Die italienischen Schuhe von Henning Mankell

Eine Rezension von Private Reader Cristoforo

5von5


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Ich bin ein Neuling in Sachen Henning Mankell-Literatur. Der Titel liess nichts Gutes erahnen. Aber eines kann ich bereits verraten: mit Italien hat das Buch so viel gemeinsam wie ein Engel mit dem Teufel. Auf Drängen meiner Partnerin, habe ich mich schliesslich dazu durchgerungen, meinen ersten Mankell zu lesen.

Der Autor
Henning Mankell (geboren am 3. Februar 1948 in Stockholm) ist ein schwedischer Theaterregisseur und Schriftsteller. Bekanntheit im deutschen Sprachraum erlangte er vor allem durch seine Kriminalroman-Reihe mit dem Kommissar Kurt Wallander. (Quelle: Wikipedia)

Die Geschichte
Fredrik Welin ist 66 Jahre alt  und ist früher als Chirurg tätig gewesen. Heute lebt er zurückgezogen auf einer Insel in den Schären. Die Winter sind kalt und lang. Die Sommer kurz aber intensiv. Fredrik Welin lebt in einem Haus, wo er bereits als Kind mit seinen Grosseltern aufgewachsen ist. Eine Katze, ein Hund und ein ständig wachsender Ameisenhaufen in einem Zimmer sind seine jetzigen Lebensbegleiter. Nur der Postbote Jansson bringt ab und zu die Post und will von Fredrik „verarztet“ werden. Jansson ist ein Hypochonder und geht nie zu einem praktizierenden Arzt. Stattdessen geht er Fredrik, der eigentlich nur seine Ruhe geniessen möchte, mit seiner Fragerei auf die Nerven. Als eines Tages eine alte Frau in einem Rollator die Insel betritt, verändert sich Fredrik Welins Leben schlagartig.

Meine Meinung
Extrem kalt und ergreifend müssen die Winter auf den Inseln in den Schären sein. Was Henning Mankell mit diesem Roman hinterlassen hat, ist ein Lebensgefühl genannt „Sehnsucht“. Als ob man eine Box öffnet und grelle Lichtstrahlen heraus strömen. Wie einem Schriftsteller solche Emotionen schriftlich zu wecken vermag, ist mir schleierhaft. Das Buch erinnert mich ein wenig an „Die uwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry“ von Rachel Joyce. Wobei Henning Mankells Roman viel subtiler und graziler geschrieben ist und ob gewollt oder nicht unter die Haut geht.

Über den Protagonisten Fredrik Welin erfährt man nur durch seine Umwelt und seine Mitmenschen etwas. Vor allem zu Beginn des Buches spricht er wenige bis gar keine Meinungen aus. Auch auf arge Kritik reagiert er fast gar nicht, was mich als Leser ein wenig irritiert und geärgert hat. Fredrik lässt praktisch alles mit sich machen. Nur einmal gelingt es ihm zu sagen, dass er es nicht sonderlich mag, wenn man ohne zu fragen sein Auto benützt. Ich hätte ihn gerne als Charakter etwas mehr gespürt. Dennoch bleibt v.a. er als Hauptcharakter immer im Zentrum der Geschichte.

Mankells Schreibweise ist durch und durch subtil. Besser kann man eine Insel und die Einsamkeit eines Menschen kaum beschreiben. Die Situationen in die Fredrik gerät, sind meist vorhersehbar und dennoch ziemlich ergreifend. Mankells Charaktere in „Die italienischen Schuhe“ sind meistens Einzelgänger, die irgendwo in den Wäldern des hohen Nordens leben. Und doch sind all diese Menschen auf ihre eigene Art oder durch ihre Lebensgeschichte sehr interessant.

Fazit

Wer in diesem Buch einen Mankell Krimi sucht… sollte es trotzdem lesen. Denn es gehört in jede gute Buchsammlung!

Die italienischen Schuhe von Henning Mankell, Dtv, 368 Seiten, mit Klick zur Leseprobe surfen

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