Buch-Rezension: Mein böses Herz von Wulf Dorn

Mit „Mein Böses Herz“ liefert der deutsche Autor Wulf Dorn seinen ersten Jugendroman ab. Für eingefleischte Thriller-Leser ist Wulf Dorn bestimmt kein unbeschriebenes Blatt mehr, da er bereits mit seinem Debütroman Trigger für Aufsehen sorgte und damit sofort in die Bestsellerlisten einstieg. Die Verfilmung des Romans ist bereits in Vorbereitung. Nach diesem überaus gelungenen Start lieferte er sogleich mit Kalte Stille und Dunkler Wahn  nach und gilt seither als Meister des Mysteriösen. Seine Romane wurden bereits in diverse Sprachen übersetzt. Wulf Dorn, Jahrgang 1969, schreibt seit seinem zwölften Lebensjahr. Seine Kurzgeschichten erschienen in Anthologien und Zeitschriften und wurden mehrfach ausgezeichnet. Mehr über Wulf Dorn findest Du unter www.wulfdorn.net.

Die Geschichte
Die fast siebzehnjährige Doro lebte bis anhin ein ganz normales Leben mit ihrer Familie, Schule und Freunden. Als sie jedoch eines Morgens ihren kleinen Bruder zum Frühstück holen soll, erleidet sie ein Trauma. Der sonst ständig quengelnde, kleine Junge liegt tot in seinem Bettchen. Über diesen schlimmen Schicksalsschlag kommt die Familie nicht hinweg, sie zerfällt. Der Vater tröstet sich mit einer Jüngeren, die Mutter verfällt in Depressionen und Doro wird von Halluzinationen verfolgt. Sie wird in eine Klinik eingewiesen und versucht dort das Trauma aufzuarbeiten.

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Ein Jahr später scheint sie sich und ihr Leben wieder im Griff zu haben. Gemeinsam mit ihrer Mutter zieht Doro aufs Land, um einen Neustart zu versuchen. Doch schon kurz nach dem Umzug scheint die neue Umgebung erneut etwas in Doro auszulösen. In einer Gewitternacht glaubt sie einen verstörten, abgemagerten und verzweifelten Jungen gesehen zu haben. Sie alarmiert die Polizei und den Rettungsdienst. Doch als diese eintreffen, ist der Junge spurlos verschwunden. Die Odyssee beginnt von neuem. Niemand will Doro glauben, was sie gesehen hat und erneut wird sie zum „Freak“ abgestempelt, die Dinge sieht, die es gar nicht gibt. Sogar ihre Mutter, die bis anhin immer zu ihr gehalten hat, beginnt zu zweifeln. Einzig und allein der Nachbarsjunge und zugleich Sohn ihres neuen Therapeuten vertraut ihr. Sogleich fühlt sich Doro zu Julian hingezogen und verliebt sich in ihn. Gemeinsam versuchen sie dem Geheimnis des ominösen Jungen im Garten auf die Schliche zu kommen. Als Doro erfährt, dass der Junge, den sie vermeintlich gesehen hat, schon vor ihrer Ankunft in dem Städtchen Selbstmord begangen hat, fängt sie an, an sich und ihrer Wahrnehmung zu zweifeln. Doch ihre Überzeugung und der Glaube an sich selber sind trotzdem stärker. Und so begibt sie sich erneut auf eine nervenaufreibende Reise in die Abgründe ihrer Seele, mit dem Ziel, allen zu beweisen, dass sie nicht verrückt ist.

Meine Meinung
Ohne zu wissen, dass ich einen Jugendroman in den Händen halte, beginne ich zu lesen. Obwohl die Sprache auf die jüngere Generation angepasst ist und die Protagonisten Teenager sind, finde ich sofort Zugang und Gefallen an dem düsteren Thriller. Doro, die Ich-Erzählerin, ist mir trotz des Altersunterschiedes sympathisch und deshalb bin ich neugierig, was es mit ihren Halluzinationen auf sich hat und was sie so krampfhaft versucht, zu verdrängen. Hat sie den Jungen im Garten wirklich gesehen? Was ist genau mit ihrem Bruder passiert in jener Nacht? Ich gebe zu, manchmal war auch ich versucht zu denken, dass Doro einen an der Klatsche hat. Wie auch immer, meine Neugier treibt mich beim Lesen voran. Wulf Dorn hat es geschafft, den Spannungsbogen stramm zu halten, ohne sich in der Geschichte zu verlieren. An manchen Stellen meint er es aber doch etwas zu gut und bläht die Story, in meinen Augen, ein bisschen zu sehr auf, was sie flächenmässig kitschig und unglaubwürdig macht. Alles in allem bin ich jedoch sehr gut unterhalten worden und bekam als Dessert einen überraschenden Plot serviert.

Fazit
Ein grundsolider, düsterer Thriller mit Spannung und interessantem Hintergrund. Die Story wird stetig vorangetrieben und somit kommt keine Langeweile auf. Wulf Dorn verstrickt sich auch nicht in seiner Geschichte, ausser, dass er hie und da etwas übertreibt und die Geschichte stellenweise etwas überspitzt rüberkommt. Als Leser wird man in die Story reingezogen und weiss bald selber nicht mehr, was Realität und was Fiktion ist. Dass dieser Roman für junge Menschen geschrieben wurde, merkt man dem Schreibstil und natürlich dem Alter der Protagonisten an. Der Roman war ein Pageturner für mich, aber nicht unbedingt ein Must-Read.

Mein böses Herz von Wulf Dorn, erschienen beim cbt Verlag,
416 Seiten, gebunden, ISBN Code: 978-3570160954, Leseprobe!

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