Der Marsianer von Andy Weir

Eine Rezension von Private Reader Cristoforo

35von5


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Da ich gern Science Fiction Romane lese, hat meine Partnerin mir letzte Woche diesen Roman geschenkt. Mit Spannung habe ich das Buch in Angriff genommen und es am Wochenende gelesen.

Der Autor
Andy Weirs Debüt „Der Marsianer“ wurde zuerst in Andy Weirs Eigenregie kostenlos auf der eigenen Homepage veröffentlicht, weil mehrere Verlage das Manuskript abgelehnt hatten. Später veröffentlichte der Autor das Buch auch noch als eBook auf Amazon (Kindle) für gerade Mal 99 Cent. Als „Der Marsianer“ sich via Amazon mehr als 35‘000 Mal verkaufte, wurden die Verleger auf das Buch aufmerksam. Weir verkaufte im März 2013 die Rechte für einen sechsstelligen Betrag an Crown Verlag. Das Buch wird zudem dieses Jahr von der Hollywood Regielegende Ridley Scott (Alien/Gladiator) verfilmt. Die Hauptrolle wird Matt Damon übernehmen. (Quelle: Wikipedia und www.andyweirauthor.com)

Die Geschichte
Der NASA-Astronaut Mark Watney wird, nach einem Unfall während einer Marsmission, von seiner Ares 3 Crew für tot erklärt und auf dem Mars zurückgelassen. Die Crew macht sich auf die mehrmonatige Rückreise Richtung Erde auf. Erst spät bemerkt die NASA, dass Watney lebend auf dem Mars zurückgelassen worden ist. Erst in vier Jahren wird die Ares 4 zum Mars fliegen, 3‘200km weit entfernt vom Aufenthaltsort Mark Watneys. Mark Watney ist Botaniker und Ingenieur und macht sich sein enormes Wissen und seine Erfahrung für seinen täglichen Überlebenskampf auf dem fremden Planeten zu Nutze. Die vorhandene Ernährung, die Energie, die Luft und viele weitere einzelne Ressourcen reichen jedoch nicht vier Jahre aus. Zudem muss er mit einem Rover (kaum so gross wie ein Van) 3‘200km auf dem Mars hinterlegen und dabei ein Arsenal an Equipment wie Solarpanels, EVA-Raumanzügen, Werkzeugen usw. im Rover mitschleppen. Viel Platz für bequemes Reisen bleibt so nicht übrig. Dazu gesellen sich noch die unmenschlichen Bedingungen, die vom roten Planeten ausgehen, die ihn an den Rand der physischen Belastung bringen.

Meine Meinung
Irgendwie musste ich beim Lesen viel an Robinson Crusoes einsamen Überlebenskampf auf seiner verlassenen Insel denken. Nur dass sich Crusoe auf dem Planeten Erde befand und mit für den Menschen “natürlichen und bekannten„ Problemen zu kämpfen hatte. Was dem NASA-Astronauten Mark Watney jedoch auf dem Mars widerfährt, ist ein Crusoe Survival Akt hoch 100!  Das Buch schlägt ein wie eine Bombe. Damit meine ich die vielen mathematischen Berechnungen und mechanischen Überlegungen, die der Überlebende auf dem Mars ständig durchführen muss, um Lösungen für seine täglichen Probleme zu finden. Beim Lesen wurde mir bewusst, welch zahlreiche Recherchen der Autor für dieses Buch durchgeführt haben muss. Nichts wurde vergessen oder weggelassen.

Der Sauerstoffgehalt in der Luft, die Energieressourcen für die Überlebensmechanismen, das ständige Überlebensspiel mit der Marsatmosphäre. Ganze mathematische und mechanische Prozesse werden im Detail erörtert, was eine enorme Informationsdichte auch für das Lesen bedeutet. Es erfordert viel Ausdauer, all die technischen Einzelheiten zu lesen. Hier hätte ich mir mehr Action statt Mathematik gewünscht. Auch die ganzen technischen Überlegungen der NASA-Crew auf der Erde, um ein Zurückholen des Astronauten zu ermöglichen, werden sehr tiefgreifend erläutert. Auch hier muss man schon sehr stark technikbegeistert sein, um beim Lesen den Faden nicht zu verlieren. Weniger Technik wäre hier mehr gewesen! Ich sehe jetzt noch vor mir, wie in Houston die zahlreichen NASA-Köpfe rauchen.

Was mir jedoch auch etwas gefehlt hat, war der psychologische Teil an der ganzen Geschichte. Ich meine, ein Mann alleine auf dem Mars, während vier Jahren… ich frage mich, welcher Mensch sowas will. Man muss schon einen gewissen „speziellen“ Ehrgeiz besitzen, um auf den Mars reisen zu wollen. Vor allem auch im Wissen, dass man eine Frau und seine Kinder auf der Erde zurücklässt. Und darüber wird im Buch leider zu wenig berichtet. Ich bin gespannt ob Ridley Scott im kommenden Film hier etwas mehr ins Detail gehen wird.

Fazit

Wer Robinson Crusoe auf dem Mars sucht, wird hier nur zum Teil fündig. Wem fundierte NASA-Technik und die Suche nach Survival Lösungen auf einem fremden Planeten interessieren, wird sich die psychologischen Seiten des NASA-Marsianers selbst zusammenreimen können. Alle anderen sollten sich überlegen, ob das Buch etwas für sie sein könnte.

Der Marsianer von Andy Weir, Heyne Verlag, 512 Seiten, Leseprobe

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