Winter People von Jennifer McMahon

mit Klick ins Buch

1.5 von 5

"Ist es ein Thriller, ein Horror- oder ein Fantasy Roman?"

Die Geschichte über Tote, die für eine gewisse Zeit ins Leben zurückkehren dürfen ist an und für sich nichts Neues. Romane wie Frankenstein von Mary Shelley oder Friedhof der Kuscheltiere von Stephen King sind die erfolgreichen Romane in diesem Genre und zeigen auf, wie man als Autor solche Themen angehen kann.

Winter People von Jennifer McMahon verspricht unter anderem genau das, aber ist dabei etwas widersprüchlich. Zuerst dachte ich an eine Horror-Geschichte, doch auf dem Cover steht „Thriller“. Auf dem Klappentext steht eine Kurzfassung, die aber dann doch eigentlich Richtung Horror deutet. Das Coverbild ist auch nicht eindeutig. Mit diesen offenen Fragen begann ich das Buch zu lesen.

Der Roman erzählt die Geschichte in folgenden drei Strängen:

Strang 1: Vermont, West Hall im Jahre 1908
Sara kennt eine Methode, um ihre, durch einen Unfall, verunglückte achtjährige Tochter Gertrud (Gertie), aus dem Tode zurück zu holen. „Die Schlafenden“ könnten während der ersten sieben Tage „geweckt“ werden. Und sie könnten sich während dieser Zeit unter den Lebenden aufhalten.

Strang 2: Vermont, West Hall, in der Gegenwart

Ruthie ist gerade neunzehn Jahre jung, als sie ihre Mutter nicht mehr finden kann. Sie hat sie einfach mit ihrer kleinen sechsjährigen Schwester Fawn im Haus zurückgelassen. Die beiden machen sich auf die Suche nach ihrer Mutter und stossen im Haus auf ein mysteriöses Geheimnis der Eltern.

Strang 3: Vermont, West Hall, auch in der Gegenwart
Katherine ist gerade nach Vermont, West Hall, gezogen und trauert um den Verlust ihres Sohnes und Mannes, der bei seinen Recherchen in Vermont bei einem Autounfall ums Leben kam. Während Katherine nachforscht, stösst sie auf Spuren von Saras Geschichte aus dem Jahre 1908.

Je mehr die Protagonisten nach dem Sinn ihrer Verluste oder sogar nach einer Möglichkeit, ihre lieben Verstorbenen zurück zu holen suchen, umso mehr verstricken sie sich, geraten in einen Strudel, aus dem man nicht so leicht einen Ausweg finden kann.

Wie bereits zu Beginn erwähnt, weiss ich nicht so recht, ob die Geschichte eher in das Horror- oder ins Thriller Genre gehört. Auch das Lesen als solches gefiel mir nicht sonderlich. Für mich waren die Storys über die Charaktere und deren zum Teil dürftigen und egoistischen Beweggründe nicht greifbar. Die zu kurz geratenen Horrorpassagen, die zwischenzeitlich auch an einen Fantasy-Roman erinnerten (um sich dann ein wenig in einen Thriller zu verwandeln), verwirrten mich.

Die Stränge der verschiedenen Zeiten wirken etwas ziellos zusammengebastelt. Es kommt noch hinzu, dass die Charaktere eher flach und oberflächlich beschrieben sind. Man erfährt eigentlich nur durch deren Umstände etwas über die Charaktere selber. Lediglich die Kinder und deren Sehnsucht nach der Mutter und ihre Ängste konnte ich etwas nachvollziehen. Ständig fragte ich mich: „Wo bleiben da die Emotionen, die einem einen Schauer über den Rücken jagen, Gänsehaut bescheren oder einfach das Einschlafen erschweren?“ Die Autorin hat mir vorenthalten, sowas in der Art zu erfahren. Und darum mag ich das Buch nicht sonderlich. Ich fand ehrlich gesagt auch den Schreibstil von Jennifer McMahon eher dürftig. Es reicht von mir aus gesehen gerade mal für einen mittelmässigen Roman. Leider ist das Buch für mich eher unter dem Durchschnitt einzuordnen. Ist auch möglich, dass ich die versteckte Kernbotschaft der Geschichte nicht eruieren konnte.

Wer durchmischte Stile mit einer etwas oberflächlichen Geschichte mag, dem könnte das Buch vielleicht gefallen. Ist es ein Thriller, ein Horror- oder ein Fantasy Roman? Ich weiss es ehrlich gesagt nicht. Es schmeckt wie eine Mischung aus warmem Red Bull, saurem Orangensaft und einem Schuss kalter Tomatensuppe. Und sowas würde ich auch lieber nicht trinken.

Winter People von Jennifer McMahon, Ullstein Taschenbuch, 400 Seiten, Leseprobe, rezensiert von Cristoforo

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