einer jüdischen Synagoge wird die Leiche eines jungen Muslimen in Gebetskleidern gefunden. Der Fall soll möglichst rasch und ohne grosses Medien-Aufsehen gelöst werden, denn die Gewalt in Kapstadt droht auszuufern, sollten Informationen über den Fall an die Öffentlichkeit gelangen. Doch die Ermittlungen haben so ihre Tücken, in Form von verschiedenen Religionen, die sich gegeneinander aufs Blut bekämpfen. Auch seitens der jüdischen Synagoge erhält Februarie nicht wirklich Hilfe, sondern nur die volle Macht des religiösen Hass zu spüren.

 

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Hier in TROST probelesen!

 

Ich werde ja ein wenig verwöhnt zurzeit. Überall auf der ganzen Welt spriessen Krimi-Autoren wie Pilze aus dem Boden (mein Lieblingsspruch, wie du bestimmt schon gemerkt hast). Doch ein Buch aus Südafrika mit zwei guten Bewertungen muss ja gut sein… dachte ich mir… und ja, das Buch ist ganz OK.

Vom Setting Kapstadt erfährt man einiges, doch es hätte auch noch etwas mehr sein können. Was man mehr als genug erfährt hingegen, sind die vielfältigen Hassgefühle, die die religiösen Vertreter gegeneinander hegen und die zu vielen Unruhen im Land führen. Nach dem Lesen erhärtete sich für mich meine These, dass Religionen im Grunde nur unnützer Seelenballast darstellen. Die Kriminalgeschichte ist ganz OK, verläuft sie jedoch ganz im erwarteten Rahmen. Die Charaktere erscheinen mir auch ausreichend beschrieben und dennoch nicht übermässig interessant gestaltet. Hier hätte man etwas mehr Charme reinbringen können, wie es u.a. Tess Gerritsen oder Cay Rademacher machen. In dieser Form bleiben die Figuren in Trost einfach nur Figuren, die man nach einer Woche wieder vergessen hat. Oder spätestens beim nächsten, wirklich guten Krimi.

Trost von Andrew Brown, btb Verlag, 352 Seiten, Leseprobe, rezensiert von Cristoforo

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