Hörbuch-Rezension: Das Labyrinth der Träumenden Bücher von Walter Moers

Eine Rezension von Private Reader Cristoforo

25von5

Walter Moers war mir bisher für seine Comics Das kleine Arschloch, Der alte Sack und Adolf die Nazisau bekannt. Das sind eher die Art Comics, die ich persönlich selber nicht lese. Als ich aber von meiner Partnerin erfuhr, dass Walter Moers auch für die Geschichten von Käpt’n Blaubär verantwortlich war und er auch Bücher schreibt, war mein Interesse dann doch geweckt.

Der Autor
Walter Moers ist ein deutscher Comic-Zeichner, Illustrator und Autor. Er wurde am 24. Mai 1957 in Mönchengladbach geboren. Seine öffentlichkeitsscheue Art ist sein Markenzeichen.

Die Geschichte
Das „Labyrinth der Träumenden Bücher“ ist eine Weiterführung von Die Stadt der Träumenden Bücher. Es handelt von Hildegunst von Mythenmetz, einem alten Dinosaurier und bekanntem Schriftsteller, der seine Ruhezeit im gemütlichen Zuhause, eher schlecht als recht, geniesst. Der übergewichtige Autor lebt im Schatten seines früheren Erfolges. Es ist lange her, als Hildegunst von Mythenmetz noch zündende Ideen für seine zahlreichen Geschichten hatte. Stattdessen liest er jeden Tag Fan-Briefe und drückt kalorienreiche Mahlzeiten in sich rein. Bis eines Tages ein ganz besonderer Brief sein Interesse weckt. Hildegunst von Mythenmetz empfindet den dilettantischen, literarischen Stil des Briefes als Zumutung, bis er bemerkt, dass der Brief seinen ureigenen Schreibstil trägt. Er kann sich jedoch nicht erinnern, jemals einen Brief an sich selber geschrieben zu haben. Doch als er im Brief „Der Schattenkönig ist zurückgekehrt“ liest, macht Hildegunst von Mythenmetz sich auf die Reise zurück nach Buchhaim. Das Abenteuer beginnt.

Meine Meinung
Aha, Walter Moers kann also schreiben! Das war meine erste Reaktion auf die ersten Minuten des Hörbuches. Aber fangen wir von vorne an. Die Geschichte beginnt, wie gesagt, recht interessant. Sie erinnerte mich zu Beginn stark an Der kleine Hobbit von Tolkien. Interessante Dialoge von Charakteren sind Walter Moers Stärke und zugleich auch seine Schwäche. Lustige Dialoge, Situationen und Beschreibungen von Sachen gehören ins positive Repertoire des Autors. Da erkennt man sein Faible für witzige Comic-Figuren. Was mich jedoch am meisten gestört hat, ist das nicht mehr enden wollende Palaver. Ein ausgiebiges Gespräch da, ein Palaver dort und dann nochmals eins unten und gleich wieder oben auf der nächsten Seite. Es wird viel geredet und wenig gehandelt. Irgendwie passiert viel (Geplapper) und eigentlich doch nichts.
Viele Ideen des Autors gehen so, in den endlosen Diskussionen der Figuren, unter. Wer einen actiongeladenen Aufbau sucht, wird fast endlos weitersuchen müssen. Nach langen Stunden (14 Std. 41 Min.) musste ich dann erfahren, dass ein Cliffhanger das Buchende offen lässt. Eigentlich würde ich ja gerne erfahren, was aus Hildegunst von Mythenmetz wird. Doch ich befürchte, dass die auf unbestimmte Zeit angekündigte Nachfolgegeschichte eine ähnliche Abfolge von langen, stupiden Palavern von dümmlichen Figuren beinhalten wird. Aber vielleicht verstehe ich einfach den Sinn von solchen Büchern nicht.

Zum Hörbuch
Andreas Fröhlich ist ein deutscher Rezitator, Synchron-, und Hörspiel-Sprecher. Er hat das Hörbuch gekonnt und meistens interessant vorgelesen. Warum er, vor allem am Anfang des Hörbuches, den meisten Figuren einen starken, russchischen Akzent verleiht, ist mir schleierhaft. Doch mit der Zeit verpuffte sich das Phänomen und das Hörbuch war zumindest von Seite des Sprechers akzeptabel.

Fazit
Palaver-Junkies und Fans von durchgeknallten Figuren dürften diese Geschichte mögen. Wer eine durchdachte Fantasy-Geschichte oder etwas Action sucht, wird hier eher enttäuscht.

Das Labyrinth der Träumenden Bücher von Walter Moers, 12 CDs mit 882 Minuten Hördauer, Hörprobe!

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