{GELESEN & BUCHTIPP} Fritz Lang: »Ich bin ein Augenmensch« von Norbert Grob

fritz lang

Die Biografie von Norbert Grob befasst sich mit dem Leben und Wirken des Film Genies Fritz Lang. Als Regisseur zahlreicher Kult-Klassiker wie Metropolis ging Fritz Lang in die Filmgeschichte ein.

Während der Sendung Kulturzeit auf dem TV Sender 3sat wurde am 7. April 2015 über die Biografie von Fritz Lang berichtet. Sofort war ich Feuer und Flamme. Am gleichen Tag noch lud ich mir die Biografie auf den Kindle runter. Ich habe es nicht bereut. Die extreme Fülle an Fakten über Lang, seine Filme und auch über sein Privatleben sind überwältigend. Im hinteren Teil des Buches listet der Biograf Norbert Grob zahlreiche Dokumente, die aus seiner Recherche resultieren, auf.

Umfangreich ist gerade mal eine Beschreibung, die knapp passt… die Liste ist RIESIG! Da kann ich nur sagen: „Hut ab!“. Norbert Grob hat sagenhaft fundierte und gute Recherchearbeit geleistet und berichtet sachlich, klar strukturiert und stets spannend über das Leben von Fritz Lang. Die ganze Wucht des Ersten und Zweiten Weltkriegs führte mir beim Lesen vor Augen, wie diese Zeit die Filmemacher geprägt haben muss. Filme wie ¨Metropolis  oder M – Eine Stadt sucht einen Mörder haben das Kino während seiner eigenen Kindheit stark geprägt. D.h. der Krieg hat damalige Filmemacher wie Fritz Lang geprägt. Diese wiederum haben die Prägung in ihren Werken weitergegeben und diese Werke schliesslich haben dazu geführt, dass heutige Filme so sind, wie sie sich uns präsentieren.

Wichtig: Der Autor verherrlicht Fritz Lang praktisch nie und stellt ihn auch nicht immer im besten Licht dar. Schliesslich galt Lang als äusserst eigenwillig und als Regisseur ging er nicht gerade feinfühlig mit seiner Crew und den Schauspielern um. Diese Biografie macht von mir aus gesehen alles richtig. Sie eröffnet dem Leser viele unbekannte Fakten, die das Filmgenre ungemein geprägt haben.

 

5 von 5

 

IMG_1493

hier zur Biografie auf amazon.de surfen

 

Während der Lektüre erfahren wir über Lang, dass er während der Besetzung Deutschlands durch die Nazis ins Propagandaministerium von Goebbels eingeladen wurde. Lang sollte sein talentiertes Handwerk als Filmemacher für die Nazi-Propaganda einsetzen, so der Wunsch des Regimes. Die Nazis hatten klare Vorstellungen, was und wie der Regisseur etwas in seinen Filmen zu zeigen hätte. Aus Unmut und Angst durch die Nazis umzukommen, beschloss Lang widerwillig aus Deutschland auszuwandern.

Bekannt und hoch gelobt für seine Meisterwerk METROPOLIS, der zugleich die Erfindung der Science-Fiction-Filme einläutete, als auch der Film M, seinerseits der erste Film der Filmgeschichte, der über einen von Zwängen getriebenen Serienmörder handelt, wurde Fritz Lang bei seiner Ankunft in Los Angeles mit Applaus und Zurufe seiner Fans begrüsst. Schnell fand Lang den Draht zu den amerikanischen Studios wie MGM oder Universal, die aber bereits nach kurzer Zeit mit dem Wechsel vom Stumm- zum Tonfilm in finanzielle Krisen stürzten. Nebst den vielen Kassenschlagern, produzierte Lang unter Preisdruck und Änderungswünschen durch die Produzenten, auch einige Flops, die fast das Aus seiner Karriere in den USA hätten bedeuten können.

Der Mann mit dem Monokel, so wurde Fritz Lang genannt. Er selbst sagte von sich, dass er seine Eindrücke NUR durch die Augen empfange. Kein Wunder, wollte er doch ursprünglich Maler werden. Doch sein Vater war damit nicht einverstanden. So machte Lang es sich zum Ziel, seine Malkunst in seinen Filme auszuleben, was ihm mal mehr und mal weniger gut gelang. Er strebte immer das „Meisterliche, Ausserordentliche und Ungewöhnliche“ für seine Filme an, um es mit seinen eigenen Worten wiederzugeben.

Und er hatte sie alle vor der Kamera, die ganz grosse Liga der Schauspieler wie Marlene Dietrich, Marilyn Monroe, Gary Cooper usw. Langs Privatleben war geprägt von vielen Affären, u.a. auch mit Marlene Dietrich. Lang hatte es sich zu Eigen gemacht, die Technik des Bezirzens des anderen Geschlechts zu perfektionieren, so dass er viele Affären mit unterschiedliche Frauen unterhielt. Ein mysteriöser Vorfall führte zum Tod von Langs Frau, die von einer Pistole erschossen, tot aufgefunden wurde. Bis heute ist unklar, wie Langs Frau umgekommen ist. Es scheint aber klar zu sein, dass Lang unschuldig gewesen sein muss. Man geht davon aus, dass es einen direkten Zusammenhang zu seinen Seitensprüngen gibt, aber dass Lang den Mord an seiner Frau ausgeübt haben könnte, war aufgrund der Umstände eher unwahrscheinlich.

So… habe ich dein Interesse geweckt? Gut, für weitere spannende Details aus Langs Leben empfehle ich dir das Buch zu lesen.

Fritz Lang: »Ich bin ein Augenmensch« von Norbert Grob, Propyläen Verlag, 448 Seiten, Leseprobe, rezensiert von Cristoforo

Teile dich mit

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: