{GELESEN} Der Weg nach al-Andalus von Martín Blasco

via glogster.com

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Wer gerne Märchen wie „Sindbad der Seefahrer“, „Alibaba und die 40 Räuber“ oder Filme wie „The Life of Pi“ mag, wird das Buch lieben. Aber Vorsicht: die Geschichte endet aus meiner Sicht viel zu früh, denn „klein aber fein“ ist hier die Devise. Eine Reise lohnt sich aber allemal…oder auch eine zweite oder dritte?!?

Der Sohn von Yusuf erzählt die Geschichte seines Vaters:

Wir schreiben das 12. Jahrhundert und befinden uns in Bagdad, als der junge Yusuf sich seinen Lebensunterhalt als Strassenhändler verdient. Unter den Stadtmenschen wird er immer bekannter, als DER Mann, der alles besorgen kann. Yusuf könne die Wünsche der Menschen (vor allem der der weiblichen Kundschaft) regelrecht vom Gesicht ablesen. Doch durch den Umgang mit falschen Freunden wird Yusuf später zum Strassendieb. Die Gang der Diebe beschliesst eines Tages von den Strassendiebstählen wegzukommen, um sich auf einen grossen Coup zu konzentrieren (Einbruch in das Haus eines Reichen). Als während des Einbruchs einiges schief läuft, wird Yusuf von den Ordnungshütern festgenommen und muss fortan dem Hausherrn als Sklaven dienen. Dabei lernt er auch Amira (eine Sklavin des Hausherrn) kennen und lieben. Doch die Liebe der zwei Sklaven steht unter keinem guten Stern. Eines Tages (möchte hier nicht näher darauf eingehen: Spoiler-Gefahr) gerät Yusuf ins Gefängnis, wo er einen anderen Gefangenen kennenlernt. Dieser erzählt Yusuf die Legende des silbernen Stabes, welcher von Alchemisten speziell angefertigt wurde, um damit Gegenstände in Gold zu verwandeln. Wie ein Besessener macht Yusuf sich auf die Suche nach dem Zauberstab und flieht kurzerhand aus Bagdad. Doch kann Yusuf den Stab schliesslich finden und kann der Stab wirklich Gegenstände in Gold verwandeln?

 

4 von 5

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Flimmernde Hitze, ferne Oasen, riesige Palmen, peitschende Stürme, rote Dünen, Kamele, Fata Morganas und der Zauber des Orients…..dies alles und noch viel mehr erwartet den Leser dieses eindrücklichen Märchens. Die Geschichte besteht für mich aus einer modernen Mischung von „The Life of Pi“, „Sindbad der Seefahrer“ und „Alibaba und die 40 Räuber“. Und diese Mischung funktioniert hier dermassen gut, dass man am liebsten immer weiterlesen möchte. Das sagenhafte Setting führt den Leser direkt auf eine Reise durch den Orient des 12. Jahrhunderts.

Bildhaft und äusserst prägnant beschrieben, fühlte ich mich in der Welt Yusufs stets wohl. Von den zahlreichen Metaphern und den inneren Konflikte, die Yusuf auf der Suche nach dem Zauberstab durchmacht, bin ich hell begeistert. Das Lesen verzauberte mich von Anfang an und endete leider viel zu früh, denn das Buch ist mit seinen 120 Seiten einfach viel zu kurz geraten. Ausschliesslich darum ziehe ich einen Punkt ab. Ich bin auch für Qualität statt Quantität, es ist jedoch nicht nötig, die Quantität dermassen stark zu reduzieren. Das Buch hinterlässt ein wohliges Gefühl, als hätte ich eine Reise in eine ferne Welt voller Zauber begangen. Ich betone nochmals, dass ich gerne etwas länger dort geblieben wäre.

Der Weg nach al-Andalus von Martín Blasco, Carlsen,  120 Seiten, Leseprobe, rezensiert von Cristoforo

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