{GELESEN} Märzgefallene von Volker Kutscher

via Welt.de

Wer sich nicht nur für Krimis sondern auch für gut recherchierte, historische Romane interessiert, wird zurzeit wohl kaum einen besseren Roman auf dem Markt finden. Volker Kutscher hat einen unglaublich reichhaltigen Krimi rund um das Leben in Deutschland im Jahre 1933 geschaffen. Ein Roman, der Geschichte lebendig werden lässt und dabei auch an Unterhaltung einiges zu bieten hat.

Wir schreiben das Jahr 1933 und Hitler hat soeben die Machtstellung in Deutschland übernommen. Während einer eiskalten Winternacht wird am Nollendorfplatz eine tiefgefrorene Leiche gefunden. Gereon Rath nimmt sich des Falles an und lässt die Ermittlungen anlaufen. Rasch kristallisiert sich heraus, dass der tote Landstreicher tagelang auf dem Nollendorfplatz gelegen haben muss, bevor er der Polizei gemeldet wurde. Während den Ermittlungen kommt zudem zum Vorschein, dass es sich bei dem Landstreicher um einen Veteran aus dem Ersten Weltkrieg handelt, der eindeutig ermordet worden ist. Die Kriegserinnerungen des Grafen von Roddeck, verfasst in seinem Roman „Märzgefallene“, scheinen für die Aufklärung des Falles wichtig zu sein. Gereon Rath hat es mit seinen Ermittlungen nicht leicht. Das ganze Land ist im Aufbruch und die Nazis haben bereits damit begonnen, Juden systematisch zu verfolgen. Somit hat die Klärung des Falles keinerlei Priorität. Und nicht nur das. Irgend jemand versucht Gedeon Raths Ermittlungen zu verhindern.

 

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Märzgefallene

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Volker Kutscher erzählt in Märzgefallene im Grunde genommen zwei Geschichten. Einerseits versucht die Hauptfigur Gereon Rath ihren fünften Mordfall zu lösen.  Andererseits erschafft der Autor mit grosser Lebendigkeit das „Deutschland aus dem Jahre 1933“. Ich versank bereits nach den ersten Sätzen völlig in Kutschers Welt, was mir beim Lesen nur selten widerfährt. Plastisch und sehr markant konnte ich während der Lektüre die Hoffnungen und Ängste des damaligen Deutschlands und die Nazis hautnah miterleben. Doch diese extraordinäre Welt, die Volker Kutscher geschaffen hat, fordert auch ihren Tribut: viel geschichtliches und ein literarisches Ausholen war nebst der Kriminalgeschichte notwendig, um eine solch „erlebnisreiche“ Literatur zu schaffen.

Die Kriminalgeschichte wurde in die historische Geschichte Nazideutschlands eingebettet. Der Leser MUSS auch an den Thematiken DeutschlandHitlerErster und Zweiter Weltkrieg Interesse hegen, um überhaupt an dem Buch Gefallen zu finden. Mich hat das Buch auf jeden Fall in eine andere, lebhafte Welt entführt.

Märzgefallene von Volker Kutscher, Kiepenheuer&Witsch, 608 Seiten, Leseprobe, rezensiert von Cristoforo

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