{GELESEN} Tödliche Camargue: Ein Provence-Krimi mit Capitaine Roger Blanc von Cay Rademacher

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Cay Rademachers Kriminalroman Tödliche Camargue strotzt nur so von Sommer- und Ferienfeeling. Wer sich auf seinen bevorstehenden Urlaub einstimmen möchte, kann sich hier schon vorab einen Kanten Sommer genehmigen.

Ein toter Motorradfahrer und ein ausgebrochener, schwarzer Stier bilden den Schauplatz eines anfangs scheinbaren Unfalles. Was in Spanien ab und zu auf freien Willen der Toreros während eines Stierkampfes passieren kann, wird in der Provence für einen Motorradfahrer zum ungewollten Todesfall: der ausgebrochene Stier hat den Motorradfahrer mit seinen Hörnern erstochen. Als Capitaine Roger Blanc und sein Kollege Marius Tonon bei der Unfallstelle ankommen, lebt der aus dem Gehege ausgebrochene Stier noch. Freie Stiere sind für Menschen normalerweise gefährlich, denkt Tonon und erschiesst kurzerhand die bedrohliche Bestie, um den Schauplatz gefahrenfrei untersuchen zu können. Später stellt sich heraus, dass es sich bei dem schwarzen Stier um einen teuren Kampfstier handelt. So ist auch der Eigentümer des nun erschossenen Tieres nicht wirklich begeistert vom Vorgehen der zwei Amtskollegen. Als die beiden auf dem Schauplatz schliesslich ein bestimmtes Objekt finden, beginnen sie, die anfängliche Theorie des Unfalles abzuschütteln, denn je mehr sie recherchieren, desto klarer wird ihnen, dass am Motorradfahrer Mord begangen worden sein muss.

 

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Tödliche Camargue: hier probelesen

 

Die Geschichte lebt von der Provence. Oder besser gesagt vom Sommerfeeling, welches der Autor in seiner Geschichte gekonnt übermittelt. Die einzelnen Dialoge erinnerten mich sofort an die französischen Kultfilme mit Louis de Funès oder an die etwas neuere französische Komödie Willkommen bei den Sch’tis aus dem Jahre 2008. Cay Rademacher hat meiner Meinung nach auch durch das Platzieren von einzelnen, französischen Wörtern wie Merde oder Putain, aber auch von nicht von fluchbelegten Worten, das Flair des Romans gekonnt typisch französisch gehalten. Auch das spezielle Setting der Provence kommt sehr gut rüber. Die Flora und ihre Düfte liessen mich oft an Sommerferien am Meer zurückdenken. Oder an eine Reise nach Frankreich. Der Krimi selbst ist eher mittelmässig. Oft ist er durchschaubar und am Ende fehlte für mich ein wenig mehr Kick. Dennoch schafft es der Autor, vor allem mit den typisch französischen Charakteren und den charmanten und witzigen Dialogen, mich bis zum Schluss bei Laune zu halten.

Wer Wert auf Krimis mit einer tiefergehenden Handlung setzt, sollte sich andere Bücher suchen. Um den literarischen Frühling in vollen Zügen geniessen zu können, reicht das Buch allemal. Sommer- und Ferienfeeling sind inbegriffen!

Tödliche Camargue: Ein Provence-Krimi mit Capitaine Roger Blanc von Cay Rademacher, DuMont Buchverlag,  304 Seiten, Leseprobe, rezensiert von Cristoforo

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