Buch-Rezension: Dämonenschicksal von Greta Zicari

4von5

Schon in der Grundschule schrieb Greta Zicari (Jg 91) Geschichten oder zeichnete Comics. 2009 gewann sie den Schreibwettbewerb ihrer Schule und hielt seitdem immer wieder Ausschau nach weiteren Ausschreibungen. Beim net-Verlag veröffentlichte sie mittlerweile mehrere Kurzgeschichten. Mit Dämonenschicksal bringt sie ihren ersten Fantasie Roman auf den Markt.

Der Inhalt
Dämonenschicksal erzählt eine Geschichte über Mut und Zusammenhalt, über Menschen, die aus Liebe zueinander über sich hinauswachsen, von originellen Figuren und vor allem über spannende Abenteuer, welche die Kinder während eines langjährigen Krieges erleben. Ein Krieg, den eine ungewollte Schwangerschaft auslöst und Länder in ein düsteres Elend stürzt, beherrscht von Dämonenterror.

Da gibt’s die Länder Saranda, Torkulda, Flabka und das neutrale Täfkan. Ursprünglich sollte Prinzessin Kassandra von Saranda den Prinzen vom benachbarten Land Torkulda heiraten. Doch die Prinzessin Mevinda aus Flabka, Kassandras Rivalin, heckte einen bösen Plan aus. Kassandra wurde ungewollt schwanger und floh. Dieser Ausgang des Plans artete in einen Krieg zwischen Saranda und Flabka, mit dem befreundeten Torkulda, aus. Über das Schicksal von Prinzessin Kassandra kann nur noch gerätselt werden. Dämonenterror und Hoffnungslosigkeit beherrschen seither die Länder, Angst und Schrecken sind an der Tagesordnung.

So auch in Tarty, ein Städtchen im Land Saranda, wo Yxes und ihr Zwillingsbruder Altin seit Jahren in einem Waisenhaus aufwachsen. Das Geschwisterpaar unterscheidet sich von den anderen Kindern durch ihre Namen, welche die Betreuer bei ihnen als Säuglinge am Rücken vorfanden. Die Kinder kommen mehr recht als schlecht durch diese ungemütliche Zeit und es sieht nicht aus, als würde es je besser werden. Als dann noch die Erwachsenen aus Tarty sowie dem Waisenhaus flüchten, machen sie sich ernsthaft Sorgen. Kommt der Krieg nun auch zu ihnen? Kurzentschlossen macht sich das Geschwisterpaar mit einer Schar Kinder auf den Weg in die Hauptstadt Porli, wo sie aber nicht wissen, was sie erwartet.

Zur selben Zeit brechen Elrako und sein Freund Furgal aus dem königlichen Hof Sarandas auf. Elrako hat sein Leben bisher im Verborgenen verbracht, hat doch seine Geburt als unehelicher Sohn von Prinzessin Kassandra den Krieg ausgelöst. So wurde es ihm jedenfalls erzählt. Doch er will sein Leben nicht in Gefangenschaft verbringen und für etwas büssen, woran angeblich seine Mutter Schuld ist. Auch bei ihm wurde sein Name mysteriöserweise auf seinem Rücken gefunden. Er wagt mit Furgal den Schritt in das Abenteuer mit dem Ziel, in der Hauptstadt Porli freier leben zu können.

Im Westen von Flabka befindet sich die Festung von Zaubermeister Zarm’buck. Dort wächst Synarek als Waise und somit als Sklave von Zarm’buck auf. Von seinen Mitgefährten wird er ständig gehänselt und gedemütigt und letztlich immer von seinem Meister körperlich bestraft. Bis er eines Tages während einer Bestrafung merkt, dass er sich der Macht von Dämonen bedienen kann. Sein Meister glaubt, er sei von einem Dämon besessen und sperrt ihn zur Strafe in den Kerker. Dort gelingt Synarek, dessen Name auf seinem geschundenen Rücken steht, die Flucht. Er wird aber unterwegs von feindlichen Truppen gefangen genommen und landet letztendlich in Porli, der Hauptstad seiner vermeintlichen Feinde.

Zerroko wächst als Adoptivkind im neutralen Täfkan auf. Mit seinem Ziehvater besucht er regelmässig den Markt in Moridi, Saranda, wo sie ihre Holzwaren verkaufen. Er freut sich immer auf den Besuch in Moridi, denn dort trifft er jeweils seine Freundin Merinda, die aus Sarandas grosser Hafenstadt Libidukiz stammt. Ihre Tante Esmeralda kauft auf dem Markt ihre Vorräte ein. Zerroko und Mevinda verbinden nicht nur ihre Namen auf dem Rücken, sondern beide haben die Fähigkeit, Dämonen zu spüren.

Ohne einander zu kennen, treffen alle Aufgebrochenen unabhängig voneinander und nach langer Reise mit vielen Abenteuern in Moridi ein. Der Zufall will, dass sie dort auf Cas treffen, die Frau vom gefürchtetesten Dieb Sarandas, Tzandari. Als die Kinder sich ihre Geschichten und Abenteuer erzählen, bemerken sie die Übereinstimmungen ihrer übersinnlichen, dämonischen Fähigkeiten. Und als sich herausstellt, dass Cas eigentlich die vermisst und tot geglaubte Prinzessin Kassandra ist, kommt es zu weiteren dramatischen Entdeckungen und Entwicklungen.

Meine Meinung
Auf über 600 Seiten entführt die junge Autorin den Leser in eine noch nicht bekannte Welt von Dämonen, Dämonenbeschwörer, Sklaven und Kriegern. Mit den jeweiligen kurzen Kapiteln und ständig wechselnden Szenenbilder erschafft sie zu Beginn eine Spannung, die einem zum Weiterlesen animiert. In jedem Kapitel geht es zunächst um eine Hauptfigur, deren Leben, Lebenssituation und Freunde ausführlich geschildert werden. Mit der Zeit jedoch verliert man fast den Überblick und benötigt ab und an das 6-seitige Personenverzeichnis, am Anfang des Buches. Auch in der Hälfte des Romans geht die Autorin meiner Meinung nach so ins Detail zu Schauplätzen und Figuren, dass es einem einiges an Neugier abverlangt, weiterzulesen. Doch die Darstellung der verschiedenen Charaktere und deren Schicksal sowie die besondere Beziehung zwischen Menschen und Dämonen bereiten dem Leser dennoch viel Abwechslung. Im Verlauf der Geschichte wachsen die Teenager über sich hinaus und gewinnen an Selbstsicherheit und anerkennen die Stärken des anderen. Dieser Entwicklungsprozess spricht nicht nur Jugendliche an. Bei diesem Fantasy-Roman gefällt mir besonders die Mischung: Obwohl es in der Geschichte um Krieg, Hass, Macht und Niedertracht geht, findet man auch Liebe, Treue und Freundschaft.

Das Ende der Geschichte könnte der Anfang des Fortsetzungsromans sein. Ich bin gespannt, wohin die nächste, nun gemeinsame Reise der Teenager führt.

Fazit
Dieser Fantasy-Roman ist nicht nur für Jugendliche geeignet, sondern fesselt auch die ganz grossen Kinder. Dämonenschicksal ist nicht vergleichbar mit Harry Potter, aber wer ein Fan von Fantasy-Romanen im Stil von Emerald: Die Chroniken vom Anbeginn, Die Chroniken von Narnia oder Der Goldene Kompass ist, wird mit diesem Roman bestens bedient.

Diese Rezension wurde von Helga verfasst.

Teile dich mit

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: