{GEHÖRT} Die Mondspielerin von Nina George

nina george

Nina Georges im Jahr 2010 veröffentlichter Debütroman Die Mondspielerin ist ein Buch für Frankreichfans, die es gern verspielt, tiefgründig und auch etwas mythisch angehaucht mögen. Die Autorin spielt zauberhaft mit allen Elementen, die Romantiker lieben ohne dabei ins Kitschige abzudriften. Der Roman handelt vom Leben, dem Tod und der Chance auf einen Neubeginn. Aber auch Genuss und Laissez-faire kommen bei George nicht zu kurz.

Das Cover ist deutlich: Die Mondspielerin ist für uns Damen gedacht. Es ist sehr feminin, sehr süss und auch etwas geheimnisvoll gestaltet. Mir gefiel es persönlich auf Anhieb, weshalb ich mich dann auch über den Inhalt des Hörbuchs informiert habe.

In Die Mondspielerin begegnen wir der 60 Jahre alten Marianne. Sie ist lebensmüde. Nach einem fremdbestimmten Leben mit einem sehr unsensiblen Chauvinisten als Ehemann, ist es an der Zeit zu gehen. „Schluss mit mir“, denkt sich Marianne, bevor sie sich in Paris in die Seine stürzt. Natürlich überlebt Marianne diesen Suizid, sonst wäre die Geschichte ja schon zu Ende, bevor sie überhaupt beginnt.

Marianne flüchtet sich in einen kleinen, beschaulichen Ort in die Bretagne. Dort beginnt sie quasi ein neues Leben, mehr ungewollt als gewollt. Das Leben passiert einfach mit Marianne und sie arrangiert sich damit. Dass sie kein Wort Französisch spricht, macht das Ganze zwar nicht unbedingt leichter, aber es eröffnet ihr eine eigene Welt der Kommunikation. Als sie nebst den Bewohnern des Örtchens und den Kollegen im Restaurant, in welchem sie arbeitet, auch noch den Maler Yann kennenlernt, scheint ihre neue Zukunft besiegelt. Aber kann man so einfach ein neues Leben anfangen mit 60? Und was ist mit ihrem Ehemann, soll sie ihn anrufen oder nicht? Macht sich Marianne etwas vor?

 

 

3 von 5
nina george

Die Mondspielerin probehören

 

Diese und andere Fragen bilden den zentralen Mittelpunkt dieser Aussteigergeschichte um die verzweifelte Seniorin. Dabei kommen zwangsläufig natürlich auch Themen wie der unausweichliche Tod, das gut gelebte Leben und Fragen zum Sinn des Lebens auf. Diese verarbeitet Nina George mit viel Feingefühl und einem Quentchen Verklärtheit. Was zu Beginn wie eine handfeste, bodenständige Geschichte beginnt, in der Hörbuchvariante gekonnt und angenehm vorgelesen von Richard Barenberg, entwickelt sich streckenweise besonders zum Ende hin zu einer etwas esoterischen Plänkelei. Es ist definitiv Geschmacksache, ob man sich dieser Verklärtheit der Welt hingeben möchte oder nicht. Mich erinnerte der Roman etwas an die Werke von Rosamunde Pilcher.

Sehr gelungen finde ich den Schreibstil und wie die Autorin Gefühle im Leser zu wecken vermag. Man wird wirklich verführt, nach der Lektüre aufzustehen und seinem Ruf zu folgen. Wenn man denn einen hat. Ich denke, dass nüchtern denkende Leser mit dem Buch nicht soviel anfangen können. Man muss schon ein Gefühlsmensch sein, um die etwas verzettelte Handlung trotzdem noch geniessen zu können.

Wenn man tiefgründige Gedankenspiele, eine Prise Verspieltheit und französische Klischees erträgt, dann ist diese Geschichte sicherlich ein Genuss.

Die Mondspielerin von Nina George, Audible GmbH, 8 Stunden 18 Minuten, Hörprobe, rezensiert von Virginia

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