NOAH von Sebastian Fitzek

via wasliestdu.de

"Das Buch leuchtet ja im Dunkeln!!"

Zuerst möchte ich mich an dieser Stelle beim Verleger dafür bedanken, dass mich das Buch bereits VOR dem Lesen fast zu Tode erschreckt hat. Die Hand auf dem Buch leuchtet nämlich in Atommüllgelb im Dunkeln!

Das Leben als Obdachloser ist kein Zuckerschlecken. Vor allem, wenn man mit einer Schussverletzung in der Schulter aufwacht und nicht mehr weiss, wer man eigentlich ist. So beginnt Noahs Geschichte im Untergrund einer Berliner U-Bahn. Seinen Namen meint er nur wegen der Tätowierung auf seiner Hand zu kennen: NOAH. Der nichts ahnende Obdachlose Oscar nimmt sich des hilflosen Noahs an und gemeinsam bewältigen sie den täglichen Kampf ums Überleben auf der Strasse.

Auf der Suche nach Noahs Identität entdecken die beiden, dass Noah kein gewöhnlicher Obdachloser ohne Erinnerungen zu sein scheint. Noah kennt sich mit Kampftechniken aus, spricht fliessend Deutsch aber noch fliessender Englisch und kann das Handeln von Menschen gut einschätzen. Als eine Grippeepidemie einen grossen Teil der Bevölkerung auszurotten droht, findet Noah schliesslich seinen Platz in dieser Welt. Er glaubt, sich wieder zu erinnern. Doch nichts ist so, wie es scheint.

Die Thematik ist nicht neu. Spannend ist sie aber trotzdem, weil sie, anders als in Dan Browns Inferno, actiongeladener daher kommt. Auch die Story über einen Menschen, der die Erinnerung verliert, ist nicht neu, dafür in diesem Buch äusserst speziell und spannend erzählt. Anders als in Arno Strobels Der Trakt, strotzt Fitzeks Geschichte von Verschwörungen und Bedrohungen, die Unheil über die Menschheit bringen.

 

4von5

mit Klick ins Buch

Fitzek schreibt gekonnt, einfach und locker, als sei es das Natürlichste der Welt, Romane mit dermassen vielen, verzwickten Thematiken und Wendungen abzuliefern. Die Szenerie und die diversen Settings wurden von mir aus sehr gekonnt ausgesucht. Die Charaktere sind einfach und prägnant geschildert, aber verfehlen nie ihre Wirkung.

Leider hat die glänzende Medaille auch immer eine Kehrseite. In meinen Augen neigt Fitzek in diesem Thriller zu erzählerischen Ausschweifungen und Wiederholungen, z.B. bezüglich der Themen Überpopulation, Umgang mit Ressourcen und Korruption, alles Punkte, welche zur Ausrottung der Menschheit führen könnten. Die Thematik ist ja, wie eingangs erwähnt, nicht mehr unberührter Boden und dennoch walzt der Autor immer wieder über diesen drüber, hebt ihn sogar mit dem Bagger aus. So lesen wir immer wieder über Dinge, die man schon mal gehört hat oder sich als logisch denkender Mensch aus den Medien zusammenreimen konnte. Dieser Dichtestress und das wiederholte Durchkauen der Frage, was der Mensch auf dem Planeten Erde eigentlich für eine Stellung einnimmt, trüben etwas den Lesespass.

Wer wieder einmal einen Thriller, der von der Ausrottung der Menschheit handelt, lesen möchte, sollte das Buch unbedingt lesen. Wem es nur um Serienkiller und Opfer geht, der sollte sich bei einem anderen Roman gütlich tun.

NOAH von Sebastian Fitzek, Bastei Lübbe, 560 Seiten, Leseprobe, rezensiert von Cristoforo

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