Die Monogramm-Morde: Ein neuer Fall für Hercule Poirot von Sophie Hannah

via telegraph uk

"Und wenn sie nicht gestorben sind, reden sie noch heute."

Agatha Christie kenne ich leider bisher nur vom Hörensagen. Ich hatte bisher noch keine Gelegenheit, einen ihrer Klassiker zu lesen. So nahm ich mich Sophie Hannahs Revival-Versuch des legendären Hercule Poirot als unvoreingenommener Leser an.

Im Londoner Hotel Bloxham des Jahres 1929 werden drei Leichen gefunden. Der mit dem Fall betraute junge Polizist Edward Catchpoole, fühlt sich damit komplett überfordert und bittet Poirot um Hilfe, der in derselben Pension residiert. Der exzellente Ruf des berühmten Detektivs eilt Hercule Poirot auch in London voraus, was dem Polizisten Edward Catchpoole anfangs jedoch eher missfällt. Denn Hercule Poirot scheint sich auf, für Catchpoole, eher banale und unbedeutende Fakten zu stürzen. Wie zum Beispiel, wo und warum eine Tasse auf einem Tisch abgestellt wurde oder warum ein Fenster beim Tatort offen steht und nicht verschlossen wurde. Oft fallen sich die zwei Ermittler, meistens ungleicher Meinung, ins Wort. Als Hercule Poirot in den Mündern der vergifteten Leichen Manschettenknöpfe mit dem Monogramm PIJ entdeckt und aufdeckt, dass die Schauplätze der Ermittlungen wichtige Unterscheide aufweisen, muss auch Catchpoole dem überlegenen Scharfsinn des Detektivs Respekt zollen.

Wie eingangs erklärt, bewerte ich hier lediglich das Buch als Kriminalroman, da ich die Originalvorlagen von Agatha Christie nicht kenne.

Die Geschichte fängt interessant an. Die Dialoge (vor allem die von Poirot mit französischem Akzent) gefielen mir sehr gut und die Auseinandersetzungen mit dem jungen Polizisten Edward Catchpoole fand ich zuerst auch lustig. Doch auch nach längerer Lesezeit nehmen die einnehmenden, endlosen Diskussionen zwischen Catchpoole und Poirot kein Ende, noch ist ein Ende in Sicht. Auch die Auseinandersetzungen zwischen den beiden Protagonisten stellen zunehmend einen störenden Faktor dar und wirken zu gestellt. Das Setting London zu Beginn des 20. Jahrhunderts wird, vor allem durch die ständigen Dialoge, gut transportiert. Man vergisst beim Lesen zeitweise, dass es sich hier um ein modernes Buch aus unserer Zeit handelt. Dennoch fehlt jegliche Art von Dynamik oder wenigstens etwas Action, wie dies zum Beispiel im Sherlock Holmes Revival Das Geheimnis des weissen Bandes von Anthony Horowitz der Fall ist.

 

35von5

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Ich mag gut konstruierte Dialoge in Kriminalromanen, denn sie sind vor allem im Krimigenre ein Grundpfeiler des Erfolgs. Jedoch nicht verteilt über 95% der Geschichte, wie in Die Monogramm Morde. Ein Kriminalroman lebt ja dennoch vor allem von den Handlungen und Verstrickungen der Protagonisten. Und genau dieser Mix aus diesen drei Komponenten ist meiner Meinung nach Sophie Hannah nicht so gelungen. Sie stützt sich zu fest auf die Dialoge und vernachlässigt, meiner Meinung nach, den wichtigen Rest. Beim Lesen verspürte ich oft den Wunsch, einfach etwas anderes zu lesen. Und das nur wegen der nicht enden wollenden Dialogen.

Da ich die Originale von Agatha Christie nicht kenne, kann ich leider nicht einschätzen, ob die Fans Gefallen an dieses Buch finden werden. Ich, als unvoreingenommener Leser, kann nur über die zu fest dialogbezogene Geschichte berichten. Darum empfehle ich das etwas cleverere gelöste Sherlock Holmes Revival Das Geheimnis des weissen Bandes von Anthony Horowitz an dieser Stelle.

Die Monogramm Morde von Sophie Hannah, Atlantik Verlag, 336 Seiten, Leseprobe, rezensiert von Cristoforo

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