Ich.Darf.Nicht.Schlafen. von S.J. Watson

Eine Rezension von Private Reader Virginia

 

3 von 5 Sternen

 

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Der erste Roman des Briten S.J. Watson erschien 2011. Danach ist es um den promovierten Physiker ruhig geworden bis zum 9. Oktober 2014, als auf seiner Homepage die Meldung publiziert wurde, dass sein zweiter Roman Second Life im Februar 2015 im Buchhandel erscheinen werde. Seit ein paar Tagen ist nun auch sein zweiter Roman in der Originalsprache käuflich zu erwerben. Wann die deutsche Fassung erscheint, ist bisher nicht bekannt. So begnügen wir uns vorab noch mit seinem ersten Werk.

Ich.darf.nicht.schlafen. erzählt die Geschichte von Christine, die seit einem Autounfall an Amnesie leidet. Jeweils über Nacht verliert sie ihre Erinnerungen und ist auf ihren Ehemann Ben angewiesen, der sie seit dem Unfall liebevoll und aufopfernd pflegt. Als Christine von ihrem Arzt kontaktiert wird, der sie auf ihr Tagebuch aufmerksam macht, das sie seit kurzer Zeit führt, kommt etwas Licht ins Dunkel.  „Vertraue Ben nicht“ steht in diesem Tagebuch in ihrer eigenen Handschrift. Die Angst ist geschürt.

S.J. Watsons‘ erster Roman spielt mit der Angst um den Verlust der eigenen Identität. Durch Christine erlebt der Leser quasi am eigenen Leibe mit, wie sich eine Amnesie auf die Psyche des Betroffenen auswirkt. Der tägliche Kampf um die Erinnerungen stellt in diesem Thriller die Plattform, auf welcher sich auch die Haupthandlung abspielt, die eigentliche Suche nach der Wahrheit. Wer ist mein Mann und kann ich ihm trauen oder nicht?

Der Schreibstil ist flüssig und unkompliziert und der Thriller liest sich rasch und beinahe „atemlos“. Auch das Hörbuch, gesprochen von Tanja Geke, weiss zu unterhalten und wird von der erfahrenen Synchronsprecherin packend und fesselnd vorgelesen. Leider schwächelt der Roman kurzzeitig, wenn der Leser in Sherlockmanier dem Täter auf die Schliche kommt. Christines unglaubliche Blindheit  gegenüber dem Offensichtlichen wirkt gekünstelt und unglaubhaft, was den einen oder anderen Leser verärgert. Auch vernachlässigt der Autor es, die Umgebung und andere Details genauer zu beschreiben, was vielleicht durchaus auch gewollt sein könnte, um dem Leser das Gefühl zu vermitteln, die Geschichte ausschliesslich mittels Christines Gedankenwelt zu erleben. Trotzdem hätte der Roman etwas mehr „Farbe“ vertragen können.

S.J. Watson ist ein gutes Debüt gelungen und es ist nun zu hoffen, dass der Jungautor mit seinem zweiten Roman „Second Life“ noch die eine oder andere Kinderkrankheit aus seinem ersten Roman zu kurieren vermag. Dass sein erstes Werk nun von Ridley Scott, mit Nicole Kidman in der Hauptrolle als Christine, verfilmt wurde, ist auf jeden Fall ein positives Zeichen.

Ich.darf.nicht.schlafen von S.J. Watson, Fischer Taschenbuch, 400 Seiten

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