Virginia liest gerade

“Wie ich nun gar einsehen musste, dass ich das angstvoll gehütete Geheimnis preisgeben müsse und die Schande nicht mehr länger verheimlichen könne, gewann jener schreckliche Gedanke alle Macht über mich. Es ist entsetzlich, was ich tat, aber ich flehe Ihre Barmherzigkeit an, mir die Gnade des Lebens zu schenken. Die Unglückliche. Frieda Keller” Als Frieda Keller 1904 in St. Gallen ihr Gnadengesuch schreibt, liegen der Alptraum eines Missbrauchs, eine Verzweiflungstat und ein skandalöser Prozess hinter ihr. Michèle Minellis Roman beruht auf dem historischen Kriminalfall, in dem die Schneiderin Frieda Keller in die Mühlen einer männerbestimmten Justiz geriet, die alle Schuld der Frau auflud und den Vergewaltiger ungeschoren ließ. Als Friedas Dienstherr die Tür verriegelt und sich an sie drängt, ist sie verloren. Hinter ihr liegt eine unbeschwerte Kindheit im thurgauischen Bischofszell und vor ihr die jahrelange Schmach einer ungewollten Mutterschaft. Im aufstrebenden St. Gallen kann sie in der Anonymität der Stadt untertauchen, das Kind hält sie vor allen in einer Kinderbewahranstalt versteckt. Weil der Junge aber dort nicht bleiben darf und sie nicht für ihn sorgen kann, ergreift allmählich ein düsterer Plan von Frieda Keller Besitz. ~ Klappentext von Die Verlorene von Michèle Minelli

Book Lovers: Jim Morrison

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Jim Morrison liest in Death is a star von Agnès Michaux.

Klappentext:
Des danses macabres au Deathrock, des ossuaires à la cryogénisation, du Club du suicide de Stevenson à la série Six Feet Under, de la mort la plus stupide à la plus sophistiquée, d Épictète à Stanley Kubrick… Plus de 700 articles et 1 000 personnalités pour une anthologie rock, iconoclaste, gothique, pop et provocante, véritable cadavre exquis autour de la star des stars : la Mort.

{GELESEN & BUCHTIPP} Tiefschwarze Melodie

via rp-online.de

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Was zeichnet einen Mörder aus, der seine Opfer aussucht, um sie ans Bett zu fesseln und sie im Rhythmus seiner Musik zu foltern um sie dann brutal zu töten? Was bewegt ihn zu dieser grausamen Tat? Darauf hat Catherine Shepherd eine Antwort. Und die ist sogar emotional nachvollziehbar, auch wenn man kein Killer ist.

Zuerst möchten wir uns bei Catherine Shepherd recht herzlich für die uns zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar von “Tiefschwarze Melodie” bedanken.

Was macht einen Mörder aus, der seine Opfer aussucht, um sie ans Bett zu fesseln und sie im Rhythmus seiner Musik zu foltern, um sie dann brutal zu töten? Was bewegt ihn zu dieser grausamen Tat? Und warum ist er derart darauf bedacht, dass alles seinen Regeln entspricht, wieso dieser Hang zur Perfektion? Wie kam es zu seinem Hang zur Musik?

Oder anders gefragt: Was geht in einem Stadtsoldaten vor, der im Jahre 1497 in einer Kirche eine junge Novizin auf dem Kreuz aufgehängt und brutal ermordet vorfindet, um später, während seiner Ermittlungen, herauszufinden, dass hinter diesem Mord eine tiefschwarze Melodie steckt? Wie soll er mit den anno dazumal einfachen und primitiven Mitteln bloss den Mörder finden, geschweige denn fassen? Und was hat es denn nun mit dieser Musik auf sich?

 

5 von 5

 


Hier probelesen!

 

Dass Catherine Shepherd im ihrem bereits fünften Buch aus der Zons-Thrillerreihe (für mich allerdings war es erstes Buch, welches ich von ihr gelesen habe) mit zwei Erzählsträngen in unterschiedlichen Epochen auffährt, ist im Grunde genommen nur noch das süsse Tüpfelchen auf dem “i”, wie man so schön sagt. Was mir besonders imponiert hat, war die Art und Weise wie Shepherd es versteht, Zeit und Raum zu manipulieren und zu ihren Gunsten perfid der Geschichte anzupassen. So konnte ich mir beim Lesen nie wirklich sicher sein, den weiteren Verlauf zu durchschauen. Schlussendlich habe ich das auch nie, denn die unerwarteten Wendungen liessen mich gedanklich im Dunkeln tappen.

Die Geschichte mit zwei Zeitlinien und Charakteren, die unterschiedlicher nicht sein könnten, wurde für mich zunehmend plastischer und zusammenhängender. Es schien mir fast so, als hätte jedes Wort und jede Satzaufstellung in beiden Zeitachsen seine Richtigkeit. Nur in Romanen von Stephen King fand ich bisher eine derart gekonnte Beschreibung durchgeknallter Charaktere in verschiedenen ebenso durchgeknallten Settings. Doch Shepherds Protagonisten und deren Tatorte sind etwas sanfter und feinfühliger ausgesucht.

Am Schluss konnte ich sogar das Handeln des Mörders gefühlsmässig vollumfänglich nachvollziehen, denn die Autorin versteht es auch, die Psychologie der Charaktere gekonnt zu Gunsten des Plots ins richtige Licht zu rücken. Die eher trockene und dennoch einlullende Schreibweise besitzt eine derart starke erzählerische Kraft, dass ich den Thriller am Schluss mit einem weinenden Auge weggelegt habe. Ja, das Lesen hat sich absolut gelohnt und am Ende wollte ich einfach nur mehr davon. Viel mehr! Und das gibt es ja, in den Vorgängerromanen.

Mit Catherine Shepherd wurde für mich ein neuer Stern am Thrillerhimmel geboren. Unbedingt lesen!

Tiefschwarze Melodie von Catherine Shepherd, Kafel Verlag, 353 Seiten, Leseprobe, rezensiert von Cristoforo

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