In einer kleinen Stadt von Stephen King

Eine Rezension von Private Reader Cristoforo

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Im Jahr 1997 habe ich meinen allerersten Roman überhaupt gelesen: „In einer kleinen Stadt (Needful Things)“ von Stephen King. Wie die Zeit so mitspielt, trägt sie dazu bei, dass sich viele Erinnerungen nur noch im Abgrund des Unterbewussten aufhalten. Seit ein paar Jahren verspüre ich wieder den Wunsch, meinen erster Roman erneut zu lesen aus Sicht eines Erwachsenen. Dabei möchte ich gern herausfinden, ob die Euphorie von damals nochmals zu zünden vermag. Diese Rezension beantwortet nun genau diese Frage.

Der Autor
Stephen Edwin King (* 21. September 1947 in Portland, Maine) ist ein US-amerikanischer Schriftsteller. Er schrieb auch unter Pseudonymen, 1972 als John Swithen und zwischen 1977 und 1985 als Richard Bachman. Er ist vor allem bekannt für seine Horror-Romane, die ihn zu einem der meistgelesenen und kommerziell erfolgreichsten Autoren der Gegenwart machen. Bis heute hat Stephen King als Autor über 400 Millionen Bücher verkauft, die in insgesamt 40 Sprachen übersetzt wurden. (Quelle: Wikipedia.de)

Die Geschichte
Nachfrage und Angebot bestimmen, ob sich ein Geschäft in einer Stadt behaupten kann oder nicht. Vor allem in einem kleinen Städtchen wie „Castle Rock“ in Maine muss man den Kunden ausschliesslich Artikel anbieten, die sie auch wirklich wollen. Als ein Laden mit dem Namen „Needful Things“ neu eröffnet werden soll, trägt dieses Ereignis automatisch schon im Vorfeld zur Neugierde der Kleinstadtbewohner Castle Rocks bei. Als auf dem Ladenschild zudem mit dem Satz „Sie werden Ihren Augen nicht trauen“ geworben wird, ist es um die Kleinstadtleute fast geschehen und die Neugierde ist nicht zu bremsen.

Was die Menschen aus Castle Rock aber nicht wissen, ist, dass Leland Gaunt (der Besitzer von Needful Things) „wirklich spezielle“ Ware anbietet. Auch besonders erwähnt werden muss die Tatsache, dass in Needful Things keine Preiseschilder an den Kuriositäten zu finden sind. Nebst Artikeln wie einem alten Stück Holz von der (angeblich) echten Arche Noah und der persönlichen Sonnenbrille des King of Rock Elvis Presley, bietet Gaunt vor allem auf die Wünsche der einzelnen Kunden zugeschnittene Geschenke an. Für absolut „jeden“ ist das gewisse Etwas dabei!

Einmal die Ware gesehen, erliegt der Kunde dem Leland Gaunt Charme und möchte die begutachtete Ware auch gleich sofort kaufen. Man begleicht den Warenwert der Artikel wie folgt: einerseits bezahlt man eine kostengünstige Gebühr, die Leland Gaunt vorgibt, andererseits muss man jemandem in Castle Rock einen kleinen Streich spielen. Auch über den Streich bestimmt Leland Gaunt. Erst nach Erfüllung dieser zwei Kaufbestimmungen kann der Verkauf abgewickelt und die „spezielle“ Ware mitgenommen werden. Aber Vorsicht: der Deal ist erst dann abgewickelt, wenn Leland Gaunt es sagt. Aber das muss jeder Needful Things Kunde für sich selbst herausfinden, denn ein gewiefter Verkäufer wie Leland Gaunt verrät nie seine Absichten im Voraus.

Meine Meinung
Wie bereits im Jahre 1997 bin ich wieder dem speziellen King Charme aus den 80/90er Jahren verfallen. Das Buch zieht den Leser von der ersten Seite an in seinen Bann und ist auch heute noch hochaktuell in seiner Horror-Thematik.

Es sind die detailliert beschriebenen Charaktere und die skurrile Geschichte über Leland Gaunt und seinen mysteriösen Laden, die einen zu verführen vermögen. Bis in die kleinsten Ecken hat King die Kleinstadt Castle Rock zum Leben erweckt. Die Geschichte handelt von zwischenmenschlichen Beziehungen und den daraus resultierenden Abhängigkeiten. Zudem beschreibt King die Kauf-/Konsumsucht und die damit verbundenen Zwänge.  Wie bereits der Roman „Es“ ist auch „In einer kleinen Stadt“ ein echter Horror-Roman à la Stephen King, den man so schnell nicht vergessen wird.

Ich wünsche mir oft, dass Stephen King heute auch mal wieder ein dermassen durchdachtes Buch schreibt. Zugleich verspüre ich jetzt den Wunsch, das Lesen seiner „alten“ Horrorthriller wie „Friedhof der Kuscheltiere“, „Shining“ oder „Cujo“ nachzuholen.

Fazit
Für alle Horror-Fans ein Muss, um das man nicht herum kommt! Wer Horror zum ersten Mal lesen möchte, sollte sich unbedingt mit diesem Roman eindecken.

In einer kleinen Stadt (Needful Things) von Stephen King, Heyne Verlag, 880 Seiten, Leseprobe

  1. Pingback: Revival von Stephen King « The Private Readers

  2. Das Buch war wunderschön, aber ich könnte mich über jeden Druckfehler in einem Buch zu Dreck ärgern und dieses Buch (zumindest meine Ausgabe) war voll davon. Es gab bisher nur ein Buch, das die Menge an Druckfehlern getoppt hat. Und daß gerade mein lang erwartetes Buch Paris von Edward Rutherfurd diesen traurigen Rekord halten muß, stimmt mich missmutig. Damit komme ich zum Lesetipp von ebendiesem Herrn Rutherfurd: London.

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  3. Pingback: Cujo von Stephen King « PRIVATE READERS BOOK CLUB

  4. Pingback: Es von Stephen King « PRIVATE READERS BOOK CLUB

  5. „Needful things“ gehört ganz sicher zu seinen Besten Büchern. Umso schlimmer war es für mich, als ich einmal den Film gesehen habe… :(

    Von seinen „neueren“ Büchern ist (meiner Meinung nach) einzig „Under the Dome“ ein wenig vom selben kreativen Geist durchtränkt.

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    • Hallo DerSinn, ja das stimmt schon. Der Film ist wirklich übel, wie so manche Verfilmungen Kings. Arena ist eines der traditionellsten King-Büchern. Hoffentlich wird Revival auch wieder gut. Bin gespannt. Gruss Cristoforo

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