Drei auf Reisen von David Nicholls

Eine Rezension von Private Reader Virginia

5von5

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Alle guten Dinge sind drei. Also…normalerweise. Der Brite David Nicholls sieht das wohl ein bisschen anders. Voll vor emotionaler Dramatik ist der Roman jedoch nicht. Viel mehr erinnert „Drei auf Reisen“ an das bekannte letzte Aufbäumen, bevor es zu spät ist. Ich war ehrlich gesagt sehr überrascht, als der letzte Satz des Werks ausgelesen war. Konnte das sein? DARF das sein? Das Ende hätte ich mir anders vorgestellt.

Aber beginnen wir doch mal beim Anfang. Drei auf Reisen ist die Geschichte einer Familie, deren Zusammenhalt wohl durch den besten Leim der Welt scheinbar nicht mehr gekittet werden könnte. Douglas erzählt uns von seiner 20 jährigen Ehe mit Conny und Sohn Albie, der für seinen Vater nicht gerade viel übrig hat. Wie immer plätschert die Ehe im gewohntem Fluss dahin, da eröffnet Conny ihrem Ehemann „Ich habe das Gefühl, unsere Ehe ist am Ende. Ich glaube, ich will dich verlassen.“ An dieser Stelle muss man erst einmal schlucken.

Doch noch steht die bevorstehende, geplante Reise durch Europa an. Sie wird, gleich dem Zünglein an der Waage, über Bestand oder Zerfall der Ehe entscheiden, das weiss Douglas instinktiv. Und so begibt sich die Familie auf eine Reise voller Höhen und Tiefen, mit einem verantwortungsschwangeren Douglas, dem man als Leser gern unaufhörlich seinen Trost spenden möchte. Zum Glück gibt es aber mit dem Roman auch allerlei europäisches Kulturgut frei Haus geliefert, so dass man auch bildungstechnisch unterhalten wird. Denn die Europa Reise ist stets felsenfester Mittelpunkt in Nicholls Familiengeschichte.

Drei auf Reisen ist ein Liebesroman, der es faustdick hinter den Ohren hat. Douglas trockener Humor ist von Nöten, denn wie sollte man sonst das eher triste Thema ertragen. Wie auch schon in Zwei an einem Tag liefert der Kein & Aber Verlag mit Nicholls neuesten Roman ein Werk, das den Leser unterhält, lachen und mitfiebern lässt. Aber auch traurige Momente können bedenkenlos genossen werden, halten sie sich doch so in Grenzen, dass man nicht mit deprimierten Gedanken das Buch zur Seite legen muss.

Wie schon zu Beginn erwähnt, hätte ich mir das Ende der Geschichte anders vorgestellt. Aber schliesslich ist das ja Nicholls Roman und nicht meiner. Und so beuge ich mich dem Willen des Autoren und lasse ihn gewähren. Eindrücklich ist das Ende allemal und die Gedanken kreisen nach dem Auslesen des Romans noch ein Weilchen im Buchstabenkosmos vor sich hin. Was wäre wenn….was würde ich tun an Douglas Stelle?

Drei auf Reisen von David Nicholls, Kein & Aber (544 Seiten), Leseprobe

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