Gullivers Reisen von Jonathan Swift


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"Wir sind gross und doch so klein."

Gullivers Reisen ist eine Geschichte des Satirikers Jonathan Swift aus dem Jahre 1729. Es handelt sich dabei um einen Klassiker, der auch heute noch Künstler auf der ganzen Welt inspiriert. Fast zeitgleich (aus heutiger Sicht), im Jahre 1719 erschien auch der Klassiker mit dem Titel Robinson Crusoe.

Beide Bücher waren seinerzeit einzigartig und sind es auch heute noch.

Der Originaltitel von Gullivers Reisen lautet: Travels into Several Remote Nations of the World in Four Parts By Lemuel Gulliver, first a Surgeon, and then a Captain of Several Ships.

Ich war noch in der Primarschule als wir Gullivers Reisen lasen. Die Geschichte hat mich gefesselt und nie mehr losgelassen. Als Kind liebte ich auch Filme wie Sindbads 7. Reise aus dem Jahre 1958. Das war der erste Motion Capture Movie der Filmgeschichte. Darin sind einige spektakuläre Spezial-Effekte von Menschen Miniaturisierungen und riesigen Monstern zu sehen.

 

Auch der Film Die Reise ins Ich aus dem Jahre 1987 mit Dennis Quaid, in dem es darum geht, eine miniaturisierten Menschen in den Körper eines anderen Menschen einzuschleusen, hatte Auswirkung auf meine ausgeprägte Fantasie. Ich behaupte, dass Gullivers Reisen für alle oben erwähnten Filme und viele andere als Inspiration gedient hat. Nun habe auch ich endlich das Original gelesen.

Als das Schiff mit Gulliver an Bord in einen Sturm gerät, versuchen sich die Besatzungsmitglieder mit einem Ruderboot zu retten. Das Boot kentert jedoch. Gulliver schafft es als einziger Schiffbrüchige, sich auf einen Strand zu retten und schläft dort ein. Stunden später wacht er erschöpft auf und kann sich nicht bewegen. Er wurde mit ganz vielen, winzigen Schnüren an den Boden gefesselt. Schliesslich entdeckt er die Verursacher: sechs Zoll kleine Menschen (Winzlinge). Sie haben Gulliver, den Riesen, gefesselt. Gulliver wird schliesslich zum Kaiser von Lilliput geführt. 900 winzige Menschen müssen den Wagen ziehen, auf dem Gulliver gefesselt liegt. Die Winzlinge nennen den für sie riesigen Gulliver den Menschenberg. Als Gulliver wegen diverser Vergehen zum Tod verurteilt wird, gelingt ihm die Flucht nach England. Doch bereits nach zwei Monaten bekommt er Fernweh und beschliesst, wieder zu verreisen. Diesmal führt seine Reise nicht nach Lilliput, wo Winzlinge hausen, sondern in ein Land voller Riesen. Plötzlich wird Gulliver selbst zum Winzling. Gullivers Reise endet hier aber noch lange nicht. Sie führt ihn immer weiter, in fantastische Abenteuer mit Winzlingen, Riesen, fliegenden Inseln, Piraten usw.

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Ich war überrascht über die extrem schnelle Dynamik der Geschichte. Alles in Gullivers Reisen passiert ziemlich schnell. Mit wenigen Worten vermag Jonathan Swift, das Kopfkino auf Hochtouren zu bringen. Ich sehe jetzt noch vor mir, wie Gulliver von winzigen Pfeilen getroffen wird oder wie er als Riese Schiffe im Meer platt macht. Unglaublich ist für mich vor allem die Tatsache, dass das Buch bald sein 300. Jubiläum feiert. Was als Gesellschaftssatire über das damalige England gedacht war, entpuppt sich als ausgezeichnet ausgearbeitete Geschichte. Alle Länder, die Gulliver bereist, besitzen entsprechende Sitten, Moralvorstellungen und eigene Gesetze. So wurde im Buch der Mensch zwar als selbstständig denkendes, aber auch als äusserst unvernünftiges Wesen beschrieben. Was Gulliver in der Geschichte widerfährt, liess mich ziemlich oft den Kopf schütteln. Man muss nur mal in einer Stadt wie Zürich oder Basel die Leute beobachten und zuhören, was sie für Erwartungen ans Leben stellen… man hört teilweise die gleichen, absurden Ansichten, wie sie bereits vor dreihundert Jahren in Gullivers Reisen beschrieben wurden.

Ein absoluter Klassiker, den man in Anbetracht  seines horrenden Alters einfach nur bewundern kann. Ein Muss für jeden grossen und kleinen Leser.

Gullivers Reisen von Jonathan Swift, Insel Verlag, 480 Seiten, Leseprobe, rezensiert von Cristoforo

  1. Pingback: {GELESEN} Der Zauberer von Oz von Lyman Frank Baum « The Private Readers

  2. Ein tolles Gefühl, einen alten Klassiker wiederzuentdecken! Dasselbe ist mir letztes Jahr mit dem Zauberer von Oz passiert. Es ist schon sehr erstaunlich, wie unterschiedlich man ein Buch wahrnimmt, wenn man es als Kind und später als Erwachsener noch einmal liest. Und es ist wundervoll, dass solche großartigen Werke jede Generation verzaubern können! :)

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  3. Habe es gerade mit meinem siebenjährigen Sohn gelesen. In der meines Erachtens recht gut bearbeiteten Fassung vom Arena-Verlag. Ebenfalls von Arena u.a. auch Oliver Twist, Die Schatzinsel, Robin Hood, Tom Sawyer und aktuell Nils Holgersson. Die Originale (Oliver Twist und Tom Sawyer habe ich zuhause) sind denn doch in dem Alter etwas zu komplex und teils zu hintergründig. Kombiniere das dann gerne mit der nachträglichen Filmfassung. Bei Tom Sawyer und der Schatzinsel hatte ich dafür dann z.B. die TV-Vierteiler erworben. Das war dann auch viel Reminiszenz an meine eigene Kindheit.

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    • Hallo Brasch & Buch, hast du die Oliver Twist Verfilmung gesehen? Die fand ich wirklich sehr gelungen. Es ist auch immer wieder beeindruckend, wie diese Romane sich gegen heutige immer noch durchsetzen können. Manchmal habe ich das Gefühl, man gibt sich heute keine Mühe mehr? Weiss nicht woran das liegt….Harry Potter ist ja okay, aber vergleichbar? Liebe Grüsse, Virginia

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