Hörbuch-Rezension: Fahrenheit 451 von Ray Bradbury

Eine Rezension von Private Reader Cristoforo

5von5

Ray Douglas Bradbury wurde am 22. August 1920 in Waukegan, Illinois geboren und verstarb am 5. Juni 2012 in Los Angeles. Er war US-Amerikanischer Kult-Schriftsteller und Drehbuchautor. Zahlreiche Nominierungen würdigen den beeindruckenden Schriftsteller. Unter anderem hat auch die NASA der Landestelle des Mars Science Laboratory den Namen „Bradbury Landing“ gegeben.

Es ist schon lustig, dass Bücher wie Fahrenheit 451, die unter anderem das System als solches in Frage stellen, auch echt kuriose Landsleute zur Leserschaft zählt. So ist es nicht verwunderlich, wer mir als Erster das Buch empfohlen hat….
Im zarten Alter von 23 Jahren (!) arbeitete ich in einem Computerfachgeschäft, als eines Tages ein Marihuana kiffender und LSD konsumierender Kunde hereinspaziert kam. Ja, der Verkauf hat so seine Nachteile, aber auch Vorteile. Immer wieder bedrängte der Kunde mich, LSD oder „Pilze“ zu konsumieren, es befreie den Geist. Nur so könne man frei werden!
Natürlich ist LSD eine gefährliche Psycho-Droge, die eigentlich gar nichts und niemanden befreit. Und ich bin froh, dass ich damals wie heute weder LSD noch sonst irgendwelche halluzinogene Drogen eingenommen habe. Eine gute Seite hatte das Treffen mit dem LSD-Typen jedoch auch. Er meinte damals, ich solle doch mal das Buch „Fahrenheit 451“ lesen. Das Buch sei ein Muss für jedermann, der umdenken wolle. Heute, nach fast 16 Jahren, habe ich mir auch endlich das Hörbuch zugelegt.

Inhalt
Guy Montag ist Feuerwehrmann in einem Staat, wo die Feuerwehr zwar Feuer-Wehr heisst, aber im Grunde genommen das Feuer selber legt, statt es zu löschen. D.h. die Feuerwehr verbrennt Bücher, denn diese überhaupt erst zu besitzen, ist in diesem Staat grundsätzlich verboten. Guy Montag ist 30 Jahre alt und eigentlich mit seinem Job als Feuerwehrmann recht zufrieden. Er trägt eine Uniform, lebt in einem Haus mit einer Frau, die sich täglich mit Drogen und Beruhigungsklängen aus Ohrmuscheln (eine Art Kopfhörer) volldröhnt und er hilft der Gesellschaft, indem er die „bösen“ Bücher verbrennt. Zudem geniesst Guy Montag den Anblick von Feuer, wie es alles verändert und auszulöschen vermag und somit Sauberkeit schafft. Eines Tages trifft Guy auf die 16-jährige Clarisse. Clarisse ist ein Freigeist und geniesst das Leben und die Natur in vollen Zügen. Beeindruckt von Clarisses „freier“ Sprech- und Denkweise möchte Guy mehr Zeit mit ihr verbringen. Erst als Clarisse ihm die Frage stellt, ob er nun glücklich sei mit seinem Leben und sie danach spurlos verschwindet, beginnt Guy das System, in das er hineingeboren wurde, zu hinterfragen.

Meine Meinung
Wie die Bücher von Philipp K. Dick oder Stephen King besitzt die Geschichte von Fahrenheit 451 eine eigene Erzähldynamik. Die einfache und doch recht prägnante Erzählweise reissen den Leser/Hörer mit in eine Welt, in dem der Staat das Denken und die Gefühle der Menschen kontrolliert und ständig zu manipulieren versucht. Eigentlich ein bekanntes Szenario, auch in unserer Welt. Doch zeigt Fahrenheit 451 auch, wie schnell man sich in einem solchen Szenario als Mensch verliert und als Individuum untergehen kann. Während in der Geschichte von „1984“ u.a. die Televisoren (die gibt es in Fahrenheit 451 auch) das Leben der Menschen innerhalb der Häuser kontrolliert, so geht es in Fahrenheit 451 darum, alle Bücher zu verbrennen, weil sie zum Denken anregen und angeblich unzufrieden machen sollen. Ein echtes Horrorszenario, sollte man denken, wenn einem etwas Wichtiges verboten wird. Ist aber überhaupt nicht abwegig, bedenkt man den echten Staatstrojaner, der sich in PCs einschleust, alle Antiviren-Programme umgeht und so alle PCs kontrollieren kann. Und das in unserer realen Welt! Ich möchte nicht wissen, was unsere „freundliche“ Regierung sonst noch alles kontrolliert und steuert. Alles im Namen der Volkswirtschaft, selbstverständlich. Fahrenheit 451 (232,8 °C) ist übrigens die Temperatur, die man benötigt, um Papier verbrennen zu können.

Das Hörbuch ist mit seinen 5 CDs (5 Std. 51 Min.) ein wenig zu kurz geraten, gerade weil es von Rufus Beck sehr gekonnt erzählt wird. Von mir aus hätte es ohne weiteres 20 Stunden oder länger dauern können. Ein wenig zu kurz und dennoch ein geniales Werk!

Fazit
Fahrenheit ist im Grunde genommen ein Muss für jeden Liebhaber von Büchern wie 1984 oder Ubik oder von Filmen wie Matrix oder Cloud Atlas.

Fahrenheit 451 von Ray Bradbury, 5 CDs mit 5 Std. 51 Minuten,  Hörprobe via Audible.de

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