Hörbuch-Rezension: Wasser für die Elefanten von Sara Gruen

 

Ich hinke der Zeit wieder einmal hinterher. In der Zwischenzeit wurde Sara Gruen’s Werk „Wasser für die Elefanten“ auch bereits verfilmt mit dem Hollywood Schönling Robert Pattinson und  der immer blonden Reese Witherspoon. Der Film ist gelungen. Und das Hörbuch?

Die Geschichte
Der polnisch-amerikanisch stämmige Jacob Jankowski verbringt seinen verbleibenden Lebensabend im Seniorenheim. Gern erinnert er sich an seine Zeit im Zirkus, damals zur Zeit der Grossen Depression in den 193oer Jahren. Damals ist Jacob 23 Jahre alt und mitten im Studium zum Tierveterinär. In Rückblenden erzählt Jacob von seinem damaligen Leben: Als seine Eltern unerwartet bei einem Autounfall ums Leben kommen, hinterlassen sie ihm einen Berg von Schulden und Jacob beschliesst abzuhauen und sein Glück in einer Grosstadt zu suchen. Er springt auf einen vorbeifahrenden Zug auf. Es ist zufälligerweise der Zug des Zirkus „Benzini Brothers“. Weil Jacob dem Besitzer des Zirkus mit seinen medizinischen Kenntnissen von Nutzen ist, wird Jacob umgehend eingestellt. Als das Kunstreitpferd der Artistin Marlena aufgrund einer tödlichen Krankheit erschossen werden muss, erwirbt der Zirkus einen Elefanten: Rosie. Sie ist eigentlich unzähmbar und gilt als dumm. Nur Jacob erkennt Rosie’s Geheimnis.
Da ist auch Marlena, die Frau von Zirkus-Direktor August Rosenbluth. Ein brutaler Choleriker, der seinen Jähzorn an jedem auslässt, der ihm unter die Finger kommt. Besonders auch bei Marlena. Jacob möchte Marlena beschützen und sie verlieben sich nach und nach beide ineinander. Das Drama nimmt seinen Lauf.
Zurück in der Gegenwart erleben wir, wie Jacob Jankowski von seinen eigenen Kindern versetzt wird. Sie haben den Zirkusbesuch total vergessen und keiner ist gekommen, um mit Jacob die Vorstellung zu besuchen. Doch Jacob gibt sich damit nicht zufrieden. Er will zu diesem Zirkus, will sich seinen Erinnerungen hingeben und ein letztes Mal den Duft der Manege schnuppern.

 Wasser für die Elefanten

Meine Meinung
Was für eine schöne Geschichte wir hier lesen dürfen. Es ist alles dabei: Drama, Spannung und Liebe, serviert auf historischem Untergrund. Sara Gruen ist es gelungen, dem Leser die Welt des Zirkus schmackhaft zu machen. Sogar mir als Zirkusgegner (Tierhaltung und Dressurmethoden) wurde für kurze Zeit ein Leben beim Zirkus schmackhaft gemacht. Wer hätte das gedacht.
Die Geschichte ist interessant, besonders gut im Aufbau und sehr gut geschrieben, insbesondere die Protagonisten gefielen mir in dieser Geschichte sehr gut. Man könnte gleich weiterlesen oder eine Fortsetzung von „Wasser für die Elefanten“ in Betracht ziehen. Ich wäre gerne noch länger in den Rückblenden verweilt. Aber auch die Geschichte, welche im Jetzt spielt, ist nicht von minderem Interesse geblieben. Diese beiden Handlungsstränge ergänzen sich komplett und liefern gemeinsam ein stimmiges Bild einer liebevoll erzählten Geschichte.

Über das Hörbuch
Andreas Fröhlich glänzt wieder einmal mehr mit brilliantem Können. Seine Stimme muss in diesem Hörbuch sehr viele verschiedene Charaktere darstellen. Und diese hören sich tatsächlich alle immer anders an. Es ist ein Hörgenuss sondergleichen, wie Andreas Fröhlich allen Protagonisten Charakter und Leben einhaucht. Ich habe selten so ein stimmlich diversifiziertes, eindrückliches Hörbuch hören dürfen, das von einem einzigen Vorleser lebt. Und das ganze ohne Verwirrung beim Leser zu stiften, wer denn nun schon wieder wer ist. Ganz grosses Hörkino!

Fazit
Ein Hörbuch für Zirkusliebhaber und Freunden von wirklich gut umgesetzten Hörbüchern. Sara Gruen gelingt mit diesem Buch gute Unterhaltung. Und für das Geld bekommt man mit „Wasser für die Elefanten“, vorgelesen von Profi Andreas Fröhlich, ein richtig, richtig starkes Hörbuch für spannende Hör-Stunden.

Wasser für die Elefanten von Sara Gruen, erschienen bei Argon, 463 Minuten auf 6 CDs, EAN:  9783839810972, Hörprobe!

  1. Klingt nach einem erfrischendem Hörbuch, welches zum träumen einlädt. Das Buch habe ich übrigens noch ungelesen im Regal stehen. Fast hätte ich es vergessen, doch dein Beitrag hat mich wieder daran erinnert.
    LG, Tanja :)

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