Kellerkind von Nicole Neubauer

Eine Rezension von Private Reader Cristoforo

 

4von5

mit Klick zum Buch

 

Hat wirklich eine Frau dieses Buch geschrieben? Der Schreibstil suggeriert Männliches: kurz angebunden, zielstrebig und einnehmend. Genauso würde ich den Schreibstil in Nicole Neubauers „Debütroman“ Kellerkind beschreiben.

Eine Frau wird ermordet in einer Designerwohnung in einer privilegierten Gegend aufgefunden. Ein Vernehmungskampf zwischen einem Trio von Hauptverdächtigen vs. einem Trio von Ermittlern führt den Leser bis zum Schluss in die Irre. Drei gegen drei also, darunter der Vierzehnjährige Oliver, der im Keller der Tatwohnung lebt, dessen Vater Laurent Baptiste und die Nachbarin der Ermordeten. Als man Oliver auffindet, ist er verstört, sein Körper zudem komplett von Wunden übersät und voll vom Blut des Mordopfers. Der Mörder scheint somit schnell gefunden. Da Oliver’s Vater aber ein gutes Netzwerk zu Ranghöheren pflegt, u.a. zu Angehörigen der Polizei und Staatsanwaltschaft, versucht er immer wieder seinen Sohn vor den Ermittlungen der drei Polizisten zu schützen. So ziehen sich die Recherchen der Polizisten in die Länge und das Wechselspiel zwischen wahren und falschen Informationen behindert die Suche nach dem Mörder.

Was wirklich sehr gut beginnt (gut geschrieben und äusserst spannend), bleibt erhalten, weil man bis zuletzt im Unwissen gelassen wird. Die Autorin hat ganz klar das „gewisse Etwas“, könnte man sagen. Die Kriminalgeschichte ist durchgehend  gut aufgebaut und toll geschrieben. Nebst dem durchdachten Konstrukt weckt Neubauer das Gefühl, etwas Besonderes zu lesen. Wie gesagt, sie verfügt von mir ausgesehen über das „gewisse Etwas“ als Autorin. Wäre das Ende ein wenig besser geworden, hätte ich eine klare Höchstnote abgeben können. Aber eine auf diese Art gut aufgebaute Story lechzt regelrecht nach einem spannenden und unerwarteten Schluss. Stattdessen serviert uns die Autorin am Ende eine lapidare Wendung, welche auch die subtil aufgebaute Story um die drei Hauptverdächtigen leider wieder zunichte macht.

Spannender könnte ein Kriminalroman eigentlich nicht geschrieben sein, dennoch bleibt das fulminante Finale zum Schluss einfach aus. Trotzdem warte ich gespannt auf den zweiten Roman von Nicole Neubauer und auf ein adäquateres Ende. Sonst eine Top Krimi Empfehlung!

Kellerkind von Nicole Neubauer, Blanvalet Taschenbuch Verlag (416 Seiten), Leseprobe

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