{GELESEN & BUCHTIPP} Minority Report (aus dem Buch „Autofab“) von Philip K. Dick

Dick

 In seinen Kurzgeschichten spürt man den Charakter des Autors.

Für Dick und Science Fiction Fans ein Muss. Die Kurzgeschichten in Autofab dienen heute noch als Vorlage für die meisten Science Fiction Filme aus der Hollywood Fabrik. Wer in diesem Genre eine aktuell veröffentlichte Lektüre sucht, dem kann ich auch SCORE von Martin Burckhardt empfehlen. Nicht, dass Dicks Geschichten veraltet wären, ganz im Gegenteil. Dick ist der Godfather of Science Fiction.

Bemerkung: Ich bedanke mich beim Blogger solera1847  für seinen Kommentar zu unserer Rezension zu BLADE RUNNER – Träumen Androiden von elektrischen Schafen von Philip K. Dick, der mich angespornt hat, Minority Report zu lesen.

Das Buch Autofabbeinhaltet nebst zahlreichen Kurzgeschichten auch die Story, die Stephen Spielberg als Vorlage für den Film Minority Report mit Tom Cruise aus dem Jahre 2002 verwendet hat. Zudem trifft man im Buch auf zahlreiche andere Kurzgeschichten, die u.a. auch für die Verfilmungen von Total Recall aus dem Jahre 1990 mit Arnold Schwarzenegger und die neuere Verfilmung aus dem Jahre 2012 mit Colin Farrell benützt wurden.
Das Buch ist somit KEIN Buch zum Film! Der gleichnamige Film von Stephen Spielberg wurde lediglich auf Basis der Kurzgeschichte aus dem Buch produziert.

 

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In Minority Report treffen wir auf die Precogs. Das sind humanoide Lebensformen mit übergrossen Köpfen. Ihre einzigartige Fähigkeit, die Zukunft voraus sehen zu können, wird in einer nicht allzu fernen Zukunft von den Menschen zur Prävention von Todesdelikten verwendet. Dafür hat man die Precogs an zahlreiche Maschinen angeschlossen, wo sie auch ihr ganzes Leben verbringen. Die Precogs sprechen die meiste Zeit irgendwelche Wörter aus, die von den Maschinen ständig ausgewertet werden. Sobald diese Wörter ein Indiz für ein Gewaltverbrechen liefern, das in der Zukunft stattfinden wird, macht sich die Polizei auf die Suche nach dem zukünftigen Mörder, um diesen sofort zu verhaften. Auf diese Weise schafft es die Polizei, die Mordrate während fünf Jahren auf Null zu halten, denn die Morde werden im Keim erstickt, bevor sie überhaupt passieren. John Anderton ist der Chef der Polizei-Einheit und verantwortlich dafür, dass die zukünftigen Bedrohungen eliminiert werden. Er fühlt sich alt, kahl und fett. Als einer der Precogs angeblich ein Verbrechen voraussagt, das von Anderton ausgeführt werden soll, beginnt für Anderton die fieberhafte Suche nach der Realität, die jedoch durch Manipulation und Verdrehung derselbigen zum Katz und Maus Spiel wird.

In seinen Kurzgeschichten spürt man den Charakter des Autors. So empfinde ich es. Wenn ein Autor sich auf wenig Platz reduziert, merkt man als Leser schnell, wer wirklich gut schreiben kann. Philip K. Dick war ein regelrechtes Kurzgeschichtengenie. Aus wenigen Dialogen und Beschreibungen schaffte er ganze Weltanschauungen und prophezeite in den 50er Jahren Techniken voraus, die heute tatsächlich verwendet werden.

Ich habe die zahlreichen Kurzgeschichten aus Dicks Autofab regelrecht verschlungen. So gross war mein Philip K. Dick-Hunger. Und je länger ich las, umso grösser wurde er. Ähnlich wie Sir Arthur C. Clark in seinem Buch 2001: Odyssee im Weltraum, schaffte es auch Philip K. Dick, einzigartige Welten zu erschaffen. Die zahlreichen Kurzgeschichten leben von der „scheinbaren“ Absurdität. Die Dialoge der Charaktere erscheinen zuerst komplett durchgedreht, denn die Geschichten machen erst nach dem Durchlesen wirklich Sinn. Gekonnt spielte Dick in seinen Storys mit dem Unwissen des Lesers. Es ist ein Jammer, dass er 1982 verstorben ist und uns mit seinen Geschichten die Realität nicht mehr versüssen kann.

Diese Kurzgeschichten wurden Ende der 50er Jahren geschrieben (wohlgemerkt). Ich frage mich oft, ob damalige Leser mit Dicks Geschichten überhaupt etwas anzufangen wussten, da diese erst heute wirklich Sinn ergeben. Im Buch findet man auch echte Perlen der Zeitreisegeschichten, die in Büchern je verfasst wurden.

Minority Report (aus dem Buch Autofab) von Philip K. Dick, Haffmans Verlag, 284 Seiten, leider keine Leseprobe, rezensiert von Cristoforo

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