Gift im Aargau von Ina Haller

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"Ein Mord in Aarau?"

Ich bin Fan der Stadt Aarau. Im Telli-Zentrum in Aarau habe ich den bisher besten Job ausgeführt, habe in der Stadt und Umgebung mit vielen Freunden schöne Dinge erlebt und dadurch meine Partnerin Virginia kennengelernt, mit der ich nun in der Region um Aarau lebe. So kenne ich die Stadt und die Umgebung recht gut und konnte mich mit den geschilderten Settings der Story bestens amüsieren.

Im Kriminalroman Gift im Aargau treffen wir auf Andrina Kaufmann. Sie geht nach langer Zeit ihre Freundin Sumalee besuchen, die sich bei Andrina gemeldet hatte nachdem sie sie per Zufall im Internet entdeckt hatte. Bei Sumalees Wohnung in Aarau angekommen, stösst Andrina auf die angelehnte Wohnungstür. Als Sumalee nicht auf Andrinas Rufe reagiert, beschliesst Andrina, die Wohnung zu betreten. Dort entdeckt sie Sumalees Beine, die neben dem Sofa hervorschauen.

Nach Andrinas grausiger Entdeckung, trifft die Polizei ein und beginnt mit der Vernahme von Andrina. Schnell wird sie während der Ermittlungen zur Hauptverdächtigen erkoren.

Als Andrinas Freund Marco, Einsatzleiter bei der Polizei, nur einen Tag nach dem Mord an Sumalee spurlos verschwindet, beginnt Andrina auf eigene Faust zu ermitteln. Während der Suche nach Marco erhält sie die Anweisung, den Polizisten nicht zu vertrauen.

 

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Gift im Aargau probelesen

 

Die Geschichte ist überraschend gut geschrieben. Stets war ich gespannt darauf, zu erfahren, was als nächstes passieren würde. Beim Lesen dachte ich oft: „nur noch diese eine Seite“, nach der Seite dann dachte ich wieder dasselbe und wieder und wieder… Einfach und dennoch eindrücklich  gelingt der Schriftstellerin der Spagat zwischen Spannung und Lockerheit. Sehr gut gefallen hat mir, dass das Buch zwar im Aargau spielt, sich aber wie ein Sonntagsabend Tatort anfühlt. Ich stellte mir regelrecht vor, wie ich das Geschriebene in Aarau selbst erlebe.

Genervt habe ich mich  lediglich über die Naivität der Protagonistin Andrina. Mit viel Glück und scheinbar fehlendem Verstand, macht sie sich auf die waghalsige Suche nach der Wahrheit. Wobei das Wort „Suche“ eher durch „Zufall“ ersetzt werden müsste. Oft weiss Andrina (und der Leser) selber nicht genau, wie sie auf wichtige Hinweise für ihre Suche stösst. Die labile, und fremdbestimmte Persönlichkeit Andrinas machte es mir zudem schwer, mich mit ihr anzufreunden. Ich werde auf jeden Fall noch andere Bücher von Ina Haller in Betracht ziehen, aber nur Geschichten ohne Andrina Kaufmann.

Die meisten Dialoge beinhalten oft den gleichen Wortschatz, obwohl grundverschiedene Charaktere miteinander sprechen. Hier dürfte eine differenziertere Wortwahl Wunder bewirken. Eventuell könnten auch Ermittler aus anderen Schweizer Kantonen im Aargau aushelfen, wie es in der Schweizer TV-Serie Der Bestatter mit Mike Müller der Fall ist. Dies würde die Schweiz ein wenig mit dem Aargau verknüpfen, was auch ein interessanter Ansatz sein dürfte. Und um bei Mike Müller anzuknüpfen: auch ein wenig mehr Humor würde, die im Grunde genommen sehr gut geschriebene Story, etwas auflockern. Aber wie am Anfang erwähnt: die Geschichte bleibt was sie ist: „spannend vom Anfang bis zum Schluss“.

Waschechte Aargauer dürften die Kriminalgeschichte lieben. Ina Haller schafft eine dichte Atmosphäre und die Geschichte bleibt dabei immer interessant. Nur der etwas naive Hauptcharakter dürfte den Spass etwas dämpfen.

Gift im Aargau von Ina Haller, Emons Verlag, 240 Seiten, Leseprobe, rezensiert von Cristoforo

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