Der beste Freund, den man sich denken kann von Matthew Dicks

Eine Rezension von Private Reader Cristoforo

3 von 5 Sternen


Mit Klick zur Leseprobe

 

Als meine Partnerin und ich am Montag die Gemeindebibliothek besuchten, wusste ich gar nicht so recht, was für Bücher ich ausleihen möchte. Vor den zahlreichen Bücherregalen sind wir eine ganze Stunde umher getigert, um dann nur einige wenige Bücher unter die Lupe zu nehmen. Ehrlich gesagt war ich vom Cover dieses Buches eher abgeschreckt. Es wirkt auf mich zu kindisch und unschön gestaltet. Erst als ich den Text auf dem Buchrücken las, wollte ich mehr erfahren über Matthew Dicks Geschichte von Budo, des imaginären Freundes von Max. Ohne grosse Erwartungen bin ich an das Buch herangegangen. Ob sie übertroffen wurde oder eher „ohne gross“ geblieben sind, entnehmt ihr dieser Rezension.

Der Autor
Matthew Dicks hat am Trinity College in Hartford, Connecticut, studiert und arbeitet als Grundschullehrer. Auf Deutsch erschienen bisher »Der gute Dieb« (2009) und »99 Sommersprossen« (2010). Er lebt mit seiner Frau, zwei Kindern, einem Hund und einer Katze in Newington, Connecticut. (Quelle: Klappentext)

Die Geschichte
Wie bereits in der Einleitung erwähnt, handelt die Geschichte von Budo, dem imaginären Freund von Max. Die Geschichte erzählt aus der Sicht von Budo und handelt über sein fiktives Leben als imaginären Freund von Max und wie er auf fiktive Freunde von anderen Schulkindern trifft. Im Grunde genommen ist nur Budo vollständig in seiner Ähnlichkeit zu den Menschen, denn die meisten Fantasiefreunde haben nicht mal eine Nase oder gar einen Unterkörper. Einer dieser Kindesfreunde sieht sogar aus wie ein Hund. Kann aber sprechen. Aber nicht Budo; er sieht einem echten Kind ziemlich ähnlich. Auf die imaginären Freunde wirkt Budo deshalb wie ein echtes Kind und sie sind ganz verwundert, dass Budo sie sehen kann. Denn nur die Kinder der jeweiligen Fantasiefreunde können die imaginären Freunde auch sehen. Erwachsene können gar keine fiktiven Freund mehr sehen, da sie ja nicht mehr daran glauben. Budo ist eigentlich nur dermassen detailliert „geformt“ worden, weil Max (sein Menschenfreund) autistisch ist und in seiner eigenen Welt alles seine Ordnung hat. Eines Tage wird Max vermisst. Weder die Polizei noch Maxs Eltern können ihn finden. So geschieht es, dass Budo mit Hilfe anderer imaginären Freunde Max suchen muss, denn nur Budo hat gesehen, was wirklich geschehen ist.

Meine Meinung
Das Buch erinnerte mich zeitweise an den Trickfilm „Toy Story“ und an dessen skurrilen Spielzeug Charaktere. Vor allem die zahlreichen imaginären Freunde (Hunde, Löffel, Gestalten ohne Ohren oder ohne Körper) liessen in meinem Kopf einen kleinen Trickfilm ablaufen. Andererseits erinnert mich die Geschichte auch an das ernstere Buch Die Einsamkeit der Primzahlen von Paolo Giordano, weil es teilweise auch um die Stupidität und Ignoranz von Maxs Eltern gegenüber ihrem autistischen Kind handelt  (gewollt oder nicht gewollt). Die ganze Geschichte empfand ich als fade, uninteressant und eher kindisch. Ok, es geht ja um Kinder und ihre imaginären Freunde. Aber die Leserschaft besteht nun mal nicht nur aus Kinder. Am Anfang wirkt die Geschichte sehr statisch und steif. Erst ab der zweiten Hälfte des Buches schreibt der Autor ein wenig lockerer. Über die zahlreichen Ideen, was das Aussehen der Figuren und die Freundschaft zu imaginären Freunden betrifft, kann man dem Autor nichts vorwerfen. Hier hat er ganze Arbeit geleistet. Die Geschichte jedoch leidet unter der gewollt (möchtegern) kindlichen Schreibweise und bleibt bis zum Ende eine mittelmässige Kindergeschichte, die auch nicht wirklich gut geschrieben ist.

Fazit

Erwachsene, die gerne Kindergeschichten im Mogelpack lesen, können hier mal reinschnuppern. Matthew Dicks hat sich grosse Mühe gegeben, alle imaginären Charaktere so detailliert wie möglich zu beschreiben. Dennoch bleibt die kindische Geschichte fade und ohne allzu grosse Höhepunkte. Aber ich denke, auch das ist reine Geschmackssache.

Der beste Freund, den man sich denken kann von Matthew Dicks, Bloomsbury Berlin, 448 Seiten, mit Klick zur Leseprobe surfen

Teile dich mit

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: