Der Seidenspinner von Robert Galbraith

Eine Rezension von Private Reader Virginia


5von5

 



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Kaum ist der erste Band der neuen Krimireihe rund um Privatermittler Cormoran Strike, ausgelesen, liefert uns Robert Galbraith (Pseudonym von J.K. Rowling) bereits den Nachfolger mit dem Titel „Der Seidenspinner“. Rowling hatte sich kurz vor der Veröffentlichung des ersten Bandes erst auf Nachfrage der Sunday Times zu dem Pseudonym bekannt. Es sei eine befreiende Erfahrung für sie gewesen, als Robert Galbraith zu schreiben. Sie wollte damit einem zuvorkommenden Hype und dem Druck der Erwartung entkommen, um in Ruhe schreiben zu können, rechtfertigte sich die Mutter von drei Kindern.

Der Roman wurde erst nur mässig abgesetzt. Doch als bekannt wurde, dass sich hinter Robert Galbraith die Schöpferin von Harry Potter verbirgt, schossen die Verkaufszahlen umgehend in die Höhe und der Roman erklomm in nur einem Tag tatsächlich Platz 1 der Verkaufscharts auf amazon.

Die Annahme, dass der Seidenspinner ohne Demaskierung von Robert Galbraith ähnliche Erfolge wohl kaum zu erzielen vermocht hätte, kann man getrost verwerfen. Denn ob Rowling oder Galbraith, die Autorin weiss auch erwachsene Leser mit Krimivorliebe bestens zu unterhalten.

Im zweiten Band der Cormoran Strike Reihe ermittelt der ehemalige Soldat als Privatdetektiv im Falle des Autoren Owen Quine. Dessen Ehefrau bittet Strike, ihren Mann ausfindig zu machen. Es ist zwar nicht das erste Mal, dass Quine untertaucht für einige Tage, aber da der Inhalt des soeben vollendeten Manuskripts jegliche lebenden Personen aus dem Umfeld Quines durch den Kakao zieht, schwant dem erfahrenen Ermittler Übles.
Als der Autor ermordet in einem ihm zur Hälfte vermachten, leerstehenden Haus, aufgefunden wird, gerät Quines Ehefrau in das Fadenkreuz der Polizei. Strike ist sich sicher, dass Quines Ehefrau unschuldig ist. Vielmehr ist er der Überzeugung, dass „Bombyx Mori“ (Latein für Seidenspinner), Quines explosives Manuskript, den Schlüssel zur Auflösung des Mordfalles enthält.

Das zweite Werk der neuen Krimireihe steht seinem Erstling in nichts nach. Ganz im Gegenteil. Der Seidenspinner überzeugt mit einer detailverliebten, gut konstruierten Geschichte, voll von Irrungen und Wendungen, die unterhaltsam präsentiert und sogar mit einer sich anbahnenden Liebesgeschichte garniert, aufwartet. Strike und seine Assistentin Robin Ellacott werden lebendig und man ertappt sich dabei, dass man sich nichts sehnlicher wünscht, als dass aus den beiden ein Liebespaar wird. Nebenbei fiebert man dem Ende und somit der Auflösung des Mordfalles entgegen und möchte gleichzeitig, dass dieses Lesevergnügen nie endet.

Kriminalistisch bietet „Der Seidenspinner“ hochstehend britischen Crime Thrill, offeriert viele Fährten und noch mehr Sackgassen. Besonders in der Hörbuchvariante kommt man als Hörer nicht umhin, sich manchmal zu wünschen, man hätte doch besser das Buch gelesen. Die zahlreichen Charaktere, von Dietmar Wunder auch hier wieder prägnant vorgelesen, verwirren zeitweise den Hörer. Man kann es sich nicht erlauben, unaufmerksam zu werden und so findet man sich des öfteren wieder beim Zurückspulen des bereits Gehörten, um den zwischenzeitlich verlorenen Faden wieder aufzunehmen zu können.

Die Aussicht auf den dritten Band lässt freudige Erwartung aufkommen und den einen oder anderen Hörbuchliebhaber mit dem Gedanken spielen, sich vielleicht für den nächsten Band doch besser die Buchvariante zu besorgen.

 

Der Seidenspinner von Robert Galbraith, Blanvalet (672 Seiten) oder Random House (16 Stunden 36 Minuten)

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