Vom € Rabatt und einer unerwarteten Genrekehrtwendung

Gestern nach meinem Arzttermin war ich noch rasch zum Buchschnüffeln bei Thalia in Aarau. Ich liebe es, die ordentlich vollgestopften Buchregale auf und ab zu gehen. Auch ohne etwas kaufen zu müssen oder zu wollen. Dabei ist mir aufgefallen, dass hier wirklich jeden Tag (ausnahmslos nehme ich an, denn ich sah sie schon mehrere Male hintereinander an darauffolgenden Tagen.) eine Gruppe älterer Herren, italienische Migranten aus den 70ern, ihre Treffen im Thalia Café abhält. Unglaublich. Was früher die Piazza im Dorf war, ist heute der städtische Bookshop.

IMG_1257

Wo man auch seinen Blick hindirigiert, erschlägt einem die schiere Menge an diesen roten % Aufklebern auf den Buchdeckeln. Das % Zeichen ist auch noch mit einem dicken Ring von EURO Zeichen umrandet. ACHTUNG: hier € Rabatt! Nun, wir Schweizer haben es doch wieder einmal gut. Während die EU immer tiefer in den Sumpf abdriftet, dürfen wir Schweizer vom schlechten Eurokurs profitieren und kriegen die Differenz zugeschoben. Günstig, sollte man meinen. Aber bei Thalia? Was hier als € Rabatt angepriesen wird, bekomme ich bei ExLibris und Weltbild noch fast einen Viertel günstiger. Manchmal sogar noch günstiger.

IMG_1261

Ich bin ja nicht geizig oder so. Aber ich finde es schon teuer, wenn ein gebundenes Buch zwischen 27 und 45 Franken kostet. Vielleicht sehe ich das auch falsch. Oder vielleicht ist das einfach die Schweizerin in mir, quasi das Erbe der Sparsamkeit im Herzen Europas.

Und so lungere ich vor mich hin und schiesse Fotos von Büchern, die ich mir noch gern als Hörbücher zulegen möchte. Besonders überrascht war ich über den Klappentext von Joyce Carol Oates neuestem Werk Die Verfluchten. Ich habe Oates Schreibstil zum ersten Mal bei der Lektüre von Blond (eine Art Marilyn Monroe Biografie) kennengelernt. Damals habe ich es leider nicht geschafft, das Buch bis zu Ende zu lesen. Manchmal emfpand ich die Lektüre als sehr schwermütig, was mich dann irgendwann nicht mehr so angemacht hat, weiter zu lesen. Nun aber entdecke ich diesen Klappentext auf Die Verfluchten:

Die Verfluchten

VAMPIRE UND DÄMONEN IN PRINCETON!

Joyce Carol Oates überrascht als Meisterin des Schauerromans!

Princeton 1905 – das Jahr des Fluches. Die beschauliche Universitätsstadt wird in ihren Grundfesten erschüttert, als Annabel auf der Schwelle zum Altar von einer dämonischen Gestalt entführt wird. Ihr Bruder Josiah macht sich auf die Suche und entdeckt das Grauen. Vampire treiben ihr Unwesen und reißen Princetons intellektueller Elite die Maske herunter. Woodrow Wilson, der Präsident der Universität, entpuppt sich als bekennender Rassist mit beachtlichem Drogenkonsum, und der Sozialist Upton Sinclair predigt die Gleichheit der Menschen, erniedrigt aber seine eigene Frau. Rassismus, Frauenfeindlichkeit, Gewalt gegen jeden, der anders ist: Das ist das wahre Gesicht der Dichter und Denker. Joyce Carol Oates zeigt sich in Höchstform, scharfzüngig und witzig.

Hört sich irgendwie total schräg und unerwartet an und bildet einen Kontrast zur Erwartungshaltung, wenn man das Buchcover sieht, das sich irgendwie gar nicht in dieser Genre Richtung präsentiert. Aber spannend! Ich werde mir das als Hörbuch besorgen.

Mit Klick zur Leseprobe

Teile dich mit

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: